St. Pölten (OTS/NLK) - "Sucht ist eine psychische Erkrankung, die
eine Ursache hat und als solche behandelt und bekämpft werden muss",
erklärt Landesrat Mag. Johann Heuras. Zur Umsetzung des NÖ
Suchtplanes hat die NÖ Landesregierung in ihrer heutigen Sitzung eine
Förderung für das Jahr 2010 in der Höhe von rund 4,3 Millionen Euro
beschlossen.
"Bereits im Vorjahr wurde der Ausbau der 23 Suchtberatungsstellen
in Niederösterreich abgeschlossen", erinnert Heuras, der auch betont:
"Die Suchtproblematik nimmt weiter zu. Wir leben in einer
Leistungsgesellschaft, der Druck auf Einzelne wird immer größer und
viele können diesem nicht mehr Stand halten. Ob bei legalen Drogen
wie Alkohol oder Nikotin, oder bei illegalen Substanzen, die Devise
muss Hinschauen statt Wegschauen heißen."
Für den Landesrat ist diese Förderung eine wichtige Hilfe, da "die
Betroffenen auf sich alleine gestellt nur schwer aus der Suchtspirale
entkommen können". Weltweit wird die Zahl der Menschen, die
illegalisierte Substanzen konsumieren auf rund 200 Millionen
geschätzt. In Niederösterreich sind geschätzte 164.000 Menschen von
Nikotin, 64.500 von Alkohol, 21.000 von Medikamenten und 3.000 bis
5.000 Personen von illegalen Suchtmitteln abhängig. Geschätzte 1.300
Personen befinden sich in einem Substitutionsprogramm.
In Niederösterreich werden Betroffene und Angehörige von
Diplomsozialarbeitern, Fachärzten und Psychotherapeuten beraten und
betreut. Die Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und
Beratung ist die Drehscheibe aller Maßnahmen die im NÖ Suchtplan
vorgesehen sind. Die Angebote beginnen bereits im Kindergarten, wo
Pädagoginnen fachlich geschult werden und reichen bis hin zu
Projekten mit Eltern, Schulen, Bundesheer, Gemeinden und Betrieben.
In über 500 Projekten wurden allein im Vorjahr über 34.000 Personen
erreicht.
Die Suchtberatung wurde seit 2002 stetig ausgebaut. Seit 1.
Dezember 2006 ist die flächendeckende Versorgung durch die drei
Träger "Anton Proksch Institut", "Caritas der Diözese St. Pölten" und
"Psychosoziale Zentren GmbH" in Niederösterreich gegeben. Zusätzlich
besteht ein Vertrag mit dem "Verein Dialog", der eine zusätzliche
Versorgung von niederösterreichischen PatientInnen ermöglicht.
Weitere Informationen: Fachstelle für Suchtvorbeugung,
Koordination und Beratung, Dr. Ursula Hörhan, Telefon 02742/314 40,
e-mail office@suchtkoordination-noe.at, www.suchtkoordination-noe.at.
Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12174
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OTS0277 2010-03-09/16:21
091621 Mär 10
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