• 25.02.2010, 13:35:21
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Aubauer zu Pflege-Rechnungshofbericht: Betroffene leiden unter zersplitterten Kompetenzen!

Rasch handeln, um Menschen zu helfen und unnötige System-Kosten einzusparen

Wien (OTS) - "Der heutige Rechnungshof-Bericht zum
österreichischen Pflegegeld-Wesen zeigt erschreckende Fakten auf: Die
Menschen wissen nicht, wer für ihren Antrag zuständig ist. Die
Bearbeitung der Anträge dauert bei manchen Stellen noch immer viel zu
lange und durch die zersplitterten Zuständigkeits-Strukturen wird
Geld verschwendet, dass man angesichts der budgetären Lage definitiv
besser einsetzen könnte", so Mag. Gertrude Aubauer,
VP-Seniorensprecherin und Andreas Khol's
Bundesobmann-Stellvertreterin im Seniorenbund.

Und die alarmierenden Feststellungen im Rechnungshofbericht sind
laut Aubauer "viel zu zahlreich und weitgreifend". So stellte der
Rechnungshof unter anderem fest,

- dass die Gewährung des Pflegegeldes aufgrund von 
   Rechtsgrundlagen, vollziehenden Stellen, ärztlichen Gutachten 
   sowie aufgrund der administrativen Umsetzung zersplittert sei,

 - dass 2007 mehr als 280 (!) Stellen das Pflegegeld administrierten,

 - dass die Dauer der Bearbeitung der Anträge zwischen 40 Tagen 
   (Post AG) und 137 Tagen (in Wien) dauerte,

 - dass Bescheidbegründungen nicht immer nachvollziehbar gewesen 
   seien,

 - dass die Administration der Zahlungen komplex, intransparent und
   teilweise fehlerhaft sei,

 - dass die zentrale Koordination der Übertragung der Gutachten an 
   Ärzte gänzlich fehlte,

 - dass die Qualität der Gutachten uneinheitlich und teilweise sogar 
   mangelhaft sei

 - dass es bei der Höhe der Honorare für Gutachten, sowie bei 
   Abrechnung von Wegstrecken und gar Doppelverrechnungen 
   Unregelmäßigkeiten gäbe,

 - dass die Auszahlung pro Pflegegeldbezieher zwischen 4.730,- Euro 
   pro Jahr (in Wien) und 5.847,- Euro pro Jahr (in Vorarlberg) 
   schwanken,

- dass Pflegegeldbezieher keine unabhängige Wahlfreiheit zwischen
stationärer und ambulanter Betreuung hätten

- dass es nach wie vor keinen Vollzug von bundesweit einheitlichen
Einstufungskriterien gäbe.

"Wir machen schon lange auf die Probleme bei der
Pflegegeldeinstufung aufmerksam. Jetzt haben es alle Verantwortlichen
schriftlich! Wir können es uns nicht länger leisten, dieses so
wichtige System der sozialen Sicherheit so ineffizient zu führen! Die
PVA zeigt schon längst vor, wie man es richtig macht und sollte daher
als Best Practise-Modell für alle Entscheidungsträger herangezogen
werden. Diskutieren sollte man auch dringend, ob wirklich 280
verschiedene Stellen zuständig sein sollen" so Aubauer weiter.

"Aufrecht bleiben natürlich auch die Forderungen des
Seniorenbundes nach jährlicher automatischer Valorisierung der
Pflegegelder und nach Begutachtung bei Pflegegeldanträgen durch Ärzte
und Pfleger/innen gemeinsam", so Aubauer abschließend.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler, 0650-581-78-82; [email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/189

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