• 09.03.2010, 16:06:17
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"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Ewige Skandal-Wunden"

Missbrauchs-Fälle ohne Ende: Warum die Kirche nicht zur Ruhe kommt.

Wien (OTS) - Der Fall ist eine halbe Ewigkeit her, den der
53-Jährige immer noch hörbar gequält im Ö1-Morgenjournal erzählte:
Ein Mönch habe ihn als Teenager bei einem Ausflug derart missbraucht,
dass er bis heute darunter leidet (Bericht Seite 19). Dieser war
nicht der einzige Täter in diesem Salzburger Kloster, er nicht das
einzige Opfer. Seit in Deutschland eine Kirchen-Internat nach dem
anderen zum Skandalfall wird, brechen urbi et orbi alte Wunden wieder
auf.
Ein Muster, das hierzulande seinen Ausgang nahm. Als 1995 ein
ehemaliger Zögling zwanzig Jahre nach dem Vorfall den Mut fasste, den
damaligen Wiener Kardinal Hans Hermann Groer als Kinderschänder zu
outen, trat er erstmals eine Welle von Enthüllungen los.
Die Auslöser des kirchlichen Bebens reichten von Chicago bis
Sydney. Dieser quälende Skandal-Kreislauf wird noch lange kein Ende
nehmen, wenn die Kirchenführung sich nicht zu einem doppelten
Befreiungsschlag durchringt. Sie muss endlich auf alle noch stummen
Opfer der Vergangenheit aktiv und offen zugehen. Und gleichzeitig bei
Kinderschändern aller Unart den Irrglauben ausmerzen, sie könnten
hinter Kirchenmauern auch in Zukunft ein attraktives Versteck finden.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
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