OTS0163 / 09.03.2010 / 12:33 / Channel: Politik / Aussender: ÖVP Bundesparteileitung
Stichworte: EU / Europäischer Währungsfonds / Karas / Wirtschaft / ÖVP


Karas: Europäischer Währungsfonds ist kein Bankomat =


   Utl.: Probleme nicht mit Geldspritzen lösbar - nachhaltige Lösungen 
erforderlich =
Strassburg, 9. März 2010 (OTS) EVP-Vizepräsident Mag. Othmar Karas 
steht der Idee eines Europäischen Währungsfonds (EWF) grundsätzlich 
positiv gegenüber. Für eine effiziente Krisenfeuerwehr in der Euro-
Zone müssten aber noch viele Fragen geklärt werden. "Ein 
Währungsfonds ist kein Bankomat mit unbegrenztem Kreditrahmen für 
überschuldete Länder. Der Währungsfond macht nur Sinn, wenn er direkt 
der EU-Kommission unterstellt ist und nicht von den EU-
Finanzministern als Machtinstrument missbraucht wird", betonte Karas. 
"Im Vordergrund muss auch weiterhin die Aufgabe für alle 
Mitgliedstaaten stehen, ihrer Verantwortung nach einem vernünftigen 
und sparsamen Staatshaushalt nachzukommen." Karas unterstrich, dass 
die bisherigen Instrumente unzureichend seien, um mit Situationen wie 
aktuell in Griechenland umgehen zu können. "Ein EWF nach dem Modell 
des Internationalen Währungsfonds wäre daher durchaus begrüßenswert. 
Das wäre ein genereller Beitrag zum Schutz des Euro vor Spekulationen 
und würde so zur Stabilität Europas beitragen", so der EVP-Sprecher 
des Krisenausschusses des Europäischen Parlaments. ****
Die Europäische Union müsse in ihrer Währungspolitik weiterhin 
souverän bleiben. "Ein Europäischer Währungsfonds bedeutet daher dann 
auch eine Absage an eine Unterstützung durch den Internationalen 
Währungsfonds oder gar bilaterale Schenkungen", so Karas weiter. Die 
Eurozone könne so stärker agieren und behielte ihre Unabhängigkeit. 
Er forderte jedoch auch die Einführung von Sanktionsmöglichkeiten. 
"Ein Stimmrechtsentzug in der Eurogruppe sollte angedacht werden. 
Derartige Sanktionen sind sinnvoller als jegliche Art von Geldbußen. 
Es kann nicht sein, dass die Schulden anderer Länder ganz ohne 
Konsequenzen bezahlt werden", betonte Karas. "Auch in der 
Finanzpolitik ist ein Europa der zwei Geschwindigkeiten aber 
abzulehnen. Wir brauchen Lösungen für die gesamte Union und nicht nur 
für einen Teil. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt und die neue 
EU2020-Strategie müssen weiterhin Kriterien für alle  EU-Länder 
sein." 
Auch eine mögliche künftige Vertragsänderung müsse überprüft werden, 
um in der Euro-Zone besser agieren zu können. "Wir müssen aber zuerst 
aus der Griechenlandkrise unsere gesamteuropäischen Lehren ziehen - 
und uns in einem weiteren Schritt mit den zur Verfügung stehenden 
Instrumenten beschäftigen. Zu viele Fragen sind noch offen. Bei 
derartig wichtigen wirtschaftspolitischen Entscheidungen darf es zu 
keinen übereilten Kurzschlusshandlungen kommen. Ich bin gespannt, mit 
welchen konkreten Vorschlägen die Kommission heute aufwarten wird", 
so Karas abschließend. 
Rückfragen: Mag. Othmar Karas MEP, Tel.: +33-3-381-75627 
(othmar.karas@europarl.europa.eu) oder
Mag. Andrea Strasser, EVP Pressedienst, Tel.: +32-473- 311175 
(andrea.strasser@europarl.europa.eu)
http://www.ots.at/pressemappe/165
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0163    2010-03-09/12:33
091233 Mär 10
NVP0001 0385