OTS0239 / 03.03.2010 / 13:13 / Channel: Wirtschaft / Aussender: Arbeiterkammer Wien
Stichworte: Arbeiterkammer / Arbeitsmarkt / Greenjobs / Umwelt / Wirtschaft


AK zu Berlakovich: Aus tausenden "Green Jobs" müssen erst gute Arbeitsplätze werden

Utl.: Jetzt richtige Weichen in der Umweltbranche für mehr gute sozial abgesicherte Beschäftigung stellen =


   Wien (OTS) - "Die Studie zur Umweltbeschäftigung ist ein Schritt
in die richtige Richtung, aber es fehlen wichtige Aspekte zur Arbeit
in einer Zukunftsbranche", sagt der Umwelt-Experte der AK, Thomas
Ritt, zu den heute vom Landwirtschaftsminister vorgestellten Zahlen
zur  Umweltbeschäftigung. So sind etwa die wenig umweltfreundlichen
biogenen Treibstoffe - immerhin Produkte der Intensivlandwirtschaft
mit vie-len negativen Auswirkungen auf die Umwelt  -  in den Studien
enthalten. Andererseits fehlt der für den Klimaschutz zentrale
öffentliche Verkehr als möglicher Arbeitgeber völlig. "Und das
Augenmerk darf sich nicht nur auf die Zahl der Arbeitsplätze richten.
Auch die Qualität der Arbeit, die soziale Absicherung der
Beschäftigten und die Bezahlung müssen eine Rolle spielen", so Ritt. 
Die oft vorgenommene Gleichstellung "Green Jobs sind Good Jobs" ist
leider grundlegend falsch. Viele der Green Jobs bieten eine
außerordentlich schlechte Arbeitsqualität: Etwa jeder dritte der
klassischen Umweltarbeitsplätze ist nach Schätzungen der
Arbeiter-kammer oft einerseits schlecht bezahlt und andererseits auch
noch  mit hoher körperlicher Belastung und Gefährdung verbunden.
"Hier sollte der Umweltminister genauer hinschauen, etwa im Bereich
der Abfall- und Abwasserbeseitigung, beim Recycling oder auch in der
Landwirtschaft." Auch bei vielen in den letzen Jahren entstandenen
Arbeits-plätzen im Energiebereich findet man oft nur atypische
Beschäftigungsverhältnisse und auch sehr viel Leiharbeit.
"Der gutbezahlte Umwelttechniker, der sozialversichert seiner
erfüllenden Tätigkeit nachgeht mag zwar das Image der Green Jobs
beherrschen. Er ist aber unter den Umweltarbeitsplätzen eher die
positive Ausnahme", so Ritt.
Auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit geht es nicht nur um mehr
Arbeit, sondern auch um gute Arbeit. "Daher muss dort investiert
werden, wo hohe positive Beschäftigungs- und Umwelteffekte mit einer
zumindest zufriedenstellenden oder gar guten Arbeitsqualität
zusammentreffen: in den Ausbau der Fernwärme, die Förderung der
Wärmedämmung und in Maßnahmen für mehr Energieeinsparung und
Energieeffizienz sowie in den öffentlichen Personennahverkehr", so
Ritt. So könnten beispielsweise mit 100 Millionen Euro Förderung der
thermischen Sanierung 7.300 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen
werden. Der vom Minister so gern propagierte Einsatz von Biomasse ist
aus Sicht der AK nur in der kombinierten Strom-Wärme-Erzeugung
sinnvoll. 
Rückfragehinweis:
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   Ute Bösinger
   Tel.: (+43-1) 501 65-2779
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