• 11.03.2010, 16:06:11
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"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Die Piep-Show"

Die elektronische Fußfessel wird nun auch in Österreich eingeführt - höchste Zeit!

Wien (OTS) - Vor gut zehn Jahren gab es im KURIER die ersten
Berichte, die sich mit der Fußfessel beschäftigten. Damals klang das
nach Science-Fiction und war so absurd und unvorstellbar wie eine
Reise zum Mars.
Heute ist das im Alarmfall piepende System in mehreren Ländern
Realität - prominentester Fessel-Träger ist Regisseur Roman Polanski,
der so seinen Film "Ghostwriter" fertigstellen konnte. Auch in
Österreich hat die Testphase anscheinend gute Ergebnisse gebracht.
Dass es nun in der Regierung politischen Konsens über die
gesetzliche Einführung dieser Form der Überwachung gibt, ist nur
logisch und erfreulich. Die Fußfessel ist - bei leichteren Delikten
und anstelle der U-Haft - aus humanitären Gründen um vieles
sinnvoller als der sogenannte Häf'n: Eine Gefängnisstrafe sollte
immer nur der letzte Ausweg sein. Eine Fußfessel kostet einen
Bruchteil von dem, was eine Haftstrafe kostet - sie liefert also auch
wichtige finanzielle Argumente. Eine Fußfessel kann überfüllte
Gefängnisse entlasten. Und sie ermöglicht dem Fußgefesselten, seiner
Arbeit nachzugehen, anstatt von der Gesellschaft ausgeschlossen zu
sein.
Ein logischer Fußfesselträger wäre Helmut Elsner. Wer weiß,
vielleicht macht er ja bald als Testimonial mit dem Slogan "My
penthouse is my prison" Werbung dafür.

Rückfragehinweis:
KURIER, Kulturredaktion
Tel.: (01) 52 100/2722

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