Linz (OTS) - Arbeitslose Frauen mit kleinen Kindern befinden sich
oft in einer Zwickmühle. Da sie keinen Job haben, bekommen sie keinen
Krippenplatz. Und da sie mangels Kinderbetreuung dem Arbeitsmarkt
nicht zur Verfügung stehen, wird ihnen schlimmstenfalls sogar das
Arbeitslosengeld gestrichen. Die Arbeiterkammer nimmt den heutigen
Internationalen Frauentag zum Anlass, auf diesen Missstand
hinzuweisen, und bietet betroffenen Frauen Beratung an.
Beim Frauenbüro der Arbeiterkammer Oberösterreich häufen sich
Beschwerden von Arbeit suchenden Frauen, die fürchten, in einem
Teufelskreis zwischen Arbeitssuche und Kinderbetreuungseinrichtung
auf der Strecke zu bleiben.
Die meisten Kinderbetreuungseinrichtungen vergeben Krippenplätze
nur dann, wenn die Eltern des Kindes mindestens 20 Stunden pro Woche
arbeiten oder eine Schulung besuchen. Das Arbeitsmarktservice
wiederum argumentiert in manchen Fällen, die betroffene Frau stehe
dem Arbeitsmarkt nur dann zur Verfügung, wenn sie einen
Betreuungsplatz für ihr Kind habe. Im schlimmsten Fall wird sogar das
Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe gestrichen.
Die Arbeiterkammer rät betroffenen Frauen, sich von der
Kinderbetreuungseinrichtung eine schriftliche Bestätigung geben zu
lassen, dass das Kind einen Platz bekommt, wenn die Mutter eine
Arbeit gefunden hat. Diese Bestätigung sollte die Frau dann beim AMS
vorweisen. Bei Problemen können sich die Betroffenen auch an das
AK-Frauenbüro wenden, Tel. 050/6906-2141, E-Mail frauen@akooe.at .
Denn Probleme gibt es noch genug. Nicht einzusehen ist etwa, warum
Arbeit suchende Frauen dem Arbeitsmarkt zwar mindestens 20 Stunden
pro Woche zur Verfügung stehen müssen (bei Frauen mit
Betreuungspflichten für Kinder unter zehn Jahren 16 Stunden), ihnen
andererseits aber jeder Job über der Geringfügigkeitsgrenze zugemutet
werden kann. Das heißt, eine Frau mit einem Kleinkind müsste
beispielsweise einen 15-Stunden-Job annehmen, von dem sie nicht leben
kann. Sie könnte den Job aber gar nicht annehmen, weil sie - siehe
oben - für 15 Wochenstunden keinen Krippenplatz bekommt.
Nicht zuletzt auch durch Initiativen der AK hat sich die
Kinderbetreuungssituation in den letzten Jahren stark verbessert. Mit
dem Gratis-Kindergarten wurde eine langjährige Forderung erfüllt.
Dennoch: Mit einer Betreuungsquote von nur 6,7 Prozent bei Kindern
unter drei Jahren (ohne Tagesmütter) nimmt Oberösterreich den
vorletzten Platz aller Bundesländer sein. Jede dritte Gemeinde hat
kein Angebot für Unter-Dreijährige. "Das Angebot muss rasch erweitert
werden", fordert deshalb AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Mehr zum Thema Kinderbetreuung finden Sie im aktuellen
AK-Frauenmonitor auf www.arbeiterkammer.com .
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2190
martina.macher@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com
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OTS0049 2010-03-08/09:19
080919 Mär 10
AKO0001 0389