- 10.03.2010, 09:43:02
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Seeber: Klimaschutz ist nur mit den Bürgern machbar
Hedegaard hat Handlungsbedarf für mehr Bürgerbeteiligung
Strassburg, 10. März 2010 (OTS) "Europa hat in Kopenhagen nicht
bekommen, was wir wollten: Ein verbindliches internationales
Abkommen. Jetzt müssen wir uns genau überlegen, wie wir dieses Ziel
in einem zweiten Schritt doch noch erreichen können. Die EU muss
dafür stärker mit einer Stimme sprechen und eine schlagkräftige
Klimadiplomatie erarbeiten. Dazu sind Bündnisse mit den großen
Industriestaaten der Welt sowie den progressiveren
Entwicklungsländern notwendig", richtet EVP-Umweltsprecher Dr.
Richard Seeber einen klaren Auftrag an die neue EU-
Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard. Bei der ersten
Plenardiskussion mit Hedegaard über die Neubelebung der Klimadebatte
forderte Seeber aber auch mehr Bürgerinformation ein: "Klimaschutz
ohne breite Beteiligung der Öffentlichkeit und eine umfassende
Information der Bürger ist nicht machbar. Hier hat Hedegaard
Handlungsbedarf", so Seeber. ****
Auf internationaler Ebene sei Cancun die nächste Chance, um
internationale verbindliche Ziele zu vereinbaren. Europa müsse aber
mit realistischen Zielen und ohne Wettbewerb der Zahlen in die
Verhandlungen gehen. "Ein gemeinsam realisierbares Ziel mit konkreten
Vorstellungen ist wichtiger als utopische Forderungen. Ein
verbindliches Abkommen wäre eine Riesenchance für unsere Wirtschaft.
Europa muss sich der Herausforderung einer weltweiten Führerschaft
in der Klimapolitik stellen. Ressourceneffizienz muss unabhängig vom
Klimawandel weiterbetrieben werden", so der Umweltsprecher der
größten Fraktion des Europaparlaments.
Kopenhagen dürfe aber nicht nur als gescheitert gesehen werden:
"Wir haben auch positive Verhandlungsergebnisse wie die ausdrückliche
Aufnahme des 2-Grad-Ziels oder die Tatsache, dass die Entwicklungs-
und Schwellenländer und auch die USA - von ihnen selbst eingeräumt -
eine gemeinsame Verantwortung tragen wollen. Sie haben die
Notwendigkeit zu der Verpflichtung anerkannt und wollen Maßnahmen
zur Verringerung der Emissionen ergreifen", sieht Seeber auch
internationale Fortschritte in der Klimapolitik.
Ein Fonds in Höhe von rund 100 Milliarden Euro von den
Industrieländern bis 2020 sowie weitere rund 30 Milliarden Euro für
Entwicklungsländer in den nächsten drei Jahren (2010-2012) sollen
zudem zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen. Ein weiterer Erfolg
sei die Einrichtung eines 'Green Climate Fund' für Projekte im
Zusammenhang mit Abholzung und Waldschädigung in Entwicklungsländern.
"Abholzung und Waldschädigung erzeugen mehr Treibhausgase. Gesunde
Wälder können Treibhausgasemissionen verstärkt beseitigen. Die
Einrichtung derartiger Mechanismen sowie der Austausch entsprechender
Technologien ist von sehr großer Bedeutung. Erreichen werden wir die
Klimaziele aber nur gemeinsam - und dazu gehören nicht nur
Verhandlungsführer, sondern vor allem auch die Bevölkerung und die
betroffenen Unternehmen", so Seeber abschließend.
Rückfragen: Dr. Richard Seeber MEP, Tel.: +33-3-8817-5468
([email protected]) oder
Mag. Andrea Strasser, EVP Pressedienst, Tel.: +32-473-311175
([email protected])
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/165
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