• 11.03.2010, 11:34:16
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Heinisch-Hosek: Ohne Sozialleistungen wären doppelt so viele Frauen armutsgefährdet

Hundstorfer: Beschäftigung ist der beste Schlüssel gegen Armut - 100 Millionen Euro bei Mindestsicherung kommen vor allem Frauen zugute

Wien (OTS/SK) - "In Krisenzeiten ist jedes Ressort, auch der
öffentliche Dienst aufgefordert zu sparen. Das werden wir auch tun.
Dieses Sparen muss aber vor den Sozialleistungen halt machen, wir
dürfen nicht bei den Ärmsten der Armen sparen. Denn: Ohne
Sozialleistungen wären doppelt so viele Frauen in Österreich
armutsgefährdet", so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, heute,
Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sozialminister
Rudolf Hundstorfer zum Thema "Frauenarmut in Österreich und der EU".
"Beschäftigung ist der beste Schlüssel gegen Armut und wir haben
einen aktivierenden Sozialstaat", betonte Hundstorfer, der weiter
ausführte, dass die bedarfsorientierte Mindestsicherung deutliche
Verbesserungen bei der Notstandshilfe, besonders für alleinstehende
Frauen, im Umfang von 100 Millionen Euro bringen werde. "Wir wollen
aber nicht, dass diese Frauen in der Notstandshilfe verharren,
sondern wir wollen ihnen einen Arbeitsplatz oder die notwendige
Weiterbildung vermitteln", erklärte der Sozialminister. ****

Die heutige Pressekonferenz im Michl's Social Club, einer
Einrichtung, die Langzeitarbeitslosen und Menschen mit besonderen
Bedürfnissen eine Erwerbsmöglichkeit bietet war ein "Kick-Off" zu
einer ganzen Reihe von Veranstaltungen im Rahmen des "Europäischen
Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung." Neben der
Frauenministerin und dem Sozialminister nahm auch Christine
Stelzer-Orthofer von der Johannes Kepler Universität Linz teil, eine
Expertin mit dem Fachbereich "Armutsforschung", die darauf hinwies,
dass der Anteil der von Armut gefährdeten Menschen in Österreich mit
12 Prozent zwar deutlich unter dem EU-Durchschnitt von ca. 17 Prozent
liege, aber dennoch rund eine Million Österreicher von Armut
gefährdet seien. Dies betreffe meist Migranten, Alleinerzieher,
Arbeitslose, ältere Menschen - und hier vor allem die Frauen. Ihr
Verarmungsrisiko sei um ein Viertel höher als bei Männern.

Die Gründe hierfür seien vor allem, dass Frauen noch immer einen
Großteil der unbezahlten Arbeit (Pflege, Haushalt, Kinderbetreuung)
leisten, meist prekär beschäftigt seien, oftmals in gering bezahlten
Branchen arbeiten und es immer noch deutliche Ungerechtigkeiten bei
der Bezahlung von Männern und Frauen gebe. Als mögliche Maßnahmen um
hier gegenzusteuern, nannte Stelzer-Orthofer das neue Kindergeld, das
es Frauen ermöglicht rascher in den Beruf zurückzukehren und die
Väterbeteiligung erhöht, den Ausbau von qualitativ hochwertigen
Kinderbetreuungseinrichtungen und das Verringern der
Einkommensschere.

Heinisch-Hosek: Gesetz zur Gehaltstransparenz ist auf "gutem
Weg"

Für Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist der Auftrag klar:
"Wir wollen, dass Frauen unabhängig leben können, dass sie ein
existenzsicherndes Einkommen haben und wir wollen, dass Frauen und
Männer für die gleiche Arbeit auch das gleiche Gehalt erhalten." Das
Gesetz zur Gehaltstransparenz sei, so Heinisch-Hosek, trotz Skepsis,
die es noch zu überwinden gelte, auf "einem guten Weg". "Das Gesetz
kostet dem Staat nichts, sondern bringt einen Mehrwert. Eine aktuelle
EU-Studie besagt, dass bei Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt
das Wirtschaftswachstum um bis zu 32 Prozent steigen würde", so
Heinisch-Hosek. Ein Mehr an qualitative hochwertigen
Kinderbetreuungseinrichtungen würde nicht nur den Spagat zwischen
Beruf und Familie erleichtern, sondern auch tausende Arbeitsplätze,
vorwiegend für Frauen schaffen. "Im vergangenen Jahr sind 9.000 neue
Kinderbetreuungsplätze und 3.200 neue Jobs in der Kinderbetreuung
entstanden", machte die Ministerin klar.

Hundstorfer: Bedarfsorientierte Mindestsicherung wirksames
Mittel im Kampf gegen Frauenarmut

Sozialminister Rudolf Hundstorfer betonte, dass die 100 Millionen
Euro die zur Verbesserung der Notstandshilfe verwendet werden vor
allem alleinstehenden Frauen zugute kommen würden, direkt in den
Konsum fließen und dadurch wiederum das Wirtschaftswachstum ankurbeln
würden. Die Verbesserung der Notstandshilfe sei eine der Maßnahmen,
die im Rahmen der bedarfsorientierten Mindestsicherung umgesetzt
werden. Die Mindestsicherung sei aber vor allem ein Sprungbrett, um
Frauen - wie auch Männern - den Weg zurück ins Erwerbsleben zu
ermöglichen. "Wir wollen aus Sozialhilfeempfängern,
Sozialstaatsfinanzierer machen. Um sie jedoch dahin zu bringen,
müssen wir ihnen die notwendige Hilfe und Unterstützung geben. Wir
dürfen nicht weg- wir müssen hinschauen, um armutsgefährdeten
Menschen wieder ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben zu
ermöglichen", so der Sozialminister abschließend. (Schluss) sv

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Tel.: 01/53427-275
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