- 11.03.2010, 11:33:56
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MKV: "Schulenquete zur Zukunft der höheren Schule"
MKV-Kukacka fordert Aufwertung der Hauptschule, Beibehaltung des 8-jährigen Gymnasiums, Begabtenförderung und bessere Unterrichtsmethoden
Wien (OTS) - Gestern Abend fand eine Enquete zum Thema "Die
Zukunft der Höheren Schule" statt, die der
Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV) gemeinsam mit dem Verband
farbentragender Mädchen (VFM) durchführte und bei der er konkrete
Vorschläge zur Bildungsreform und zur Verbesserung des Schulwesens
vorlegte.
"Wir sehen es dabei auch als unabdingbar an, Leistungsbereitschaft
einzufordern. Bildung ist nicht ohne Anstrengung zu erreichen.
Spaßpädagogik alleine kann nicht die Maxime pädagogischen Handelns
sein. Die alternativlose Abschaffung der Noten wäre jedenfalls ein
falsches Signal und wird vom MKV eindeutig abgelehnt", erklärte der
MKV-Vorsitzende StS a.D. Mag. Helmut Kukacka.
Die "Neue Mittelschule" vs. AHS
Kritik übt Kukacka an der Vorgehensweise von BM Schmid. "Die "Neue
Mittelschule" darf nicht durch die Hintertür zu einer Gesamtschule
der 10-14-Jährigen werden! Das Ziel muss sein die Hauptschulen, vor
allem im städtischen Bereich, qualitativ zu verbessern und
aufzuwerten, um sie so konkurrenzfähiger zur Unterstufe der AHS zu
machen. Damit wird auch der Druck der Eltern, dass ihre Kinder -
insbesondere im städtischen Bereich - unbedingt die Unterstufe der
AHS besuchen müssen, abgemildert.
Das 8-jährige Gymnasium ist unverzichtbar, wenn wir weiterhin eine
zukunftsorientierte Bildungspolitik und sinnvolle Begabtenförderung
betreiben wollen", so Kukacka. "Es hat als qualitätsvolle
Ausbildungsstätte für leistungsfähige und lernbegabte Schüler große
Akzeptanz in der Öffentlichkeit."
Die Ganztagsschule kann Erziehungsverantwortung der Eltern nicht
ersetzen
"Den Eltern soll die Bedeutung frühkindlicher Erziehung und ihr
eigener Stellenwert für die Entwicklung ihrer Kinder immer wieder vor
Augen geführt werden. Wenn Eltern ihre verantwortungsvolle schwierige
Aufgabe nicht erfüllen können, muss die Politik Maßnahmen zur
Unterstützung und nachhaltigen Förderung der Kinder und Jugendlichen
und zur Stärkung der Familien ergreifen", sagte Kukacka.
"Durch die gesellschaftliche Veränderung ist eine flächendeckende
und qualitativ hochwertige Nachmittagsbetreuung in unseren Augen sehr
wichtig. Man darf nicht mehr davon ausgehen, dass ein Elternteil zu
Hause bleibt bzw. nur einen Teilzeit-Job ausübt. Wir können uns
verschiedene Modelle ganztägiger Schulformen, zusätzlichen
Förderunterricht, und den verstärkten Einsatz von
Unterstützungslehrern vorstellen. Unser wichtigstes Anliegen im Bezug
auf die Nachmittagsbetreuung ist allerdings die Freiwilligkeit!",
erklärt Kukacka.
Da die Infrastruktur in den österreichischen Schulen nicht auf
eine Ganztagsbetreuung ausgelegt ist - an den meisten Schulen fehlen
Speisesäle, Küchen, Aufenthaltsräume, Rückzugs-, Freizeit- und
Sportmöglichkeiten - fordert der MKV ebenfalls rasche Investitionen
an den österreichischen Schulen und die Bereitstellung der
notwendigen Finanzmittel für die Adaption der Schulgebäude zu
ganztagestauglichen Schulstandorten.
"In Zeiten wie diesen ist die Politik gefordert entsprechende
Budgetmittel bereitzustellen bzw. alternative Finanzierungsmodelle
anzudenken, um die notwendige Infrastruktur gewährleisten zu können",
so Kukacka.
Pflichtfach Politische Bildung - seit "Wählen ab 16" ein MUSS!
Der MKV fordert die Einführung des Pflichtfaches "Politische
Bildung" in allen Schularten und eine ausreichende stundenmäßige
Dotierung dieses Faches, sodass Schüler in Zukunft im Gegenstand
"Politische Bildung" an höheren Schulen auch mündlich maturieren
können. "In einer Zeit, in der einfache Parolen, mediale Verkürzungen
und Internetforen das demokratische Bewusstsein der Jugendlichen
einschränken, und spätestens seit Einführung des Wahlrechtes ab 16
Jahren ist die Vermittlung Politischer Bildung wichtiger denn je",
ist Helmut Kukacka überzeugt.
Begabtenförderung - ein Blick über den Tellerrand
Die individuelle Förderung von Hochbegabten wird vom
Mittelschüler-Kartell-Verband als unbedingt erforderlich angesehen.
An jeder höheren Schule soll ein Konzept zur Erkennung und
systematischen Förderung von (hoch-)begabten Schülern erarbeitet
werden und der Einrichtung von Begabtenförderungskursen und der
Individualisierung des Unterrichtes größte Bedeutung und die dafür
erforderlichen Ressourcen zukommen. Auch sollte nach dem Vorbild der
Sir-Karl-Popper-Schule in Wien vorerst in jeder Landeshauptstadt, bei
Bedarf in weiteren Ballungszentren, je eine höhere Schule zu einer
Schwerpunktschule für hochbegabte Schüler weiterentwickelt werden.
Neue Unterrichtsmethoden
Der MKV ist der Meinung, dass neue unterrichtsorganisatorische
Modelle ausgearbeitet werden müssen, die den Schulen die Möglichkeit
geben, zeitintensive Unterrichtsformen wie Blockunterricht,
(fächerübergreifenden) Projektunterricht, Unterricht in
Doppelstunden, rhythmisierten Wochenablauf, offene Lernphasen,
individualisierter Unterricht, eLearning-Unterrichtssequenzen,
Praktika etc. nach schulautonomen Vorstellungen zu adaptieren und
rasch umzusetzen. "Hier müssen neue Möglichkeiten in Betracht gezogen
werden und in den AHS und BHS auch umgesetzt werden", so Kukacka
abschließend. (Schluss)
Rückfragehinweis:
Philipp Heel
Tel.: 0664/200 31 17
[email protected]
http://www.mkv.at
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