- 26.02.2010, 09:30:27
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Unterrichtsministerium plant Anschlag auf die heimischen Kinos
Erstauswertung für österreichische Kinos soll fallen
Wien (OTS/PWK157) - Während Österreichs Kultur- und Filmszene
stolz auf die Oscarnominierung von Christoph Waltz und Michael Haneke
mit seinem Film "Das weiße Band" in Hollywood ist, planen Österreichs
Filmproduzenten, das Filminstitut und das Unterrichtsministerium
einen Anschlag auf die heimischen Kinos.
In der zur Begutachtung ausgesandten Novelle zum
Filmförderungsgesetz ist vorgesehen, dass künftig geförderte
österreichische Filme nicht mehr unbedingt in österreichischen Kinos
gezeigt werden müssen. In den meisten europäischen Ländern, wie
bisher auch in Österreich, bestehen gesetzliche Regelungen, wonach
geförderte Kinofilme bevor sie auf DVD erhältlich sind, zuerst über
einen bestimmten Zeitraum in den Kinos gezeigt werden müssen. Diese
Regelung trägt wesentlich zum Erfolg eines Films bei, da die
Erfahrung gezeigt hat, dass Filme, die nicht im Kino zu sehen waren
oder gleichzeitig mit dem Kinostart auf DVD erhältlich waren kein
großer Erfolg beschieden war.
"Wenn die Erstauswertung im Kino abgeschafft wird, trifft dies
sämtliche Kinobetriebe massiv und würde zu einer dramatischen
Reduktion der Lichtspieltheater führen. Besonders die Nachspielkinos
vor allem im ländlichen Raum verlieren dadurch ihre letzten
Möglichkeiten Besucher anzusprechen und verlieren dadurch ihre
Geschäftsgrundlage.", erklärt Siegfried Schüßler, der Obmann des FV
der österreichischen Kinos in der WKÖ. "Dies alles zu einem
Zeitpunkt, wo die österreichische Kinowirtschaft wieder durch gute
heimische und internationale Produktionen im Aufschwung ist. Auf der
einen Seite verlangen die heimischen Filmproduzenten immer mehr
Förderungsmittel vom Staat, auf der anderen Seite wollen sie künftig
die österreichischen Kinos, die jahrzehntelang die wichtigsten
Werbeträger der heimischen Kinofilme waren, mit einer derartigen
Aktion ausschalten", meint Schüßler.
Es kann doch nicht im Sinne der öffentlichen Fördereinrichtungen
von Bund und Ländern sein, dass zwar Filmproduktionen mit vielen
Millionen Euros an Steuergeldern gefördert werden, dass das heimische
Publikum und der Steuerzahler aber nicht die Gelegenheit erhalten
sollen, diese Filme auch im Kino zu sehen. Künftig liegt es im
alleinigen Ermessen der Produzenten mit welcher Kopienanzahl der Film
auf den österreichischen Markt kommt und wie lange der Film in den
heimischen Kinos läuft, bevor er auf DVD erscheint. Damit sind
mindestens die Hälfte der 160 österreichischen Kinos in ihrer
Existenz bedroht. Nicht einmal in Amerika ist man diesen Weg
gegangen. Dort beträgt das Auswertungsfenster im Kino vier Monate.
Schüßler fordert Bundesministerin Claudia Schmied auf, nicht nur
mit den Filmproduzenten sondern auch mit den österreichischen Kinos
über das neue Filmförderungsgesetz zu verhandeln und die ausgesandte
Novelle zurückzuziehen. Überdies wäre ein ständiger Sitz eines
Kinovertreters im Aufsichtsrat des Österreichischen Filminstituts
notwendig, damit die Auswertungsüberlegungen auch von dieser
wichtigen Verwertungsstufe miteinbezogen werden.
"Es ist nicht alleine damit getan, den österreichischen Film zu
fördern. Er sollte dem Publikum auch im Kino zur Verfügung gestellt
werden und damit neben dem künstlerischen auch ein wirtschaftlicher
Erfolg für die gesamte Film- und Kinobranche und nicht nur für
einzelne Produzenten sein", so Schüßler. (JR)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband der Lichtspieltheater und Audiovisionsveranstalter Dr. Kurt Kaufmann Telefon: 05 90 900 3471 Email: [email protected] Homepage: www.diekinos.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/240
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