OTS0359 / 11.03.2010 / 20:09 / Channel: Politik / Aussender: Kleine Zeitung
Stichworte: Politik / Pressestimmen / Vorausmeldung


"Kleine Zeitung" Kommentar: "Wenn der rechte Rand zur Fettschicht wird" (von Frido Hütter)

Utl.: Ausgabe vom 12.03.2010 =


   Graz (OTS) -     Die Möglichkeiten von Marktforschung und
Statistik sind ja schier unbegrenzt. Kaum war die erste Toyota-Panne
publik geworden, kursierten bereits die Schadenssummen für den
Konzern in den Medien.
In diesem Zusammenhang wäre es interessant, einmal ausrechnen zu
lassen, wie viel Geld die tollen Streiche der FPÖ Österreich bisher
gekostet haben. Die Rede ist von den braunen Rülpsern, die Jörg
Haider zu Lebzeiten immer wieder einmal entfuhren, von
Partei-Lümmeln, die den Begriff Nazi mit "neu, attraktiv,
zielstrebig, innovativ" definierten, von Leuten, die immer wieder
Unklarheiten mit dem Massenmord im sogenannten Dritten Reich äußern.
So wie Österreich seine generelle Beachtung in der Welt meist
überschätzt, so sehr wird die Registrierung derartiger Umtriebe,
speziell in den USA, unterschätzt. Was man dort unter "awareness"
(Achtsamkeit) versteht, führt schon einmal zur Stornierung von
Geschäften, Kongressen, Urlaubsreisen etc. Es ist nicht übertrieben,
wenn man die solcherart entstandenen Schäden kumuliert im
Millionenbereich ansiedelt.
Der Verzicht der ÖVP auf einen Bundespräsidentschaftskandidaten bzw.
auf eine klare Empfehlung für den amtierenden könnte diesen Schaden
noch erheblich größer machen.
Da wäre einmal im Lande die zunehmend ärgerliche Posse, dass dieses
Vakuum von einem Publizisten und Hobbypolitiker genutzt wird, die
merkwürdige Frau Rosenkranz zu eidesstattlichen Erklärungen zu
nötigen. Selbige lösen weltweit ganz berechtigt Befremden aus. Man
denke nur an den hierorts herrschenden und wohl nicht ganz
unberechtigten Eindruck, russische Spitzenpolitiker nähmen die
historischen Verbrechen von Josef Stalin im eigenen Land nicht
wirklich ernst und müssten deshalb dauernd das Gegenteil behaupten.
Ein Wiener Kollege sieht in der Kandidatur von Frau Rosenkranz auch
etwas Positives:  Straches Disco-Kids und sonstige Mitkrakeeler
würden der Multi-Mutter aus Niederösterreich ganz sicher nicht ihre
Stimme geben. Die Wahl werde also gleichzeitig zu einer Art
Mengen-Feststellung des ganz rechten Randes in Österreich.
Selbige könnte aber ziemlich (ent)täuschend ausfallen. Denn
möglicherweise kann Rosenkranz zusätzlich bei verärgerten
ÖVP-Anhängern punkten, die der Partei einen Denkzettel verpassen
möchten. Dann wüchse der sogenannte rechte Rand zu einer halbwegs
dicken Fettschicht aus, vor welcher der Welt nachhaltig grausen und
an der Österreich wohl noch ziemlich lange würgen würde.****
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