- 11.03.2010, 10:57:59
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Fluglärm macht krank - auch die Liesinger und ihre Nachbarn
Überflüge über dicht besiedeltes Gebiet sind volkswirtschaftlich unsinnig und gesundheitspolitisch unverantwortlich

Wien (OTS) - In Deutschland ist es jetzt "amtlich". Fluglärm in
der Umgebung des Flughafens Köln-Bonn erhöht das Erkrankungsrisiko
dramatisch. Dass das in den betroffenen Gebieten rund um Wien
Schwechat ähnlich sein wird, leugnen wohl nur mehr eingefleischte
Fluglobbyisten.
Aber der Reihe nach: Das deutsche Umweltbundesamt hat erst
kürzlich eine wissenschaftliche Untersuchung von Prof. Dr. Greiser
über die Gesundheitsschädlichkeit von Fluglärm publiziert. Die Studie
beruht auf Daten von ca. 1 Mio. Versicherten rund um den Flughafen
Köln-Bonn. Das erschütternde Ergebnis: Schon ab einem mit 35,25 dBA
recht niedrigen 24-Stunden-Dauerschallpegel für Fluglärm steigt bei
Männern und Frauen das Risiko, an Herz- und Kreislauf zu erkranken,
mit jedem zusätzlichen Dezibel linear an. Bei Frauen ist das
Erkrankungsrisiko für Depression stark erhöht. Eine entsprechende
Studie für Krebserkrankungen ist bisher aus politischen Gründen nicht
veröffentlicht worden. Die Ergebnisse aus beiden Studien sind in der
Abbildung "Anstieg des Erkrankungsrisikos durch Fluglärm"
zusammengefasst.
Überträgt man die Erkenntnisse von Prof. Dr. Greiser auf Liesing,
das mit einem 24-Stunden-Fluglärm-Dauerschallpegel von 40,8 dBA
belastet ist, so erhält man ein beunruhigendes Bild der Auswirkungen
der seit 2004 überfallsartig auf dicht besiedeltes Gebiet verlegten
Flugrouten. Der Fluglärm lässt das Risiko bei Frauen und Männern für
sämtliche Herzkreislauferkrankungen um 17% bzw. 18%, das für koronare
Herzkrankheit um 14% bzw. 24% und jenes für Schlaganfälle um 23% bzw.
29 % steigen. Das Risiko für Brustkrebs erhöht sich entsprechend dem
Fluglärmpegel um 31%, das für Depression bei Frauen sogar um 51%
(Abbildung "Abschätzung der Gesundheitsrisiken bei Übertragung der
Greiser Studien auf Liesing").
Eine genauere Berechnung kann nur mit einer gleichartigen Studie
für den Flughafen Wien erreicht werden. Für eine erste Abschätzung
der zusätzlichen Krankheitsfälle reicht aber die Übertragung der
Greiser Studien. Bei rund 100.000 betroffenen Menschen in Liesing und
den direkt angrenzenden Gebieten in Wien und Niederösterreich ist
demnach z.B. mit 50 zusätzlichen Schlaganfällen pro Jahr zu rechnen.
So wie bei allen anderen Krankheiten ist nicht nur das persönliche
Schicksal dramatisch, es entstehen auch beträchtliche Kosten für das
Gesundheitssystem. Multipliziert man beispielsweise die bekannten
durchschnittlichen Kosten pro Schlaganfall von rund 75.000 Euro mit
der Anzahl der Schlaganfälle, so kommt man alleine dafür auf rund
3,75 Millionen Euro pro Jahr, die der Verlegung der Flugrouten auf
das dicht besiedelte Liesing zuzuschreiben sind. (Abbildung
"Flugrouten im Süden Wiens verlaufen über dichtest besiedeltes
Gebiet")
Daher sind nicht nur Austro Control und Infrastrukturministerium,
sondern auch das Gesundheitsministerium dringend gefordert, zu den
Flugrouten über Liesing volkswirtschaftlich sinnvollere und
gesundheitspolitisch verträglichere Alternativen zu finden bzw. zu
verordnen.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Parteiunabhängige BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste"
Email: liesing@fluglaerm.at,
Homepage: http://liesing.fluglaerm.at
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