Wien (OTS) - Die Bundesregierung verabschiedete den
"Österreichischen Aktionsplan Nanotechnologie". Darin enthalten sind
die Fragestellungen, wie Österreich die Chancen der Nanotechnologie
in der Umwelt- und Energietechnik, für neue ressourcenschonende
Produkte oder für Einsätze in Klein- und Mittelbetrieben bestmöglich
nutzen und vor allem auch die Sicherheit der Anwendung gewährleisten
kann. "Mit dem Aktionsplan ist es gelungen, ein hochkomplexes Thema
und unterschiedlichste Erwartungshaltungen und Interessen in
gemeinsamen Maßnahmen zu bündeln und unter einen Hut zu bringen. Das
ist maßgeblich für den erfolgreichen Einsatz von Nanotechnologie.
Damit können wir eine sachliche und transparente Diskussion der
Sicherheit von nanotechnologischen Anwendungen gewährleisten und von
ihren Chancen nachhaltig und langfristig profitieren", betonte
Umweltminister Niki Berlakovich anlässlich der Verabschiedung des
Aktionsplans im Ministerrat.
Das Kernstück des Aktionsplans Nanotechnologie bilden rund 50
Empfehlungen für spezifische, österreichische Maßnahmen auf
nationaler, europäischer und internationaler Ebene, die bis
spätestens Ende 2012 umgesetzt werden sollen. Mehr als 20
verschiedene Organisationen aus den Bereichen Wissenschaft,
Wirtschaft, Umwelt, Gesundheit, Arbeitnehmer- und Konsumentenschutz
sowie VertreterInnen der Öffentlichkeit wirkten an der Entstehung des
Aktionsplanes mit.
Vier Schwerpunktbereiche
Die Empfehlungen sind in vier Schwerpunktbereiche gegliedert.
Handlungsfelder sind hier die Stärkung Österreichs als
High-Tech-Standort unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von
Klein- und Mittelbetrieben sowie die Weiterentwicklung der
Zusammenarbeit und die Verstärkung des Dialogs und der Transparenz
zwischen allen AkteurInnen inklusive Öffentlichkeit. Dazu soll auch
die Österreichische Nanotechnologie-Informations-Plattform (NIP)
dienen, die Wissen unterschiedlichster ExpertInnen zusammenführt.
Darüber hinaus sind die Überprüfung und Weiterentwicklung der
rechtlichen Rahmenbedingungen insbesondere im Hinblick auf die
Sicherung eines hohen Schutzniveaus für die Umwelt und die
menschliche Gesundheit, sowie die Schließung von Wissenslücken im
Bereich der Sicherheitsbewertung der Nanotechnologie Schwerpunkte.
Empfehlungen für Maßnahmen umfassen die Bündelung von Ressourcen
zur Bewertung von möglichen Gesundheits- und Umweltrisiken
(EHS-Programm). Denn ähnlich vielschichtig wie die
Anwendungsmöglichkeiten und Wirkmechanismen sind auch die
toxikologischen Effekte von Nanomaterialien. Die Herausforderung für
Österreich besteht darin, das notwendige Expertenwissen im eigenen
Forschungssystem aufzubauen und andererseits die Zusammenarbeit und
Abstimmung im europäischen und internationalen Kontext zu forcieren.
Anwendungsbereiche der Nanotechnologie
Nanotechnologie betrifft einen physikalischen Grenzbereich, in dem
die Oberflächeneigenschaften gegenüber den Volumeneigenschaften der
Materialien eine immer größere Rolle spielen und zunehmend
quantenphysikalische Effekte berücksichtigt werden müssen. Die
Herstellung und Anwendung von Nanomaterialien ist ein Trend mit
extremen Zuwachsraten. Eine der bekanntesten Anwendungen von
Nano-Partikeln betrifft die Nachahmung des wasserabweisenden
"Lotuseffekts", wodurch selbstreinigende Oberflächen möglich werden.
Darüber hinaus wird Nanotechnologie bei Schutzanstrichen für
Karosserien verwendet. Auch der Schutz vor ultravioletter Strahlung
in nahezu sämtlichen modernen Sonnencremes wird durch nanoskaliges
Titandioxid erzielt. Ein massiver gegenwärtiger Trend besteht in der
Ausrüstung von Textilien und anderen Gebrauchsgegenständen mit
Nanosilber, das desinfizierend wirkt. Dies teilt das
Lebensministerium abschließend mit.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
http://www.ots.at/pressemappe/41
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