Wien (OTS) - Parallel zur Welser Energiesparmesse Anfang März
organisierte klima:aktiv, die Klimaschutzinitiative des
Lebensministeriums, ein österreichweites Symposium zum Thema
Energieautarkie für Gemeinden und Regionen. Umweltminister Niki
Berlakovich und namhafte Energie- und KlimaexpertInnen diskutierten
mit BürgermeisterInnen und GemeindevertreterInnen über geeignete
Strategien und Maßnahmen zur kommunalen Selbstversorgung mit Energie.
Berlakovich: "Nur wenn unsere Gemeinden und Regionen erfolgreich den
Weg in die Energieautarkie gehen, kann Österreich als Ganzes sich
diesem Ziel annähern."
Energieautarkie bedeutet die überwiegende Nutzung regional
vorhandener, erneuerbarer Energieressourcen zur möglichst
vollständigen Deckung der Energiebedürfnisse einer Gemeinde oder
Region. Zu den ökologischen Vorteilen kommen ökonomische:
Energieautarkie spart Kosten für importierte Energie und schafft
lokale Arbeitsplätze - welcher Gemeinde sollte das nicht gefallen?
Mit der Umsetzung der "10 Schritte in die Energieautarkie" kann
jede Gemeinde dieses Ziel erreichen. Welche Schritte das sind und wie
sie in der Praxis umgesetzt werden können, war Thema des bisher
größten österreichweiten Symposiums zum Thema Energieautarkie, das
von "klima:aktiv e5" und "vor Ort", den Gemeinde-Programmen der
Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums, speziell für
BürgermeisterInnen, Gemeinderäte und GemeindevertreterInnen am 5.
März 2010 in Wels organisiert wurde. Die Veranstaltung, die parallel
zur Energiesparmesse im außergewöhnlichen Ambiente der Minoriten in
Wels stattfand, war mit mehr als 110 GemeinderepräsentantInnen und 30
ExpertInnen zur Gänze ausgebucht. Während der Vormittag mit
politischen Statements, Expertenvorträgen und Erfahrungsberichten aus
bereits sehr energieeffizienten oder schon energieautarken Gemeinden
gefüllt war, war der Nachmittag der Diskussion und dem Austausch im
Rahmen eines "World Cafés" gewidmet, einer besonders effektiven
Workshopmethode für große Teilnehmerzahlen.
Umweltminister Niki Berlakovich unterstrich bei seinem Auftritt
die Bedeutung der Gemeinden und Regionen für die österreichische
Klimaschutzpolitik und die Bedeutung der "Energieautarkie" als
Leitidee für Österreich: "Die Gemeinden und Regionen sind die Motoren
unserer Klimaschutzpolitik. Nur wenn unsere Gemeinden und Regionen
erfolgreich den Weg in die Energieautarkie gehen, kann Österreich als
Ganzes sich diesem Ziel annähern."
In Vertretung von Minister Berlakovich, der zeitgleich die Welser
Energieparmesse eröffnete, begrüßte Sektionschef Günter Liebel
vormittags die zahlreich erschienen BürgermeisterInnen aus ganz
Österreich zum Symposium. Die Klimaforscherin Prof. Helga Kromp-Kolb
wies in ihrem Eröffnungsvortrag auf die Zusammenhänge zwischen
Treibhausgasen und Erderwärmung hin und bezeichnete Energieautarkie
als einen vielversprechenden möglichen Ausweg aus der
Klimakatastrophe.
Bürgermeister der Energieautarkie-Vorreitergemeinden Güssing
(Peter Vadasz, Burgenland), Langenegg (Georg Moosbrugger, Vorarlberg)
und Windhaag (ehem. Bürgermeister Alfred Klepatsch Oberösterreich)
zeigten in ihren Impulsreferaten unterschiedliche Wege in Richtung
Energieautarkie auf.
Während die Güssinger vor allem im Bereich Energieversorgung aus
erneuerbaren Energien Pioniere waren und sind, setzen die Windhaager
stark auf Windkraft und Bürgerinformation, anschaulich dargestellt
mit dem Energiefass, das die Zusammenhänge in der Energiebilanz einer
Gemeinde zeigt.
Der Langenegger Weg versucht die Synthese aus Energieeffizienz und
Energieversorgung durch Biomasse und Wasserkraft, mit Vorbildwirkung
vor allem im Bereich Passivhaussanierung. Der erste Teil des
Symposiums schloss mit Vorträgen von Thomas Lewis (energieautark
consulting GmbH) zum Thema "Energieautarkes Rathaus" und von Michael
Cerveny (ÖGUT) über den absehbaren globalen Peak-Oil und seine
Auswirkungen.
Im 2. Block des Vormittagsprogramms wurden die Wege zur
Energieautarkie für Gemeinden und Regionen im Detail vorgestellt.
Heimo Bürbaumer (Österreichische Energieagentur, Programmleiter
"klima:aktiv e5"), verantwortlich für Konzeption und Inhalt des
Symposiums, stellte in seinem Impulsvortrag die derzeitige
Energieautarkie-Situation in Österreich vor sowie die Prinzipien,
unter denen Energieautarkie als multiplizierbares Modell für
Gemeinden funktionieren kann.
Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds,
präsentierte für die Teilnehmer des Symposiums das aktuelle
Förderprogramm des Klima- und Energiefonds mit Bezug auf Gemeinden
und Regionen, sowie eine Aussicht auf kommende Ausschreibungen.
Ein weiteres wichtiges Thema neben "Finanzierung und Förderung"
stellt die Beratung und methodische Unterstützung von lokalen
Entscheidungsträgern durch Energie- und Klimaschutzprogramme dar. Die
beiden überregionalen Energie- und Klimaschutznetzwerke Klimabündnis
und e5 wurden durch Co-Veranstalter Fritz Hofer vom Klimabündnis,
sowie Adi Groß, Obmann von "e5 Österreich" und Geschäftsführer des
"Energieinstitut Vorarlberg" präsentiert, für das oberösterreichische
Gemeindeprogramm E-GEM sprach Gerhard Dell, Geschäftsführer des OÖ
Energiesparverbandes.
Johannes Fechner, klima:aktiv Bildungskoordinator stellte
klima:aktiv Profis vor, ein Qualitätssicherungsprogramm für Ingeniere
und Handwerker im Bereich der Energieautarkie, sowie weitere
klima:aktiv Angebote und Informationen für Gemeinden.
Am Nachmittag fand der interaktive Teil des Symposiums, ein "World
Café" mit GemeindeexpertInnen, GemeinderepräsentantInnen sowie
VertreterInnen aus Vorreiterregionen, wesentlicher klima:aktiv
Programme und Klimaschutznetzwerke statt. In einer lockeren,
kreativen Atmosphäre nach Art eines Cafés wurde in Gruppen thematisch
aufgeteilt nach den "10 Schritten in die Energieautarkie" Chancen,
Hindernisse, Lösungsansätze und Strategien des jeweiligen Schrittes
für Gemeinden und Regionen erarbeitet. Jeder Gemeinderepräsentant
konnte insgesamt an 3 Tischen teilnehmen. Die gesammelten Ergebnisse
wurden zum Abschluss von den TischgastgeberInnen dem Plenum
präsentiert. Moderiert wurde das World Café von Stephan Fickl
(Österreichische Energieagentur, klima:aktiv Dachmanagement) und
Heimo Bürbaumer.
Fotos der Veranstaltung finden Sie unter
www.klimaaktiv.at/energieautarkie/symposium
Über e5
"e5- Programm für energieeffiziente Gemeinden" ist ein Programm
zur Qualifizierung und Auszeichnung von Gemeinden im Bereich
Energieeffizienz und Klimaschutz. Kaum eine andere Initiative kann
auf Gemeindeebene einen ähnlich erfolgreichen wie umfassenden und
konsequenten Ansatz vorweisen. Das e5-Programm wird mittlerweile in
sechs Bundesländern von den jeweiligen Landesprogrammträgern
umgesetzt. Die Österreichische Energieagentur betreibt die nationale
Geschäftsstelle. Zentrale Ziele sind die Verbreitung des Programms in
alle Bundesländer, die Erhöhung der Anzahl der Gemeinden, die
Qualitätssicherung der Programminhalte und die Koordinierung auf
europäischer Ebene. klima:aktiv, die Klimaschutzinitiative des
Lebensministeriums, unterstützt die bundesländerübergreifenden
Aktivitäten des e5-Programms.
Rückfragehinweis:
~
www.klimaaktiv.at/energieautarkie/symposium
www.e5-gemeinden.at
www.european-energy-award.org
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Mag. Heinrich Sigmund
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24
E-Mail: pr@energyagency.at
Web: www.energyagency.at
~
http://www.ots.at/pressemappe/2596
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