• 11.03.2010, 09:12:53
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ÖAMTC schlägt Alarm - 40 Prozent der Kinder im Auto falsch oder gar nicht gesichert, Teil 1 (+ Foto)

Steirer bei Kindersicherung am gewissenhaftesten, Burgenländer am sorglosesten Wien (OTS) - Die meisten Kinder verunglücken im Straßenverkehr nicht auf der Straße, sondern im Auto. Deshalb hat der ÖAMTC vor Kindergärten und Schulen in ganz Österreich überprüft, wie es mit der richtigen Kindersicherung im Auto bestellt ist. "Das Ergebnis der Erhebung hat unsere schlimmsten Befürchtungen sogar noch übertroffen", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Österreichweit waren nur bei 60 Prozent der überprüften Autos die Kinder richtig gesichert. "Diese Kids saßen in einem altersadäquaten Kindersitz und waren darin ordnungsgemäß angegurtet", erklärt die ÖAMTC-Expertin. "Außerdem öffneten sie richtigerweise den Gurt erst, als das Auto zum Stillstand gekommen war." Im Burgenland konnte eine richtige Kindersicherung in nur 47 Prozent der Fälle beobachtet werden, was unter den neun Bundesländern das Schlusslicht bedeutet. Immerhin 76 Prozent schafften die Steirer und schnitten somit österreichweit "am besten" ab. Bei 23 Prozent der Überprüfungen waren die Kinder unzulänglich, nur mit dem Fahrzeuggurt gesichert. "Bei einer scharfen Bremsung kann ein Volksschulkind schwere Bauch- und Halsverletzungen erleiden und sogar aus dem Gurt rutschen", sagt die ÖAMTC-Expertin. In 17 Prozent der beobachteten Fälle waren die Kinder komplett ungesichert. Beobachtet wurde in den Kalenderwochen 08 und 09/2010 in allen neun Bundesländern auf vier Standorten vor stark frequentierten Schulen und Kindergärten. Als Zeitpunkt wurden die Stoßzeiten (Morgen und Mittag) gewählt, zu denen die meisten Kids per Auto hingebracht oder abgeholt werden. Zwtl.: Ergebnisse der Erhebung in den Bundesländern (gerundet) In Prozent: richtig gesichert / mit Gurt gesichert / nicht gesichert Burgenland: 47 % / 21 % / 32 % Wien: 48 % / 43 % / 9 % Kärnten: 57 %/ 37 % / 6 % Tirol: 61 %/ 6 % / 33 % Niederösterreich: 65 % / 18 % / 17 % Oberösterreich: 66 %/ 22 %/ 12 % Salzburg: 66 %/ 28 %/ 6 % Vorarlberg: 70 % / 23 % / 7 % Steiermark: 76 %/ 9 % / 15 % Österreich gesamt: 60 % / 23 % /17 % Zwtl.: Was sind die Mankos bei der Kindersicherung * Einige kleine Kinder in den überprüften Fahrzeugen saßen auf dem Beifahrersitz, wo sie unzureichend gesichert absolut nichts verloren haben. "Sie waren nur mit dem Fahrzeuggurt gesichert und hatten teilweise ihre Schultaschen am Rücken", schildern die ÖAMTC-Tester. Ein Glück für die Eltern, dass nur der ÖAMTC seine Erhebung durchführte und das kein Polizist gesehen hat. Denn: Bei völlig fehlender oder ganz falscher Kindersicherung droht eine polizeiliche Anzeige. Die Strafen betragen 70 bis 100 Euro, daneben erfolgt eine Eintragung im Führerschein-Vormerksystem. * Einige Kinder knieten oder standen auf der Rücksitzbank, andere purzelten komplett ungesichert durch das Auto, neben sich ungesicherte Schultaschen, die bei einer Bremsung zum Wurfgeschoss werden. * Auch falsch verstandene Nachbarschaftshilfe wurde vom ÖAMTC beobachtet, beispielsweise fünf Kinder, die auf einmal in einem Kleinwagen ohne Kindersitze mitgeführt wurden. * "Zu unserem Erstaunen zeigten Eltern, die ihre Kinder im Auto nicht sichern, dann vor der Schule sehr viel Verantwortungsbewusstsein, indem sie die Kinder persönlich über die Straße führten", wundert sich die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Das kann Gedankenlosigkeit oder Fehleinschätzung des Gefahrenpotenziales sein. Vielleicht wollen auch manche Eltern vor den anderen gut dastehen. Es zeigt vor allem, dass Eltern mehr Gefahr für Kinder auf dem Fußweg erwarten als im "geschützten" Auto. * Manche Eltern sichern ihre Kinder vorbildlich im Auto - und begehen dann andere gefährliche Fehler. "Einige hielten das Auto so an, dass ihre Sprösslinge auf der Fahrbahnseite aussteigen mussten. Nicht auszudenken, wie das ausgeht, wenn sich ein anderes Auto schnell nähert", sagt die ÖAMTC-Expertin. * Es konnte auch beobachtet werden, dass Kinder vorzeitig den Gurt lösten, ohne dass die Eltern auf das falsche Verhalten reagiert hätten. * "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - viele Eltern waren selbst nicht angeschnallt", schildert die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Die Polizei kann in so einem Fall bei einer Anhaltung 35 Euro Strafe vom Gurtmuffel kassieren. "Bei ihrer Erhebung haben die ÖAMTC-Tester Dinge gesehen, die nicht nur den Verkehrsvorschriften widersprechen, sondern jeden verantwortungsvollen Menschen erschüttern müssen", sagt die ÖAMTC-Expertin abschließend. "Es lässt sich auch keine Verbesserung erkennen. Schon im Jahr 2001 hat der ÖAMTC eine ähnliche Erhebung durchgeführt. Die aktuellen Ergebnisse unterscheiden sich von den damaligen nur marginal." Aviso an die Redaktionen: Bildmaterial zu dieser Aussendung ist unter www.oeamtc.at/presse abrufbar. Rückfragehinweis: ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit, Eva Käßmayer, Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218, mailto:[email protected], http://www.oeamtc.at Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/250/aom *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0044 2010-03-11/09:12 110912 Mär 10

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