OTS0128 / 09.03.2010 / 11:33 / Channel: Chronik / Aussender: ÖBB Österreichische Bundesbahnen
Stichworte: Bahn / Naturschutz / Tirol / Umwelt / Verkehr / Vorarlberg / ÖBB


ÖBB - 6.000 Züge mehr für Österreich

Utl.: Bahnstromgewinnung ist dringend notwendig für umweltfreundliche Mobilität der Zukunft - Projekt nutzt bestehende Anlagen um zusätzlichen Bahnstrom zu erzeugen =


   Innsbruck (OTS) - Beim geplanten ÖBB-Kraftwerksprojekt "Beileitung
Ost" kann, durch die dynamische Ableitung von geringen Wassermengen
aus den Lechzuflüssen (Pazuelbach und Zürsbach) in den Spullersee,
mit bestehenden Kraftwerksanlagen mehr Bahnstrom aus heimischer
Wasserkraft erzeugt werden. Die Energieproduktion der beiden ÖBB
Kraftwerke Spullersee und Braz in Vorarlberg - wo das Wasser
abgearbeitet wird - kann mit diesem Projektvorhaben von 150 auf 200
Gigawattstunden erhöht werden. Diese Leistungssteigerung entspricht
dem Strombedarf von 6.000 Zügen auf der Strecke Innsbruck - Wien oder
fast 17 Prozent des jährlichen Bahnstrombedarfs in Tirol und
Vorarlberg. Der Lechfluss bleibt beim ÖBB-Projekt in seiner Flussform
nahezu unberührt, da keine neuen Infrastrukturanlagen gebaut werden
müssen. Im aktuellen Vorhaben sorgen die ÖBB für klare Transparenz
und planen eine jahreszeitabhängige Wasserentnahme. Durch die
geringen Entnahmemengen ändert sich die Wassertiefe höchstens um
wenige Millimeter. Vogelarten wie  z.B. der Gänsesäger werden dadurch
in ihrer Lebensweise und ihrem Lebensraum nicht beeinflusst. Am
Oberlauf des Lechs wird zudem eine neue transparente Pegelmessstelle
eingerichtet, um Fließwassermenge und chemische Zusammensetzung für
jeden Bürger einfach ersichtlich zu machen. Bevor die Grenzwerte
erreicht werden, stoppen die ÖBB die Wasserentnahme zur
Stromerzeugung. Beim Projekt, in das die ÖBB über 30 Millionen Euro
investieren, wird kein neues Kraftwerk errichtet, sondern die
bestehende Infrastruktur optimiert. Der vorhandene Speicher
Spullersee kann somit die Bahnstromerzeugung aus der übergeleiteten
Wassermenge bedarfsgerecht produzieren.
Steigerung der Eigenversorgung mit Bahnstrom auf 50% als Ziel
Insgesamt geht es den ÖBB, die mit 456 Mio. Fahrgästen und über 98
Mio. Tonnen beförderten Gütern im Jahr 2008 der größte
Mobilitätsanbieter im Land sind, um den Ausbau der Eigenversorgung
durch Bahnstrom. Der Bahnstrombedarf beträgt aktuell rund 2 Mio.
Megawattstunden pro Jahr, rund 1/3 davon wird in eigenen
ÖBB-Kraftwerken erzeugt. Um europäische Klimaschutzziele zu
erreichen, muss mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert
werden. Der Treibstoff für die umweltfreundliche Mobilität der
täglich rund 7.500 Züge im ÖBB-Netz ist der Strom aus heimischer
Wasserkraft. Bis 2016 werden insgesamt 700 Mio. Euro in den Ausbau
und die Effizienzsteigerung der ÖBB Kraftwerke investiert. Mit der
zusätzlichen Produktion soll in den nächsten Jahren die Hälfte des
zukünftigen Bahnstrombedarfs aus eigener Kraft abgedeckt werden. Ein
Nebeneffekt der Investitionen: Laut Berechnungen des IHS (Institut
für Höhere Studien) entstehen mit den gesamten Investitionen bis 2016
zusätzlich 570 neue Arbeitsplätze.
Naturschutz bleibt im Fokus - "Allianz für das Lechtal" geschlossen
Im Lechtal sind zudem umfangreiche ökologische Begleitmaßnahmen am
Lech im Projekt bereits vorgesehen. Basis ist das
Gewässerentwicklungskonzept, das im Rahmen des von der Europäischen
Union mitfinanzierten Life-Projekts "Wildflusslandschaft Tiroler
Lech" konzipiert wurde. Im Mittelpunkt steht dabei die Lechaufweitung
und Strukturierung bei Vorderhornbach. Neun weitere Maßnahmen zielen
zudem auf die Verbesserung der Fischpassierbarkeit bei den
Seitengewässern ab. Im gesamten Projekt arbeiten die ÖBB mit
anerkannten Gewässerökologen zusammen. Die Bemessung der
Restwassermengen an den direkt betroffenen Bächen im Vorarlberger
Teil des Lecheinzugsgebietes erfolgt so, dass bereits in diesen
Bächen keine Änderung des ökologischen Zustandes zu erwarten ist.
Dies gilt entsprechend den wesentlich höheren Abflüssen umso mehr für
den nachfolgenden Lech im Tiroler Gebiet. Dynamik der Flusslandschaft
und die davon abhängigen Lebensräume und Arten bleiben erhalten. Das
Investitionsvolumen allein für das ökologische Maßnahmenpaket liegt
bei mehr als zwei Millionen Euro. Ein weiterer wichtiger Punkt ist
die positive Zusammenarbeit mit der Region. So wurde mit allen
vierzehn Gemeinden des Planungsverbandes "Oberes Lechtal" eine
"Allianz für das Lechtal" geschlossen. Zweckgebundene
Interessentenbeiträge werden in umwelt-, tourismus- und
verkehrsrelevante Vorhaben im Bereich des Verbandes fließen. 
ÖBB setzen weiterhin auf Information und Gespräche
Die ÖBB als Projektbetreiber setzen weiterhin auf aktive und direkte
Information. So wurde die Bevölkerung bei einer Bürgerveranstaltung
im Tiroler Lechtal bereits im Herbst 2009 umfassend und direkt
informiert. Auf der eigenen Homepage unter www.oebb.at/kraftwerke
wird der jeweilige Projektfortschritt aktiv an die Öffentlichkeit
kommuniziert. Auch gegenüber den Interessenvertretern der
Agrargemeinschaften Alpe Pazüel-Tritt und Alpe Zürs aus Vorarlberg 
setzt die Projektleitung weiter auf intensive Gespräche. Unser Ziel
ist eine positive Einigung mit den verschiedenen
Interessenvertretern. Eine breite Akzeptanz ist für eine gute
zukünftige Zusammenarbeit unerlässlich. Als nächster Schritt wird es
weitere Gespräche geben, zudem werden die noch ausstehenden
Behördenverfahren vorangetrieben. Im Frühjahr ist eine Pressefahrt
für Journalisten in die Projektregion am Spullersee geplant. "Es geht
uns darum, das konkrete Projektvorhaben in der Natur zu zeigen, denn
Bilder sagen mehr als tausend Worte", so Federspiel. Der aktuelle
Zeitplan sieht für Mitte 2011 den Beginn der Projektumsetzung vor.
Die Beileitung Ost im Detail - Energieeffizienz im Vordergrund
Der Überleitungsstollen wird rund 5,4 Kilometer lang sein. Das Wasser
wird durch die Beileitung, die unterirdisch verläuft, in den
bestehenden Speicher Spullersee geleitet und mit einer Fallhöhe von
insgesamt 1.100 Meter über Druckrohrleitungen dem Kraftwerk
Spullersee zur Bahnstromproduktion zugeführt. Damit wird in punkto
Umwandlungseffizienz einer der besten Werte aller aktuellen
Kraftwerksprojekte in Österreich erzielt. Das durch die Beileitung
Ost in den Spullersee zugeleitete Wasser stammt aus dem Pazuelbach
und dem Zürsbach.
ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Mit rund 42.000 MitarbeiterInnen, rund 3.500 davon in Tirol
und Gesamterträgen von 5,8 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein
wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Im Jahr 2008 wurden von den
ÖBB 456 Mio. Fahrgäste und 98,5 Mio. Tonnen Güter transportiert.
Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.  
Rückfragehinweis:
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   Rene' Zumtobel
   ÖBB-Holding AG
   Pressesprecher Tirol/Vorarlberg
   Tel.: +43 512 93000 2110
   e-mail: rene.zumtobel@oebb.at
   
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http://www.ots.at/pressemappe/140
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