• 10.03.2010, 12:06:45
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Frauenministerin Heinisch-Hosek: Nutzen wir die Macht, um auch anderen Frauen zur Spitze zu helfen

Die Frauenministerin lud Österreichs Spitzenfrauen ins Palais Dietrichstein

Wien (OTS) - "Es ist das erste Mal, dass ich als Frauenministerin
in dieser Form das Gespräch mit Frauen in Toppositionen aus
Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien führe", sagte Gabriele
Heinisch-Hosek zur Begrüßung . "Doch es ist höchste Zeit".
Heinisch-Hosek freute sich, dass an die 200 Frauen in
Spitzenpositionen ihrer Einladung gefolgt sind: darunter etwa Wiens
Baudirektorin Brigitte Jilka, Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Mitglied
des Vorstands des Verbunds, die Sängerin Valerie, die Chefredakteurin
des ORF Niederösterreich Christiane Teschl, Doris Felber und
Gabriele Ströck von den beiden gleichnamigen Bäckereien, Andrea
Dungl-Zauner des Willi Zauner Gesundheitszentrums, Marion Pelzel von
Estee Lauder, Gundi Wendtner von Deloitte, Edith Hlawati,
Aufsichtsrätin eines großen österreichschen Unternehmens oder die
Rektorin der Anton Bruckner Musikuniversität Marianne Betz. Umrahmt
wurde der Abend von den Jazz-Musikerinnen der Formation DIDA - Ladies
in Jazz und für kulinarische Genüsse sorgte BioCatering Austria - ein
Catering-Unternehmen von Niederösterreichischen Info-Biobäuerinnen.

"Das ist hier die geballte Kraft an weiblichem Erfolg an der Spitze,
sie haben es geschafft", sagte Heinisch-Hosek. "Leider ist es nicht
immer so, dass Frauen jene Positionen erreichen, die sie verdienen."
Es sei nicht angenehm, dass Österreich innerhalb Europas an
vorletzter Stelle stehe, wenn es um gleichen Lohn für gleiche Arbeit
gehe. Es sei traurig, dass noch immer zwei Drittel der Haus- und
Familienarbeit bei den Frauen liege, obwohl die Frauen so gut
ausgebildet seien wie nie zuvor und so stark im Berufsleben stehen
würden wie nie zu vor. Und es sei ernüchternd, wie wenige Frauen in
den Spitzengremien von Wirtschaft, Wissenschaft und Medien vertreten
sind.

Es gebe zwar das Bild der "modernen Trümmerfrauen", die "es nach
Finanzcrash und Wirtschaftskrise wieder richten sollen, wie die
isländische Premierministerin oder die deutsche Bundeskanzlerin."
Trendforscher sprächen gar davon, dass das Jahrhundert der Frauen
angebrochen sei, doch in Österreich zeige sich ein völlig anderes
Bild: "Die Männer in Spitzenpositionen schließen die Reihen meist
dicht und sind schon wieder damit beschäftigt, die Machtverhältnisse,
wie sie vor der Wirtschaftskrise bestanden haben, wieder
herzustellen."

Und Männer sorgen auch dafür, dass die Gehaltsunterschiede weiterhin
verschleiert werden. "Wissen Sie, was Ihre männlichen Kollegen
verdienen? Meist herrscht das große Schweigen über Gehaltsstufen und
Sonderverträge." Die Ministerin erinnerte daran, dass sie schon von
vielen Frauen in der Wirtschaft gehört habe, dass die männlichen
Kollegen das größere Zimmer, das größere Dienstauto oder auch die
höheren Boni bekommen würden.

"Ich als Frauenministerin will in Österreich auch die
innerbetriebliche Kultur ändern", sagte Heinisch-Hosek. "In anderen
Ländern gibt es zum Beispiel Karenz- oder ein
Wiedereinstiegsmanagement. Und auch Teilzeitarbeit in
Führungspositionen ist anderswo Gang und Gäbe. Das alles ist in
Österreich noch kaum üblich."

"Sie alle sind für Frauen, die es noch nicht geschafft haben,
Vorbilder", appellierte die Ministerin an die Gäste. "Machen Sie
Lobbying für Frauen, werden sie Mentorinnen. Wir brauchen mehr Frauen
in Top-Positionen, damit die Entscheidungen vielfältiger werden und
die Wirtschaft erfolgreicher wird." Studien hätten gezeigt, dass ein
höherer Frauenanteil in Führungspositionen und mehr Gleichstellung am
Arbeitsmarkt um ein Drittel höheres Wirtschaftswachstum bringen
könnte. "Es ist doch unsinnig, dieses Potential nicht zu nützen, ich
plädiere daher für eine gesetzlich verankerte Frauenquote. Es ist
nicht einzusehen, dass es bei uns eine 90-prozentige Männerquote in
Aufsichtsräten gibt. Ohne Quote geht es meiner Meinung nach nicht,
denn die Männer zeigen einfach zu wenig Bereitschaft, Frauen mehr
Einfluss zu gewähren", so die Ministerin abschließend.

Rückfragehinweis:
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Mag. Dagmar Strobel
Tel.: (01) 531 15 - 2149
mailto:[email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/56

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