• 11.03.2010, 09:53:15
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AK Tumpel: Österreich muss in der Hochschulbildung aufholen

Bologna-Studienarchitektur muss studierendengerecht adaptiert werden

Wien (OTS) - "Österreich braucht mehr und nicht weniger
Uni-AbsolventInnen", sagt Arbeiterkammer Präsident Herbert Tumpel,
"Den Hochschulzugang ausweiten und zwar unabhängig vom sozialen
Background, muss die Devise lauten." Dafür müssen die
Studienbedingungen grundlegend verbessert, ein zügiges Studieren
tatsächlich ermöglicht und insbesondere für berufstätige Studierende
ein verbessertes und adä-quates Studienangebot entwickelt werden. Im
Bereich der neuen dreigliedrigen Studienarchitektur sind
studierendengerechte Verbesserungen unbedingt notwendig. "Die
Ausweitung berufsbegleitender Bachelor- und Master-Studien ist ein
Gebot der Stunde und muss rasch umgesetzt werden - immerhin ist die
überwälti-gende Mehrheit der Studierenden berufstätig.
Wissenschaftsministerium und Unis sind am Zug endlich zu handeln und
die Studierenden hier nicht im Regen stehen zu lassen", betont
Tumpel.

Österreich liegt mit einer AkademikerInnenquote von nur 18 Prozent
weit unter dem OECD-Schnitt von 28 Prozent. Gerade in der
Wirtschaftskrise wird gute Bildung und Ausbildung aber noch
wichtiger. Hoch- und höchstqualifizierte ArbeitnehmerInnen sind der
entscheidende Motor für Innovation, Kreativität und Produktivität in
Wirtschaft und Gesellschaft, daher brauchen wir grundsätzlich
dringend mehr und nicht weniger AkademikerInnen. Der Ruf nach
Zugangsbeschränkungen einiger Rektoren und der
Wissen-schaftsministerin sind also zweifelsohne der falsche Weg.

Damit das Studium erfolgreich verlaufen kann, sind aber auch im
Bereich der neuen dreigliedrigen Studienpläne Verbesserungen
notwendig. Die Bologna Studienarchitektur muss im Interesse des
Lernerfolgs der Studierenden vielfach neu aufgesetzt werden. Häufig
wurden die alten Diplomstudien lediglich von vier auf drei Jahre
verkürzt. Auch die häufige Reduktion der Wahlfächer muss einer
Diskussion unterzogen werden. Mehr Zeit und eine stärkere
individuelle Schwerpunktsetzung im Studium sind erforderlich.
Studienpläne müssen auch Beschäftigungsperspektiven nach dem
Abschluss einbeziehen. Selbstverständlich muss es auch
berufsbegleitende Angebote geben. Im Interesse der Studierenden wie
der Hochschulen sollen einschlägige Berufserfahrungen und
außer-universitär erworbenen Kompetenzen angerechnet werden. "Die
Gestaltung der Studien-pläne sollte im Dialog mit den Studierenden
und der Arbeitswelt geschehen - nur so kann gewährleistet werden,
dass diese auch akzeptiert und studierbar sind.", so Tumpel.

Gleichzeitig muss endlich ein Hochschulmasterplan vorgelegt
werden, der Synergien nutzt, Effizienzreserven offenlegt und sinnlose
Doppelgleisigkeiten abstellt. Die Ziele der einzelnen Systeme des
tertiären Systems müssen abgestimmt werden, um klarzulegen worin die
unterschiedlichen Aufgaben wissenschaftlicher Universitäten,
Fachhochschulen und pädagogischer Hochschulen bestehen. Das würde
auch die Studienwahl erleichtern. Investitionen in die
Studienwahlprozessbegleitung zur Steuerung der Studierendenströme in
arbeitsmarktpolitisch aussichtsreiche Zweige sind gut angelegtes
Geld.

Gerade für berufstätige Studierende gehören die Bedingungen an
österreichischen Universitäten verbessert. Immerhin arbeiten fast
zwei Drittel der Studierenden während dem Studium, das darauf
abgestimmte Studienangebot fehlt allerdings. Momentan gibt es
berufsbegleitende Studienangebote überwiegend im
Fachhochschulbereich. Dieser sollte daher auch ausgebaut werden. Aber
auch an Unis müssen entsprechende berufsbegleitenden Studien
angeboten werden, selbstverständlich nicht als plattes
Parallelangebot, sondern an die jeweilige universitäre Situation
angepasst. Als Start fordert die AK daher die Einführung von je zwei
Pilotprojekten pro Universität. "Es ist höchst an der Zeit, dass die
Unis entsprechende Angebote machen, aber auch die neue
Wissenschaftsministerin ist gefordert rasch zu handeln. Insgesamt
sind zusätzliche finanzielle Mittel für den notwendigen Ausbau des
tertiären Sektors erforderlich, am 2 Prozent BIP-Ziel muss
fest-gehalten werden", sagt Tumpel.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Ute Bösinger
Tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:[email protected]
wien.arbeiterkammer.at

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