- 10.03.2010, 12:29:21
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Darabos: Aufarbeitung der Vergangenheit ist unsere moralische und politische Pflicht
Müssen bei Aufarbeitung der Vergangenheit Vorreiterrolle einnehmen
Wien (OTS/SK) - "Ich halte es für wichtig und richtig unsere
Geschichte aufzuarbeiten und im Zuge dieser Aufarbeitung unsere
politische, moralische und ethische Verpflichtung aufzuzeigen",
betonte Verteidigungsminister Norbert Darabos am Mittwoch im Rahmen
der Präsentation der Untersuchungsergebnisse über die Ereignisse in
der ehemaligen SS-Kaserne Wetzelsdorf in Graz gegen Ende des Krieges.
Aufgrund der Vermutung, dass sich auf dem Gelände der heutigen
Belgier-Kaserne in Graz, der früheren SS-Kaserne Wetzelsdorf, noch
sterbliche Überreste von Personen befinden, die von der SS gegen Ende
des Krieges ermordet wurden, wurde dieses Projekt 2008 vom
Verteidigungsminister in Auftrag gegeben und kürzlich abgeschlossen.
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Darabos sieht es als seine Pflicht an, dass die Verbrechen, die
während des NS-Regimes begangen wurden, untersucht und genauestens
aufgearbeitet werden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass in
Österreich gerade eine Diskussion um Bewerber für das höchste Amt im
Staat geführt werde, die sich nicht in adäquater Weise von den
Verbrechen der Nationalsozialisten distanzieren, so Darabos, der
betonte: "Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, eine Vorreiterrolle
einzunehmen und uns mit der verbrecherischen Vergangenheit in
Österreich zu beschäftigen, uns daran zu erinnern und diese
aufzuarbeiten."
Erstmals Zugang zu versperrten US-Archivbeständen
Das Forschungsteam mit Dieter Binder, Georg Hoffmann und
Nicole-Melanie Goll hat die Vorgänge in der Kaserne von März und
April 1945 genau untersucht und rekonstruiert. Das Forschungsteam
habe erstmals Zugang zu den Archivbeständen in den USA, die bisher
versperrt wurden, erhalten. Somit konnten neue Erkenntnisse der
Aufarbeitung in dieser Frage erlangt werden, erklärte Darbos, der die
Forschungsergebnisse präsentierte.
Sterbliche Überreste von NS-Opfern werden in zugeschütteten
Bombenkratern vermutet
"Durch neu ausgewertete Luftbildaufnahmen kann mit hoher
Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass sich auf dem Areal der
jetzigen Belgier-Kaserne in Graz in ehemaligen zugeschütteten
Bombenkratern die sterblichen Überreste von Opfern des NS-Regimes
befinden", erklärte der Verteidigungsminister. Darüber hinaus könne
aus den Forschungsergebnissen abgeleitet werden, dass sich zwei an
den damaligen Verbrechen maßgeblich beteiligte Täter, welche
möglicherweise noch leben könnten, über Deutschland abgesetzt haben.
Des Weiteren werden die sterblichen Überreste von alliierten Soldaten
in den Bombekratern vermutet. "Die notwendige Weiterverarbeitung der
Kenntnisse bedarf nun einer koordinierten und gemeinsamen
Vorgehensweise mit den hierfür verantwortlichen Ministerien wie
Innen-, Außen- und Justizministerium", betonte Darabos.
Darabos: Müssen Opfern und ihren Familien Respekt zollen
Darabos hält es für wichtig, dass diese Studien der Öffentlichkeit
präsentiert werden und dass sich Österreich der Verantwortung, die es
für die Vorgänge zwischen 1938 und 1945 zu tragen hat, stellt. "Auch
wenn es vielleicht Manchen in Österreich nicht gefällt, so haben wir
doch eine Mitschuld zu tragen. Auch ein Österreicher ist hier
betroffen und als Täter einzustufen", erklärte der
Verteidigungsminister und unterstrich: "Es geht um eine Aufarbeitung
der Ereignisse zwischen 1938 und 1945 in Österreich. Vor allem aber
geht es um die Opfer und ihre Familien. Wir müssen ihnen den Respekt
zollen, den sie verdienen." (Schluss) ab
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