• 02.03.2010, 09:40:25
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Darmkrebsvorsorge: "Vermeiden statt Leiden."

Das neue Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge 2010

Wien (OTS) - Rund 5.000 Menschen erkranken in Österreich jährlich
an Darmkrebs, 3.000 sterben daran. Das wäre weitgehend vermeidbar:
Die Darmspiegelung, eine mittlerweile völlig schmerzfreie
Untersuchung, sollte für Frauen und Männer ab 50 der Pflichttermin
zur Darmkrebsvorsorge sein. Nach intensiven Bestrebungen ist es der
Krebshilfe gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für
Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) im Jahr 2006 gelungen, die
"sanfte" Koloskopie einzuführen. Um die Sicherheit und Qualität
dieser Untersuchung zu erhöhen, hat die ÖGGH gemeinsam mit dem
Hauptverband der Sozialversicherungs-träger 2007 das Projekt
"Qualitätssicherung Darmkrebsvorsorge" geschaffen. Es zeichnet jene
endoskopierende Stellen aus, die die vorgeschriebenen
Qualitäts-richtlinien einhalten. Im Jahr 2010 stehen österreichweit
bereits 190 zertifizierte Untersuchungsstellen bei niedergelassenen
Ärzten und Spitälern zur Verfügung.

Falsche Ernährung, Übergewicht, chronisch entzündliche
Erkrankungen der Darmschleimhaut und Rauchen sind die wichtigsten
Risikofaktoren für die Entstehung von Darmkrebs. Diese "Sünden"
machen sich vor allem im Alter bemerkbar: Ab 50 steigt mit
zunehmendem Alter das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
Dickdarmkrebs unterscheidet sich von allen anderen Krebserkrankungen
in einem ganz wesentlichen Punkt: In mehr als 90 % aller Fälle sind
vor der Entstehung des Karzinoms viele Jahre hindurch Vorstufen in
Form von zunächst gutartigen Darmpolypen nachweisbar. Die konsequente
Aufspürung und Entfernung dieser Polypen im Rahmen der Darmspiegelung
könnte 90 % der Erkrankungen verhindern.

"Wenn Frauen und Männer ab dem 50. Lebensjahr alle 7-10 Jahre eine
Darmspiegelung durchführen ließen, könnten mögliche Polypen sofort
erkannt und abgetragen werden und Darmkrebs könnte überhaupt nicht
entstehen," so Univ. Doz. Dr. Werner Weiss, Beirat für
Darmkrebsvorsorge der Österreichischen Gesellschaft für
Gastroenterologie und Hepatologie. Es ist wichtig, diese Untersuchung
durchführen zu lassen und zwar auch dann, wenn man keinerlei Symptome
und Schmerzen hat. Denn: "Polypen haben einen entscheidenden
Nachteil: Sie verursachen keine Symptome," so Weiss.

Die Zeitspanne vom Auftreten erster Polypen bis zu einer möglichen
bösartigen Entartung beträgt im Schnitt 10 Jahre. "Das Risiko, an
Darmkrebs zu erkranken, steigt ab dem 40. bis 50. Lebensjahr stark
an. Daher ist es sinnvoll, Vorsorgeprogramme in diesem Lebensalter zu
starten," so Weiss. Dieser Forderung wird seit 2005 Rechnung
getragen: "Die Früherkennung von Polypen und Darmkrebs ist der
Sozialversicherung ein wichtiges Anliegen," bestätigt Dr. Josef
Probst, stv. Generaldirektor im Hauptverband und appelliert an die
Bevölkerung, aktiv für ihre Gesundheit zu werden. Mit der
Neugestaltung der Vorsorgeuntersuchung wurde 2005 die Koloskopie für
Patienten ab 50 als neue Vorsorgeleistung aufgenommen.

"Sanfte" Koloskopie

Bei vielen Menschen ist die Darmspiegelung als unangenehm und
schmerzhaft "verrufen". Negative Erfahrungen bei dieser Untersuchung
wurden zum großen Teil vor vielen Jahren gemacht. Damals kamen
größtenteils "starre" Endoskope zum Einsatz - heute sind es
"flexible", damals mangelte es teilweise auch noch an der Erfahrung
der untersuchenden Ärzte - auch das ist heute anders. ."Wir haben
gemeinsam mit der ÖGGH viele Jahre darum gekämpft, dass die
Koloskopie "sanft" - also schmerzfrei - durchgeführt und von den
Sozialversicherungsträgern bezahlt wird," erzählt Prim. Univ. Prof.
Dr. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe. Im Jahr
2006 ist dies gelungen. Mittlerweile kann man bei mehr als der Hälfte
aller Stellen, die in Österreich die Koloskopie anbieten, diese
Untersuchung mit einer Prämedikamention (Kurzanästhesie) schmerzfrei
erhalten. Und das ohne Zusatzkosten.

Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge

Um die Sicherheit und Qualität dieser Untersuchung zu erhöhen,
betreibt der Hauptverband gemeinsam mit der ÖGGH seit Mai 2007 das
Projekt "Qualitätssicherung Darmkrebsvorsorge". Die Teilnehmerzahlen
an diesem Projekt sprechen für sich: Im Jahr 2010 stehen den
Versicherten österreichweit bereits 190 zertifizierte
Untersuchungsstellen bei niedergelassenen Ärzten und Spitälern zur
Verfügung. "25.000 PatientInnen nutzten in den letzten beiden Jahren
eine Koloskopiestelle mit Qualitätszertifikat," so Probst. Alle
Stellen mit Qualitätszertifikat sind in der neu aufgelegten Broschüre
der Krebshilfe aufgelistet sowie unter www.krebshilfe.net und
www.oeggh.at/zertifikat/ abrufbar.

Kriterien für das Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge

- Ausreichende Erfahrung der Untersucher
- Fähigkeit, Polypen in einem Untersuchungsgang abzutragen
- das Angebot der "sanften Koloskopie"
- die Verwendung von Waschmaschinen zur Gerätedesinfektion
- Hygienekontrollen

Vermeiden statt Leiden

Bei der Darmkrebsvorsorge ist noch ein weiterer, wichtiger Aspekt
zu beachten: Etwa 5 - 10 % der Erkrankungen sind auf genetische
Veranlagung zurückzuführen. In manchen Familien tritt Dickdarmkrebs
gehäuft auf. Von einer "Krebsrisikofamilie" spricht man, wenn mehrere
nahe Verwandte an Krebs erkranken, Krebserkrankungen in mehreren
aufeinanderfolgenden Generationen einer Familie oder mehrere
Krebserkrankungen bei einer Person vorkommen. In diesem Fall sollte
die Darmkrebsvorsorge schon früher beginnen. "Es ist wichtig, dass
Familienangehörige von Darmkrebspatienten auf ihre Risikosituation
aufmerksam gemacht werden," so Dozent Weiss.

Die ÖGGH und die Krebshilfe empfehlen folgende Aktivitäten zur
Darmkrebsvorsorge:

- im 40. Lebensjahr ein ärztliches Gespräch zur Abklärung der
   ividuellen Risikosituation (familiäre Vorbelastung etc.) 
 - ab dem 40. Lebensjahr jährlich Okkult-Bluttest (Test auf
   verborgenes Blut im Stuhl) 
 - ab dem 50. Lebensjahr Vorsorgekoloskopie. Wenn keine familiäre
   Vorbelastung und unauffälliger Befund vorhanden, dann
   Wiederholung der Koloskopie nur alle 7-10 Jahre!

"Mich macht jeder einzelne Fall einer Darmkrebserkrankung traurig,
denn es wäre vermeidbar gewesen," so der engagierte
Darmkrebs-Vorsorger Weiss. Die Österreichische Gesellschaft für
Gastroenterologie und Hepatologie und die Österreichische Krebshilfe
appellieren daher - einmal mehr - an die Bevölkerung: "Bitte nehmen
Sie die Darmkrebsvorsorge ernst!" "Wir wollen Darmkrebs nicht früh
erkennen sondern VERMEIDEN!", so Sevelda.

Danke an Danone Österreich

Große Unterstützung erhält die Österreichische Krebshilfe von
Danone Österreich. "Unserer wissenschaftlichen Expertenplattform, das
Danone Nutrition Forum, ist die Darmkrebsvor-sorge sehr wichtig. Wie
bei keiner anderen Erkrankung kann mit einfachen Änderungen der
Ernährungs- und Lebensgewohnheiten das Risiko einer Darmerkrankung
langfristig gesenkt werden. Die Österreichische Krebshilfe bei ihrem
Engagement zu unterstützen ist uns daher ein großes Anliegen,"
erklärt Danone Österreich Geschäftsführer Mag. Christoph Vavrik.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service, sowie über den Link "Anhänge zu dieser
Meldung" unter http://www.ots.at

Rückfragehinweis:

Österreichische Krebshilfe
   Univ. Prof. Dr. Paul Sevelda
   Präsident der Österreichischen Krebshilfe
   Tel. 01/7966450, E-Mail: [email protected] 
   ÖGGH, Univ. Doz. Dr. Werner Weiss, 
   E-Mail: [email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4188

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