Wien (OTS) - Heute und morgen findet, im Europahaus in Wien eine
gemeinsame Tagung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und
Kultur (BMUKK) und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und
Konsumentenschutz (BMASK) zur Prävention von frühzeitigem
Schulabbruch statt ("Vermeidung frühzeitigen Schulabbruchs - Eine
gemeinsame Verantwortung").
Trotz intensiver Bemühungen auf unterschiedlichen Ebenen des
Bildungssystems, ist die Zahl der Schulabbrecher in den letzten
Jahren gestiegen. Strategien zu Verbesserung der Situation werden im
nationalen wie auch im EU-Kontext (z.B. EU-Benchmarks, OECD)
gefordert. Österreich wird mit einer Quote von über 10% der
frühzeitigen Schulabgänger im Alter von 18-24 Jahren den EU-Benchmark
voraussichtlich nicht erreichen.
Studien und Praxiserfahrung in Österreich zeigen, dass
zielorientierte Vernetzung und Kooperation der Akteure notwendige
Voraussetzungen für langfristige Erfolge zur Senkung der
Drop-Out-Rate darstellen. Eine wesentliche Aufgabe dieser Tagung ist
es deshalb, Vertreter aus jenen Bereichen der Bundesverwaltung, der
Bildungsinstitutionen, der Schüler - und Jugendorganisationen, der
Elternvertretungen, der Gemeinden, der Sozialpartner und der NGOs,
die von den Auswirkungen frühzeitigen Schulabbruchs betroffen sind,
zu vernetzen. Die gemeinsame Initiative von BMUKK und BMASK setzt
dabei ein besonderes Augenmerk auf die nachhaltige Etablierung
übergreifender Präventions- und Reintegrationsmaßnahmen.
Eine Senkung der österreichischen Schulabbrecherquote erfordert
einen Blick auf die komplexen Ursachen für die Schul- und Lernunlust
der Schüler. Die sozio-ökonomischen Ausgangsbedingungen, der
Bildungsgrad sowie der Zugang der Eltern zu Bildung und das
Geschlecht, sind neben der Schule besonders stark wirksame Faktoren.
Kinder arbeitsloser Eltern haben ein 3x so hohes, Kinder von
Migranten ein 4x so hohes Drop-Out Risiko. Die Gefahr als
Jugendlicher ohne Abschluss der Sekundarstufe II Hilfsarbeit leisten
zu müssen ist 5x so hoch, die Bedrohung durch Arbeitslosigkeit
verdoppelt sich.
Dem Thema "Equity" erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken ist daher
individuell wie auch gesamtgesellschaftlich von Bedeutung. Gut
ausgebildete Schulabgänger
- sind besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet,
- sind Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gegenüber aufgeschlossener,
- sind besser auf ein befriedigendes Leben in der Gesellschaft, als
Staatsbürger, am Arbeitsmarkt, in der Familie vorbereitet und
- tragen zum ökonomischen Wachstum des Staates bei.
Auf Basis der Studien und Praxiserfahrung sind die übergeordneten
Ziele der Tagung, Bewusstsein für den Themenbereich "frühzeitigen
Schulabbruch" zu bilden und unter Einbeziehung aller Akteure
Handlungsgrundlagen zur Verringerung des Drop-Out Risikos zu
schaffen.
Rückfragehinweis:
Mag. Doris Kölbl-Tschulik
Tel: ++43/1/53120/4791
doris.koelbl-tschulik@bmukk.gv.at
BMUKK, I/4a, Rosengasse 2, 1010 Wien
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OTS0060 2010-03-01/10:10
011010 Mär 10
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