• 01.03.2010, 16:04:11
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"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Kein Solo für Fischer"

Der Titelverteidiger wird um einen Wahlkampf nicht herumkommen.

Wien (OTS) - Nachdem Erwin Pröll im Herbst 2009 auf ein Antreten
bei der Präsidentenwahl verzichtet hatte, war die Mehrheit der
Kommentatoren einig: 2010 werde es ein "Solo für Fischer" geben.
Manche wollten gleich die Bundesverfassung anpassen, die Volkswahl
einsparen und Fischers Wiederwahl in der Bundesversammlung
(Nationalrat plus Bundesrat) durchwinken.
Nun kommt es anders. Weil die FPÖ mit Barbara Rosenkranz eine
Gegenkandidatin nominiert, muss der Titelverteidiger einen richtigen
Wahlkampf führen.
An seinem Sieg am 25. April ist nicht zu zweifeln. Doch der
Demokratie hat der Austausch von Argumenten noch nie geschadet. "Im
Wahlkampf muss gekämpft werden. Das bekommt mir sehr gut. Das ist
richtig erquickend", befand schon der alte Konrad Adenauer.
Man darf gespannt sein, wie sich der behutsame Amtsinhaber mit der
brachialen Konkurrentin tut. Rosenkranz wird, flankiert von der
Krone, sensible Themen wie Ausländer und Sicherheit ausbeuten. Hier
kann sie punkten. Die Meinungsforscher geben ihr mehr als 20 Prozent
- dabei ist sie offiziell noch gar nicht nominiert. Fischer wird
also einige Überzeugungsarbeit für seinen klaren Wahlsieg leisten
müssen.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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