• 24.02.2010, 11:44:48
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Marcic-Preis 2010 an Herbert Dachs

Politikwissenschaftler erhält den renommierten Publizistikpreis / Dem Gemeinwohl unmittelbar zugewandter Politikwissenschaftler

Salzburg (OTS) - Der Salzburger Politikwissenschaftler em.
Univ.-Prof. Dr. Herbert Dachs wird den René-Marcic-Preis 2010
erhalten. Dies hat die Landesregierung auf Vorschlag einer Jury
beschlossen. Die Jury unter dem Vorsitz von em. Univ.-Prof. Dr.
Michael Schmolke hat in ihrer Begründung für die Verleihung des
Preises Dachs "als einen dem Gemeinwohl unmittelbar zugewandten
Politikwissenschaftler und Publizisten" bezeichnet, "der für Salzburg
nachhaltige, aufklärende Arbeit ohne Aufhebens geleistet habe". Der
renommierte Preis ist mit 6.700 Euro dotiert und wird am Samstag, 13.
März 2010, von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller in der
Salzbur-ger Residenz überreicht.

Im Detail begründete die Jury, der auch noch ORF-Landesdirektor
Prof. Siegbert Stronegger, Redakteurin Doris Esser und Redakteurin
Ilse Spadlinek als Mitglieder und als Geschäftsführer der Leiter des
Landespressebüros, Chefredakteur Dr. Roland Floimair, angehören, ihre
Entscheidung so:

"Am englischen Königshof gibt es nach wie vor Amt und Titel des
Poet Laureate (poeta laurea-tus), des offiziellen Hofdichters. Im
Salzburger Chiemseehof könnte ein commentator laureatus geehrt
werden. Als Kandidaten dafür stelle man sich den emeritierten
Politikwissenschaftler i.R. Universitätsprofessor Dr. Herbert Dachs
vor. Während der britische Poet Laureate unter Druck steht, wenn er
zum Lob des Vaterlandes und der Dynastie dichten muss, publiziert
Dachs seit drei Jahrzehnten aus wissenschaftlichem Antrieb und in
hoher Qualität freiwillig zur Ehre Salz-burgs. Er tut das auf drei
Ebenen: in wissenschaftlichen Büchern und Aufsätzen, in der Tages-
und Wochenpresse und im Rundfunk. Von seinen mehr als hundert
größeren wissenschaftlichen Veröffentlichungen befasst sich gut die
Hälfte mit Themen aus der Salzburger Politik und Geschichte. Die
große Mehrheit seiner tagesaktuellen Texte hat einen Salzburg-Bezug.
Insbesondere seine Analysen in Vor- und Nachwahlzeiten, die auf
gesichertem Sachwissen und ho-her Unterscheidungskraft aufbauen,
haben eine Treffsicherheit, die österreichweit ihresgleichen sucht.

Die Jury schlägt Herbert Dachs für die Verleihung des
René-Marcic-Preises 2010 vor. Sie würdigt dabei fünf Aspekte seiner
Leistungen: 1. seine politikwissenschaftlichen Arbeiten generell, 2.
seine Leistungen für die wissenschaftliche und politische Publizistik
in Rundfunk und Tagespresse, 3. seine kritische Kompetenz in
Verbindung mit einem unbeirrbaren publizistischen Ethos, 4. seine
besonderen Fähigkeiten als Herausgeber und schließlich 5. sein
Bemühen, wissenschaftliches Potenzial der Universität für
Salzburg/Salzburger Gesellschaft nutzbar zu machen.

Dachs hat jahrzehntelang die Salzburger Hochschulsendung des ORF
gestaltet. Er war seit Mitte der 1980er Jahre Mitarbeiter des
Salzburger Nachtstudios, und er gehörte schon früh zur Gruppe der
Ideenfinder für die Salzburger Humanismusgespräche im ORF. Er ist,
ebenfalls seit vielen Jahren, regelmäßiger Mitarbeiter der Salzburger
Nachrichten, Autor und Interviewpartner zu großen politischen Fragen.
Er schreibt, wie er forscht: dort wo er steht. Er war Mitbegründer
und zwölf Jahre Vorsitzender der Wissenschaftsagentur.

Starke zusammenführende Kraft hat Dachs als Allein- oder
Mitherausgeber von Sammelwerken entwickelt. Mit der 1985 erschienenen
Festschrift '40 Jahre Salzburger Landtag in der Zweiten Republik' hat
er vor 25 Jahren Stil und Form der Salzburger landespolitischen
Kompendien geprägt: Die Ära Lechner (1988), Die Ära Haslauer (2001),
Wolfgang Radlegger - ein Politiker ohne Fehl und Tadel? (2007), nicht
zu vergessen das von ihm zusammen mit Roland Floimair seit 1989
herausgegebene Salzburger Jahrbuch für Politik. Die Zusammensetzung
der von ihm gewählten Mitarbeiterstäbe zeigt Offenheit für alle
politischen Standpunkte innerhalb der Rah-menvorgaben der
österreichischen Demokratie. Mehr als einmal wurden konventionelle
Salzburg-Motive gegen den Strich gebürstet. In seinen eigenen
Beiträgen bezieht Dachs deutlich erkennbare kritische Positionen -
man braucht nicht zwischen den Zeilen zu lesen. Niemals ist seine
Kritik mutwillig verletzend.

Die Jury würdigt Dachs "als einen dem Gemeinwohl unmittelbar
zugewandten Politikwissenschaftler und Publizisten, der für Salzburg
nachhaltige aufklärende Arbeit ohne Aufhebens geleistet hat."

Der von der Salzburger Landesregierung 1978 geschaffene und 1979
erstmals verliehene René-Marcic-Preis ist einer der renommiertesten
Journalistenpreise Österreichs. Bisher waren bei 24 Preisverleihungen
insgesamt 27 Preisträger gekürt worden. Erster Preisträger war der
Leiter der Wissenschaftsredaktion des ORF-Landesstudios Salzburg, Dr.
Oskar Schatz. Die übrigen Preisträger lauten:
Prof. Gerhard Neureiter, Chefredakteur-Stellvertreter der
Salzburger Nachrichten (1980);
Dr. Clemens M. Hutter, Leiter des Ressorts Außenpolitik in den
Salzburger Nachrichten (1982);
Prof. Max Kaindl-Hönig, ehemaliger Leiter des Ressorts Kultur der
Salzburger Nachrichten (1983);
Prof. Dr. Karl Heinz Ritschel, Chefredakteur der Salzburger
Nachrichten (1985);
Chefredakteur Kurt Wessely, von 1969 bis 1976 Chefredakteur des
Salzburger Tagblattes (früher Demokratisches Volksblatt) und Leiter
der Abteilung Bildung und Medien der Arbeiterkammer Salzburg bis 1986
(1986);
Dr. Heide Gottas, Wissenschaftsjournalistin (1987);
Die Journalisten Alfons Dalma, Ilse Leitenberger und Viktor Reimann
(1988/1989);
Chefredakteur i.R. Prof. Eberhard Zwink, langjähriger Leiter des
Landespressebüros (1990);
Chefredakteur-Stellvertreter Prof. Kurt Vorhofer, Kleine Zeitung,
Wiener Redaktion (1991);
ORF-Intendant Ing. Friedrich Urban (1992);
Dr. Franz Mayrhofer, Ressortleiter für Wissenschaft und Forschung
der Salzburger Nachrichten (1994);
Gerd Bacher, ORF-Generalintendant a.D. (1995);
KR Helmut Lenhardt (1997);
Waltraud Langer, ORF-Wien, Wirtschaftsredaktion (1998);
Sepp Forcher (1999);
Prof. Heinz Nußbaumer (2000);
Gerhard Steininger, SN-Redakteur (2001);
Dr. Hubert Feichtlbauer, Journalist und Publizist (2002);
Univ.-Prof. Dr. Michael Schmolke, Publizistik-Professor (2003);
Mag. Karl-Markus Gauß, Schriftsteller (2004);
Chefredakteur Prof. Werner Mück, ORF (2005);
Mag. arch. Thomas Wizany, Karikaturist (2007);
Mag. Michaela Gründler, Chefredakteurin Apropos und Mag. Anja Pia
Keglevic, Redakteurin Apropos (2009).

In der vom Landespressebüro im April 2009 herausgegebenen
Dokumentation der Marcic-Preisträger seit 1988/1989 hielt
Geschäftsführer Dr. Roland Floimair fest, dass die ausgezeichneten
Journalisten meinungstreu und wahrhaftig geblieben seien und Gebrauch
gemacht hätten von der Chance, sich mit der mit der Stiftung des
Preises gemeinten Moralität und Qualität zu messen. Getreu dem von
Gerd Bacher, dem langjährigen Vorsitzenden der Jury, festgesetzten
Motto: "Die Entscheidung der Jury stimmt dann, wenn nicht nur der
Ausgezeichnete, sondern mit seiner Wahl auch der Preis geehrt wird."

Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
mailto:[email protected]
http://www.salzburg.gv.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/15

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