• 04.03.2010, 10:18:56
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Mödlhammer: Bürgermeisteramt wird immer belastender

Trauer um Ansfeldner Ortschef

Wien (OTS/GBD) - Bestürzt zeigte sich heute, Donnerstag,
Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer über den Freitod des
Ansfeldner Ortschefs Walter Ernhard. "Unsere Gedanken und unser
Mitgefühl sind in diesen Tagen bei der Familie unseres Kollegen", so
Mödlhammer am Rande der Sitzung des Bundesvorstandes des
Österreichischen Gemeindebundes in Wien. "Leider haben wir seit
einigen Jahren mit Todesfällen von Bürgermeistern im aktiven Dienst
zu kämpfen", so Mödlhammer.

"Die Todesfälle unter aktiven Bürgermeistern treten in den letzten
Jahren häufiger auf", so Mödlhammer. "Die psychische Belastung, die
oft aus diesem Amt entsteht und Jahr für Jahr zunimmt, ist sicherlich
ein Grund für diese traurige Entwicklung. Die Kolleginnen und
Kollegen an der Spitze der Gemeinden stehen unter einem ungeheuren
Druck, sie werden für alles verantwortlich gemacht, haben - zumeist
neben ihrem zivilen Job - ein unglaubliches Arbeitspensum zu
absolvieren. Auch die Fälle, in denen Bürgermeister brieflich oder
persönlich bedroht werden, häufen sich massiv."

Erst vor wenigen Tagen wurde auch in Niederösterreich ein
Bürgermeister brieflich bedroht. "Man hat ihm die Hülle eines
'Mon-Cheri'-Bonbons geschickt, als Anspielung darauf, dass es ihm
genauso gehen könnte, wie jenem Bürgermeister, der nach einem
Giftanschlag durch ein 'Mon-Cheri'-Bonbon immer noch im Wachkoma
liegt." Im Jahr 2008 wurde auf einen oberösterreichischen
Bürgermeister ein Säureattentat verübt, bei dem der Mann verletzt
wurde.

Rund ein halbes Dutzend Amtskollegen sei in den letzten Jahren im
aktiven Dienst als Bürgermeister verstorben, so Mödlhammer. "Das
liegt vor allem an den großen Belastungen, denen die Ortschefs Tag
für Tag ausgesetzt sind." Immer wieder käme es zu gravierenden
Burn-Out-Fällen und gesundheitlichen Problemen unter den
Bürgermeistern. Gerade deshalb, so Mödlhammer, sei es dringend
notwendig, die Rahmenbedingungen für das Bürgermeisteramt zu
verbessern. "Wenn ich mir anschaue, wie schlecht die soziale
Absicherung in diesem Amt ist und wie groß die Belastungen sind, dann
wundert es mich nicht, dass wir Probleme haben, Kandidaten für dieses
Amt zu finden."

"Es darf nicht so sein, dass Menschen gravierende Nachteile hinnehmen
müssen, weil sie dieses Amt ausüben. Das betrifft sowohl die
Gesundheit, als auch die sozialen Rahmenbedingungen. Seit Monaten
fordern wir die Verbesserung dieser Bedingungen von der
Bundesregierung ein, geschehen ist leider bisher nichts."

Der Familie des verstorbenen Kollegen in Ansfelden sprach Mödlhammer
sein tief empfundenes Beileid aus. "Diese Nachricht ist ein Schock
für uns alle", so Mödlhammer vor dem Bundesvorstand, dem höchsten
Gremium des Gemeindebundes, dem rund 80 aktive Bürgermeister und
Funktionäre des Gemeindebundes angehören.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Gemeindebund
Daniel Kosak (Pressesprecher)
Tel.: (01) 512 14 80/18, Mobil: 0676 / 53 09 362
mailto:[email protected]
http://www.gemeindebund.gv.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/153

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