- 26.02.2010, 12:39:14
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NÖ Ärztekammer zeigt sich solidarisch mit den protestierenden Richtern und Staatsanwälten
Der Protest ist ein klarer Ausdruck, dass der Staat seinen ureigenen Aufgaben immer weniger nachkommt
Wien (OTS) - Das Präsidium der NÖ Ärztekammer entschied am
vergangenen Mittwoch, sich solidarisch mit den protestierenden
Richtern und Staatsanwälten zu erklären. "Dieser Protest ist ein ganz
klarer Ausdruck einer Unzufriedenheit mit immer gravierenderen
Problemen in Bereichen, in denen der Staat zwar lenkt oder lenken
sollte, aber immer weniger seiner Verantwortung nachkommt", so der NÖ
Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner.
Er kritisiert besonders den mangelnden Weitblick, den die Politik
bei der Justiz, im Bildungswesen wie im Gesundheitswesen an den Tag
legt: "Hierbei handelt es sich um Bereiche, in denen weiter gedacht
werden muss als bis zur nächsten Wahl. Justiz, Bildung und Gesundheit
sind wesentliche Säulen unserer Gesellschaft, hier müssen
mittelfristige und langfristige Ansätze mit Perspektive erfolgen, und
kein Kaputtsparen, für dass dann später niemand verantwortlich
gewesen sein will."
Parallelen zum Gesundheitsbereich erkennbar
Präsident Dr. Reisner erkennt hierbei deutliche Parallelen zum
Bildungsbereich, aber speziell zum Gesundheitswesen: "Auch die
Arbeitsbedingungen aller Ärztinnen und Ärzte werden immer schlechter.
Dies wird immer mit fehlendem Geld begründet." Dies ist jedoch aus
seiner Sicht der falsche Ansatz. "Das Geld ist da, wird aber in
falsche Kanäle geleitet. Alleine in Niederösterreich werden in den
kommenden Jahren Milliardenbeträge in Spitalsbauten investiert. Für
die ärztliche Leistung selbst will man jedoch immer weniger Geld in
die Hand nehmen."
Er appelliert daher an die zuständigen Politiker, die Aufschreie
von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im "öffentlichen Dienst" ernst
zu nehmen und sinnvolle Reformkonzepte mit Weitblick anzudenken.
"Wenn wir in den Problembereichen des öffentlichen Dienstes nicht
gemeinsam an Systemoptimierungen unter Berücksichtigung der
Arbeitsbedingungen tätig werden, brauchen wir uns auch nicht zu
wundern, wenn eines Tages - wie in früheren Zeiten schon einmal
dagewesen - Planstellen mangels Attraktivität für den Arbeitnehmer
nicht mehr besetzt werden können", so das Resümee von Präsident Dr.
Reisner.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/29
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