OTS0304 / 10.03.2010 / 16:06 / Channel: Politik / Aussender: Kurier
Stichworte: EU / Euro-Zone / Europa / Griechenland / Lissabon-Vertrag / Pressestimmen


"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Absurder Vorschlag"

Utl.: Griechenland aus der Euro-Zone zu werfen ist der Beginn vom Ende der EU. =


   Wien (OTS) - Für seine provokanten Thesen ist der deutsche Ökonom
Hans-Werner Sinn bekannt. Jetzt verlangt  er von der  Regierung in
Athen, die Euro-Zone zu verlassen (siehe Interview Seite 9) zum
Vorteil und für die Stabilität Griechenlands und der  Währungsunion.
   Das ist eine radikale Forderung, auf die der  EU-feindliche
Stammtisch sicher positiv reagiert. 
   Der Sinn-Plan ist mit der politischen Realität der EU und  dem
Lissabon-Vertrag unvereinbar. Hier heißt es im Artikel 3, Absatz 3:
"Die Europäische Union fördert den 
wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt und die
Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten." 
   Daraus leitet sich wohl ab, was das Gebot der Stunde der
EU-Partner gegenüber Griechenland ist. Versteht man die  Union der 27
 als politische Einheit, muss es eine gemeinsame  Problemlösung
geben. Wichtiger für die Stabilität der Euro-Zone und der EU ist
derzeit Haushaltsdisziplin in allen Ländern, eine enge
wirtschaftspolitische Kooperation und Fesseln für Zocker, die in der
Marktwirtschaft nichts verloren haben. 
   Nur wenn man die EU stark vereinfacht betrachtet, ist der
Euro-Ausschluss eine Option. Denkt man  weiter, wird beim nächsten
Problem eines Landes der Austritt verlangt. Diese Strategie wäre das
Ende der EU.
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OTS0304    2010-03-10/16:06
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