- 26.02.2010, 11:57:14
- /
- OTS0160 OTW0160
E-Skills werden zum Wettbewerbsfaktor
IT-Kenntnisse als "Bollwerk gegen Arbeitslosigkeit" - EDV-Unterricht ist "Relikt aus den 90er Jahren" - Experten diskutierten über künftige Anforderungen am Arbeitsmarkt

Wien (OTS) - Wird es künftig noch möglich sein, am
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen, ohne die
Grundlagen der "Kulturtechnik E-Skills" - also die Fähigkeit, mit
Informations- und Kommunikationstechnologien umzugehen - zu
beherrschen? Eher nicht, gaben sich Expertinnen und Experten bei
einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community gestern,
Donnerstagabend, in Wien überzeugt.
"IT-Kenntnisse werden künftig das beste Bollwerk gegen
Arbeitslosigkeit sein", erklärte Thomas Lutz von Microsoft
Österreich. Ein Drittel der europäischen Arbeitnehmer laufe
allerdings Gefahr, durch mangelnde E-Skills künftig am Arbeitsleben
nicht mehr teilnehmen zu können. Millionen Menschen hätten dann nur
mehr geringe Aussichten auf eine Anstellung. "Die Arbeitswelt von
heute wird sich von der von morgen stark unterscheiden, weil alles
mit IT unterlegt ist. Das ist den Bildungspolitikern allerdings noch
nicht bewusst", so Lutz.
Er hält "EDV-Unterricht oder die IT-Ecke in der Zeitung" für ein
"Relikt aus den 90er Jahren". Schließlich sei Informationstechnologie
nicht mehr exotisch, sondern müsse integriert werden. Profitieren
könnten vom Ausbau der technischen Fähigkeiten auch benachteiligte
Bevölkerungsgruppen, weil Barrieren überwunden und Vernetzungen
ermöglicht würden. "Der digitale Graben ist nicht kleiner geworden.
Die Anschlüsse sind da, aber die Nutzung steigt dadurch nicht
automatisch", sagte Lutz.
Dem soll die von Microsoft Österreich gemeinsam mit der
Österreichischen Computer Gesellschaft und Partnern aus Wirtschaft
und Politik ins Leben gerufene Initiative "IT-Fitness" entgegen
wirken. Sie stelle ein niederschwelliges Angebot dar, das kostenloses
Reinschnuppern ermöglichen und Interesse an mehr wecken soll. Ziel
sei, Österreich fitter im Umgang mit Computer und Internet zu machen
und mit gezielten Qualifizierungsmaßnahmen die Berufschancen zu
verbessern.
Filialbesuch statt E-Banking ist weit verbreitet
"Es scheitert an vielen Dingen, aber nicht an technischen
Kenntnissen", meinte hingegen Wolfgang Kern von UC4 Software.
Außerdem seien nicht alle von der Notwendigkeit, überall IT
einzusetzen, überzeugt. "Filialbesuch statt E-Banking ist weit
verbreitet. Wir in der IT-Branche haben andere Bedürfnisse als die
Tischlerei am Land", gab Kern zu bedenken.
Im Rahmen der zunehmenden Internationalisierung werde zwar der
Einsatz moderner Kommunikationsmittel immer wichtiger. Allerdings
müssten auch kulturelle und altersabhängige Unterschiede
berücksichtigt werden. So sei bei Top-Managern in vielen, auch sehr
großen Unternehmen die Kommunikation über E-Mail oft nicht erwünscht
und - weil als unpersönlich empfunden - auch wenig genutzt.
Nur noch 10 Prozent der Jobs ohne E-Skills
In Österreich werde in zehn Jahren nur noch einer von zehn Jobs
mit Personen ohne E-Skills besetzt, hielt Norbert Schöfberger von HP
Österreich dagegen. Leben und Arbeiten in einer
Informationsgesellschaft verlange die Aneignung einer zeitgemäßen
Medienkompetenz - "im Prinzip sprechen wir hier von
lebensbegleitendem Lernen". Die IKT-Entwicklungsstufe stelle
inzwischen einen Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit eines
Standortes dar.
Elektronik sei außerdem bereits integraler Bestandteil des
heutigen Lebens der Jugendlichen. "Diese 'digital natives', die mit
der Maus schneller sind als mit dem Filzstift, werden wir in 15 bis
20 Jahren im Senior Management antreffen", erklärte Schöfberger.
Persönliche bzw. menschliche Fähigkeiten wichtiger
"Digitale Skills" seien sicher eine Notwendigkeit im modernen
Berufsleben. Aus unternehmerischer Sicht für weitaus wichtiger stuft
Christian Czaak von der Plattform economy austria jedoch "persönliche
bzw. menschliche Skills" wie Identifikation mit Job und Unternehmen
sowie soziale Kompetenz und unternehmerisches Einfühlungsvermögen
ein.
"Die Warnung der Experten bezüglich digitaler Gräben halte ich im
Übrigen für überzogen", erklärte Czaak. Es sei wichtiger, nicht nur
bis zum Schreibtisch zu denken. Außerdem würden auch soziale
Netzwerke existieren, die nichts mit dem Internet zu tun hätten.
Seiner Erfahrung nach seien 95 bis 98 Prozent der Inhalte in sozialen
Netzwerken im Web - vom Nutzeneffekt betrachtet - "absoluter
Schrott".
Enorme Nachfrage nach 4. Kulturtechnik
Vor sieben Jahren sei man der Meinung gewesen, Angebote zur
IT-Grundlagenvermittlung nicht mehr lange anbieten zu müssen. "So
grundlegend geirrt haben wir uns schon lange nicht", verwies Albert
Gebauer, Referatsleiter im WIFI, auf die nach wie vor bestehende
Nachfrage. "IT-Anwenderkenntnisse sind die 4. Kulturtechnik neben
Lesen, Schreiben, Rechnen", so Gebauer.
Die Frage am Jobmarkt heiße nicht mehr "Welche IT-Kenntnisse haben
Sie?", sondern: "Wie können Sie Ihre IT-Kenntnisse für das
Unternehmen einsetzen?" Informationstechnologie müsse schon in der
Schule - ab der 5. Schulstufe - den gleichen Stellenwert bekommen wie
Fremdsprachenunterricht, gab sich Gebauer überzeugt.
In den 1990er Jahren habe sich der Begriff "digitale Kluft" vor
allem auf die Frage des Zugangs, also des Anschlusses an das
Internet, bezogen. Heute sei das kaum mehr ein Thema, "mit dem Zugang
allein kommen aber noch keine E-Skills", erklärte
Medienwissenschafterin Jana Herwig. Wenn eine Technologie in der
Gesellschaft Einzug gehalten habe, werde es notwendig, sie in
entsprechenden Fähigkeiten abzubilden.
Ein weiterer Punkt auf den Herwig hinwies ist der "Participation
Gap": Dabei gehe es weniger um die Frage "Wer kann den Computer
bedienen?" sondern: "Wer ist in vernetzten Umgebungen unterwegs, wer
ist präsent, wer kann 'mitreden'? Bin ich verloren, wenn man mich
nicht ergoogeln kann, wenn ich mich nicht äußere, wenn ich keine
Online-Reputationspunkte erziele? Oder trifft dies nur auf bestimmte
Berufsbilder zu?"
Die Plattform
Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als
Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit neun
Jahren existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur
Aufgabe gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu
vermitteln und Geschäftskontakte zu erleichtern.
Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen
Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein
schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche
Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch
Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale
Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.
Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com
- CELLULAR GmbH www.cellular.at
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- economyaustria economyaustria.at
- Hewlett-Packard www.hp.com/at
- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting AG www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- SAP Österreich GmbH www.sap.at
- Telekom Austria www.telekom.at
- UC4 Software GmbH www.uc4.com
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia multimedia.apa.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
E-mail: [email protected]
http://ebc.apa.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/419
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MMM






