- 11.03.2010, 18:38:45
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Kardinal Schönborn hofft auf "echte Umkehr"
Wiener Erzbischof erinnert bei der Eröffnung der zweiten Delegiertenversammlung der missionarischen Initiative "Apostelgeschichte 2010"
wien (OTS) - Wien, 11.03.10 (PEW) Die Bedeutung der Kirche trotz
aller schlimmen Vorfälle unterstrich Kardinal Christoph Schönborn am
Donnerstag im Wiener Stephansdom bei der Eröffnung der zweiten
Delegiertenversammlung der missionarischen Initiative
"Apostelgeschichte 2010". Er hoffe auf eine "echte Umkehr", so der
Kardinal. Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof: "In den letzten Tagen
wogt in mir ein heftiger Kampf, und ich kann mir denken, dass es
vielen auch so gegangen ist. Da ist die starke Versuchung zu
resignieren, zur Depression, zum Selbstmitleid: warum sind wir, "die
Kirche", schon wieder einmal "dran"? ...Aber dann spüre ich im
Herzen: das ist es nicht! Diese Trauer ist nicht die richtige Trauer.
Dann erinnere ich mich an die so klaren Worte, die die
österreichischen Bischöfe in der vergangenen Woche gesagt haben: es
geht nicht um unseren Schmerz. Ja, es tut uns weh, wie wir wieder
einmal dastehen. Aber was ist dieser Schmerz im Vergleich zum Schmerz
der Opfer? Und dann denke ich an Missbrauchsopfer, die ich persönlich
kenne, deren Leben bis heute noch nach Jahrzehnten schwer belastet
ist, denen der Missbrauch dauerhaft Lebenssubstanz geraubt hat. Und
dann spüre ich eine echte Trauer".
Die Bischöfe hätten an das Wort Jesu erinnert, sagte Kardinal
Schönborn: "Die Wahrheit wird euch frei machen". Dieses Wort gelte
auch in dieser schwierigen Stunde der Kirche in Österreich: "Die
Kirche wird an Glaubwürdigkeit gewinnen, wenn wir durch diesen
Prozess der Läuterung gehen. Und sie wird deutlicher sichtbar machen,
wo von Jesus her ihr Platz ist: dort, wo der Mensch, das Ebenbild
Gottes verletzt, geschändet, missbraucht wird". Der Wiener Erzbischof
appellierte an die Delegierten: "So bitte ich euch - und sage es auch
mit selber: nehmen wir diese Phase der Läuterung an. Sie kann uns nur
näher zu Jesus und näher zu den Menschen bringen, auch wenn wir jetzt
von vielen beschimpft und verachtet werden". (forts)
Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation Erich Leitenberger 1010 Wien, Stephansplatz 4/7/1 Tel: 01/51552-3591 E-Mail: [email protected] http://presse.stephanscom.at
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