• 08.03.2010, 10:13:03
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Österreichischer Regieverband ADA gratuliert zu Oscar - und hinterfragt Nachhaltigkeit

Trotz Spitze des internationalen Kulturschaffens, trotz Mittel-Aufstockung und Novellierung des Filmgesetzes stagniert das Filmland Österreich

Wien (OTS) - ADA, der mitgliederstärkste Verband österreichischer
Regisseure und Regisseurinnen, gratuliert herzlich zu einem der
größten Erfolge der rotweißroten Filmkreativen: Nach den bereits
sensationellen drei Nominierungen hat Christoph Waltz seinen Oscar,
haben aber auch Michael Haneke und Christian Berger ihre Player-Rolle
im Kino-Olymp redlich verdient. Gerade weil es sich bei Ihnen um
Ausnahmefälle handelt: Waltz, der nach Jahren und Jahrzehnten des
mitunter trivialen TV-Schaffens die Chance auf einen großen
internationales Kino-Auftritt exzellent zu nutzen wusste. Der oft im
Inland umstrittene und bekämpfte Haneke, der seine stark individuell
geprägte, kreative Trademark vor allem mit ausländischen
Filmfinanzierungen durchzusetzen verstand. Nur: Was soll danach
kommen? Zudem handelt es sich bei den Filmen dezidiert nicht um
vornehmlich österreichische Produkte. Aus gutem Grund.

Die österreichische Politik hat nach den durchschlagenden
Festivalerfolgen der letzten Jahre zwar bereits reagiert: Das
Filmgesetz wird novelliert und liberalisiert. Ein am deutschen
Rabattmodell orientierter Topf zur Rest-Finanzierung von
Großprojekten wird verwirklicht. Büros zum Anlocken internationaler
Ko-Produktionen wurden eröffnet. Der komplette Kahlschlag des
ORF-Ausstieges aus dem Film-Fernseh-Abkommen konnte vorläufig
abgewendet werden. Nach der engagierten Kulturministerin Dr. Claudia
Schmied scheint nun endlich auch das Wirtschaftsministerium
angesichts des erfolgreichen Kino-Jahres 2010 das Kultur-Stiefkind
Filmschaffen entdeckt zu haben. Doch was soll dem Blitzlichtgewitter
folgen?

Es fehlt nach wie vor an einer substantiellen Aufstockung der
Basis-Mittel. Das österreichische Filminstitut als Hauptförderstelle
ist gezwungen aus Geldmangel eine Vielzahl von lohnenden Projekten
abzulehnen, obwohl Österreich sich an die Speerspitze des
internationalen Filmschaffens gemausert hat und muss ihre
beschränkten Mittel vor allem aufgrund von Referenzmittel an
heimische, international beschränkt relevante Kassenerfolge vergeben.
Ein Steuerabsetzmodell für Kulturmäzenatentum im Filmbereich ist nach
wie vor genauso illusorisch wie ein nationaler Prestige-Preis.

Der Regieverband ersucht deswegen die heimischen Ministerien und
Politiker nicht nur kosmetische Maßnahmen zu setzen, sondern
angesichts dieser Erfolgsstunde des österreichischen Films eine
grundlegende Basis-Aufstockung der Finanzierungsmittel zu
verwirklichen, damit eine vielfältige lebendige Kulturlandschaft im
Kino-Bereich langfristig garantiert werden kann.

Rückfragehinweis:

Mag. Paul Poet (Obmann)
   Mobil-Tel: 069915249776, mailto:[email protected]
      
   ADA Österreichischer Regieverband
   Filmhaus Spittelberg
   Spittelberggasse 3, A-1070 Wien Austria 
   www.directors.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/6124

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