OTS0317 / 09.03.2010 / 21:18 / Channel: Politik / Aussender: Kathpress
Stichworte: Iby / KATHPRESS / Kirchen / Missbrauch


Iby: Fehler in Vergangenheit aber jetzt konsequentes Handeln


utl: Eisenstädter Bischof nahm in ORF Sendung "Burgenland heute" zum 
jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfall eines Kapuzinerpaters 
Stellung =
   Eisenstadt, 09.03.10 (KAP) Der Eisenstädter Bischof Paul Iby hat am 
Dienstagabend in der ORF Sendung "Burgenland heute" zu dem jüngst 
bekannt gewordenen Missbrauchsfall eines Kapuzinerpaters Stellung 
genommen. Iby räumte ein, dass hier in der Vergangenheit Fehler 
gemacht wurden, wofür er sich entschuldigen wolle. Zugleich kündigte 
der Eisenstädter Diözesanbischof nun aber rasches und konsequentes 
Handeln an. 
Der betreffende Geistliche soll nach einem Bericht der Wochenzeitung 
"Der Falter" in den späten 1970er und 1980er Jahren als Pfarrer in 
der Oststeiermark bis zu zwanzig Kinder und Jugendliche beiderlei 
Geschlechts sexuell missbraucht oder belästigt haben. Seit über 20 
Jahren ist er nun im Burgenland als Pfarrer tätig. Der Beschuldigte 
hat die mittlerweile verjährten Vorfälle bestätigt. 
Bischof Iby räumte ein, dass er zwar vor etwa 12 Jahren mit den 
Vorfällen konfrontiert worden sei, damals aber über das ungeheure 
Ausmaß nicht Bescheid gewusst habe. Deshalb habe er sich für eine 
kurze Psychotherapie für den Betroffenen entschieden. Aus heutiger 
Sicht hätte er ganz anders gehandelt und den Priester sofort von 
allen Dienst freigestellt. Jetzt würden auch rasch Konsequenzen 
gezogen und die dafür zuständige diözesane Kommission sei auch 
bereits aktiv, so Bischof Iby. 
Er verwies auch auf die jüngste Erklärung der österreichischen 
Bischöfe, wonach die Bischöfe den Opfern ihre volle Unterstützung 
zusagen und zugleich die Täter in die Pflicht nehmen, sich ihren 
Taten zu stellen. Er bezweifle sehr, so der Bischof weiter, dass der 
nun betroffene Geistliche in seiner burgenländischen Pfarre bleiben 
werde. 
Stimmen, wonach etwa der Zölibat ein Hauptgrund für die vielen 
Missbrauchsfälle unter Priestern sei, wollte Iby so nicht gelten 
lassen. Die zölibatäre Lebensform verlange von jenen, die sich dazu 
verpflichten, "sehr viel ab", zugleich habe diese Lebensform aber 
auch "wirklich gute Seiten", so der Bischof. 
 (forts. mgl.) gpu/
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