- 09.03.2010, 11:02:09
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Industrie: Investitionen in Innovation sind Jobs von morgen
IV-GS Beyrer: Forschungsprämie auf 12 Prozent erhöhen - Krise auch als Chance wahrnehmen - Kircher-Kohl: Innovationsbegriff erweitern
Wien (OTS/PdI) - "Wir müssen die Krise auch als Chance wahrnehmen,
um die Neupositionierung Österreichs im Innovationsbereich heute zur
entscheidenden Mission für den Industrie- und Arbeitsstandort zu
machen. Es geht darum, uns zum Innovation Leader weiter zu
entwickeln", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung
(IV) Mag. Markus Beyrer heute, Dienstag, bei der gemeinsamen
Innovationsveranstaltung "Future Innovation Trends" von
Industriellenvereinigung, der österreichischen
Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), 3M Österreich GmbH und des
Vereins zur Förderung von Forschung und Innovation (vffi). Dies sei
gerade jetzt besonders wichtig: "Draußen mag der Frühling einziehen.
Echte konjunkturelle Frühlingsgefühle haben wir in der Industrie aber
noch nicht." Was es nun brauche, seien mittel- bis langfristig
wirksame Wachstumsimpulse, ganz besonders da die gegenwärtige Krise
auch den Strukturwandel in Richtung höherwertigere und
wissensintensivere Produkte beschleunige. "Der beste Hebel ist daher
die Forcierung von Forschung und Innovation", betonte der
IV-Generalsekretär.
Die Industrie begrüße daher ausdrücklich die Ausarbeitung einer
umfangreichen und verbindlichen Forschungs-, Technologie- und
Innovations- (FTI) Gesamtstrategie durch die Bundesregierung. "Wir
sind zuversichtlich und erwarten, dass diese Strategie durch klug
gewählte Schwerpunktsetzungen die notwendigen Impulse auslösen wird,
die unser Land in seiner zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit stärken und
damit auch den Wohlstand, die Beschäftigung und das Wachstum der
Zukunft schaffen werden", so Beyrer.
Von ganz besonderer Bedeutung sei dabei die Unterstützung von
innovativen, internationalen Leitbetriebe. Diese Unternehmen seien
von der Krise noch stärker betroffen als befürchtet. Dennoch setzten
diese Firmen alles daran, ihren Innovationskurs zu halten. "Allein
die 29 forschungsintensivsten Leitbetriebe stehen für
F&E-Investitionen von 2,4 Mrd. Euro pro Jahr oder 32 % der gesamten
F&E-Ausgaben Österreichs", so Beyrer. Leitbetriebe sind damit "DIE
Innovationstreiber des Standortes - eine Eigenschaft, der gerade in
Zeiten der Krise und der Vorbereitung des Wiederaufschwungs eine
Schlüsselrolle am Standort Österreich zukommt", wie Beyrer
unterstrich. So bewirkten 1 Mio. Euro zusätzlicher
Forschungsförderung von Leitbetrieben zusätzliche:
- 14 Mio. Euro an gesamtwirtschaftlicher Produktion,
- 9 Mio. Euro an gesamtwirtschaftlicher Wertschöpfung,
- 3 Mio. Euro an generierten Steuern und Abgaben sowie
- 132 zum Teil hochqualifizierte Jobs
"Die Karten im Innovationsbereich werden aufgrund des in der Krise
noch verschärften Standortwettbewerbes gerade heute neu gemischt. Es
geht dabei längst nicht mehr nur darum, weiter zu wachsen, sondern
das Erreichte zu halten und zu verteidigen. Denn andere Standorte
investieren gerade in der Krise massiv in F&E und Innovation. Wir
befinden uns an einem kritischen Punkt der Standortentwicklung!", so
Beyrer. Dabei sei es bedenklich, dass Österreich im internationalen
Vergleich bei der steuerlichen Forschungsförderung von den Top 5 nun
auf den 22. Rang zurückgefallen sei. "Wir müssen die Forschungs- und
Innovationsdynamik der letzten Jahre unbedingt weiter führen",
forderte der IV-Generalsekretär. Des Weiteren müsse sowohl die
direkte, als auch die indirekte Forschungsförderung in Balance
gestärkt werden: "Die Forschungsprämie muss für alle innovativen
Unternehmen von acht auf 12 Prozent erhöht werden. Die Investitionen
in Forschung und Innovation heute sind die Arbeitsplätze und damit
der Wohlstand von morgen." In Zeiten der Wirtschaftskrise ist es
notwendig, ausgabenseitig das Budget zu konsolidieren, doch neues
Wirtschaftswachstum kann nur mit Investitionen in Zukunftsbereiche
wie Bildung, Forschung und Entwicklung ermöglicht werden.
Innovationsbegriff erweitern
Weitere wichtige Maßnahmen für eine Entwicklung hin zum
"Innovationskaiser Österreich" nannte die Vorsitzende der
IV-High-Level-Group zur FTI-Strategie und Vorstandsvorsitzende der
Infineon Techologies Austria AG, Mag. Monika Kircher-Kohl. Die
High-Level-Group der IV, in der die forschungsintensivsten
Unternehmen Österreichs vertreten sind, hat für die FTI-Strategie der
Bundesregierung die Prioritäten der Industrie formuliert.
Kircher-Kohl nannte neben der Reformierung des Bildungssystems und
der Sicherstellung des qualifizierten Nachwuchses vor allem die
Wichtigkeit eines "erweiterten Begriffes von Innovation": Innovation
verändere sich keineswegs nur in ihren Entstehungsprozessen. Auch die
Zielsetzungen und Aktivitätsfelder in denen Innovation entwickelt
werden, würden immer vielfältiger. "Neben technologischen
Produktinnovationen gewinnen Prozessinnovationen, Designinnovationen
und scale up von Pilotmaßstäben in industrielle Fertigung und
Produktionsüberleitung in Richtung industrielle Umsetzung immer mehr
an Raum", so Kircher-Kohl. International gesehen, werde es immer
wichtiger, neben Forschungs- auch Produktionskapazitäten in
Österreich zu erhalten und aufzubauen. "Leitbetriebe und ihre
intensive Vernetzung mit kleinen und mittleren Unternehmen spielen
dabei eine zentrale Rolle", so Kircher-Kohl. Dieses Wandels gelte es
sich - ganz besonders in Zusammenhang mit der FTI-Strategie der
Bundesregierung - bewusst zu sein.
Weiters gelte es, herkömmliche Definitionen zu hinterfragen.
Traditionelle begriffliche "Innovations-Kategorien" wie zum Beispiel
"Grundlagenforschung" und "Anwendungsorientierte Forschung" seien
etwa womöglich längst überholte Relikte vergangener Tage", sagte
IV-Generalsekretär Beyrer. "In Zeiten der zunehmenden Vernetzung von
Wissenschaft und Industrie treten dererlei Abgrenzung zwischen den
'Welten' Wissenschaft und Industrie immer mehr in den Hintergrund.
Erfolgreiche Innovationsnetzwerke benötigen beides:
Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung und ein
ausgewogenes Verhältnis der Förderung beider 'Welten'", so Beyrer
abschließend.
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