- 09.03.2010, 10:05:04
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Heinisch-Hosek gratulierte diestandard.at zum 10 Jahres-Jubiläum
Frauen werden in weiteren 10 Jahren realistischerweise noch nicht gleichberechtigt, aber gleichberechtigter sein
Wien (OTS/SK) - Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums von
"diestandard.at" nahm Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am
Montagabend an einer Diskussion unter dem Titel "Was bisher (nicht)
geschah - 10 Jahre Feminismus und Frauenpolitik" teil. Heinisch-Hosek
gratulierte "diestandard.at" zum 10 Jahres-Jubiläum und würdigte das
Medium als "Bereicherung", da feministische Themen behandelt würden,
"die ich sonst nie in einem Tagesmedium finden würde". Unter anderem
wurde über die Themen Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung, Rollenbilder
und Sexismus diskutiert. ****
Gefragt nach den Entwicklungen der letzten zehn Jahre, verwies die
Frauenministerin auf ein neues Verständnis von Frauenpolitik:
"Frauenpolitik wird heute nicht mehr mit Familienpolitik
gleichgesetzt", so Heinisch-Hosek. Im Bereich der Erwerbsarbeit gäbe
es "einiges aufzuholen": Der Anteil der erwerbstätigen Frauen sei
zwar gestiegen, "die Form der Erwerbsbeteiligung von Frauen ist
jedoch zu Hinterfragen", so Heinisch-Hosek, die auf den aktuellen
Gender-Gap-Report verwies. Laut diesem Bericht seien mehr als 42
Prozent der Frauen in Österreich teilzeitbeschäftigt. "Beschämend"
findet Heinisch-Hosek auch, dass Österreich innerhalb der EU bei der
Lohnschere zwischen Männern und Frauen nur den vorletzten Platz
belegt. Das Fazit der Frauenministerin: "Mehr Erwerbsbeteiligung für
Frauen haben wir, bessere Arbeitsbedingungen haben wir noch nicht".
Uneinheitliche Verhältnisse erschweren Vereinbarkeit von
Familie und Beruf
Auch Kinderbetreuung war Thema der Diskussion. Heinisch-Hosek
kritisierte den Mangel an Kinderbetreuungsplätzen. So stelle
Österreich nur für 17 Prozent der unter Dreijährigen entsprechende
Betreuungsplätze zur Verfügung. "Die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf wird von den uneinheitlichen Verhältnissen in den einzelnen
Bundesländern erschwert", so Heinisch-Hosek. Sie legte darauf Wert,
dass dies sowohl Frauen als auch Männer betreffe. Als ersten Schritt
zur Behebung des Problems forderte die Frauenministerin einheitliche
Mindeststandards für ganz Österreich.
Angesprochen auf die sexistische Alltagskultur forderte
Heinisch-Hosek: "Wir müssen auch wieder darüber reden, dass junge
Frauen sich nicht treiben lassen sollen" Rollenbildern, die
beispielsweise von sexistischer Werbung transportiert würden, zu
entsprechen. Für ein Verbot sexistischer Werbung sieht Heinisch-Hosek
zum jetzigen Zeitpunkt in Österreich wenig Chancen. Sie fordert daher
einen Expertinnen-Beirat, der den Werberat bei der Feststellung
sexistischer Diskriminierung unterstützen solle.
In den kommenden 10 Jahren müsse man daran arbeiten, dass mehr Frauen
in Entscheidungspositionen gelangen. Realistischerweise "werden
Frauen auch in zehn Jahren noch nicht gleichberechtigt, sondern nur
gleichberechtigter sein", so Heinisch-Hosek. Abschließend verwies die
Frauenministerin auf den gesamtgesellschaftlichen Nutzen der
ökonomischen Gleichstellung der Frau. "Das Wirtschaftswachstum könnte
um ein Drittel steigen, wenn Frauen ökonomisch gleichgestellt sind",
so Heinisch-Hosek. (Schluss) sa
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