- 08.03.2010, 13:24:01
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Heinisch-Hosek beim Betriebsbesuch: "Wie halten Sie es mit "halbe-halbe" im Haushalt und bei der Kinderbetreuung?"
Die Frauenministerin sucht am Frauentag den Dialog mit Männern in der OMV.
Wien (OTS) - "Am Frauentag hab ich noch nie mit Männern über ihr
Selbstverständnis im Privatleben und die Verteilung der unbezahlten
Arbeit geredet", eröffnete Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek
das Gespräch mit Männern in der OMV, "aber mich interessiert, wie Sie
es mit der Hausarbeit und der Kinderbetreuung halten. Was ist ihr
Anteil, wie viel leisten sie zuhause und wie geht es ihnen dabei?"
Leider sei es noch immer so, dass zwei Drittel der unbezahlten Arbeit
in Familie und Haushalt bei den Frauen lägen. Und das obwohl so viele
Frauen berufstätig seien wie nie zuvor und Frauen so gut ausgebildet
seien wie nie zuvor. Nur an der Verteilung der häuslichen Arbeit habe
sich nichts geändert. Noch immer waschen nur 15 Prozent aller Männer
die Wäsche, nur elf Prozent bügeln diese, immerhin schwingen 32
Prozent hie und da den Kochlöffel.
"Wer von Ihnen bügelt?", fragte die Frauenministerin. Ein Herr meldet
sich: "Ich trage Maßhemden, die lass ich mir nicht von meiner Frau
bügeln, und auch für das Schuhputzen bin ich zuständig." Ein anderer
sagt: "Ich habe vier Kinder, meine Frau ist zu Hause beim Jüngsten.
Die Familie ist ein Logistik-Unternehmen, meine Frau ist 24 Stunden
"on duty", ich nur in der Nacht und am Wochenende, und am Freitag
erledige ich die schweren Einkäufe. Die Arbeit der Frauen in der
Familie müsste besser honoriert werden, sie können besser als andere
für Kinder sorgen."
Heinisch-Hosek dazu: "Das Kinderbetreuungsgeld ist so etwas wie ein
Gehalt, auch die Kinderbetreuungskosten können neuerdings steuerlich
abgesetzt werden. Wir geben jährlich neun Milliarden Euro für
Familienleistungen aus, davon fließt nur eine Milliarde in die
institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen." Zu bedenken sei
auch die Zeit nach der Kindererziehung: Finden Frauen, die lange bei
den Kindern bleiben, wieder den Einstieg ins Berufsleben, werden sie
je eine eigene Pension beziehen?
Ein Herr berichtet, dass er nicht nur die Hausarbeit, sondern auch
andere häusliche Aufgaben mit seiner Lebensgefährtin teile, etwa die
persönliche Buchhaltung oder den engen Kontakt zur Verwandtschaft.
Ein anderer: "Ich habe erst mit drei Frauen (zwei Töchter und
Ehefrau) im Haus gelernt, über meine Rolle zu reflektieren. Ich
dachte an Karriere und mehr Geld für die Familie, daheim war ich müde
und ausgepowert. Und meine Frau war sehr unzufrieden. Im Beruf
bewältigen wir die Herausforderungen, bilden uns weiter, aber die
private Persönlichkeit fordern wir nicht. Bei uns im Betrieb gibt es
die Möglichkeit, dass ein Vater mit seinem Kind zum Arzt geht, dass
er Pflegeurlaub nimmt, aber tut er es auch? Wir müssen an uns
arbeiten."
Heinisch-Hosek möchte nun den Dialog mit den Männern intensivieren:
"Wir können nur gemeinsam mit solidarischen Männern die Situation von
Frauen verbessern und damit die Gesellschaft verändern."
Im Anschluss an die Diskussion besichtigte die Frauenministerin
gemeinsam mit Vorstand Werner Auli und Zentralbetriebsratsobmann
Leopold Abraham den Betriebskindergarten.
Rückfragehinweis:
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Mag. Dagmar Strobel
Tel.: (01) 531 15 - 2149
mailto:[email protected]
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/56
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