• 24.02.2010, 08:16:50
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VIER PFOTEN empört über fadenscheinige Rechtfertigungen des Lawinenexperiments

Keine Wiederaufnahme des grausamen Tierversuchs

Wien (OTS) - Wissenschaftler erklärten gestern im ORF, dass der
Abbruch der Lawinenexperimente, bei denen Schweine lebendig begraben
wurden, ein Fehler war. VIER PFOTEN widerspricht vehement den
Aussagen des Innsbrucker Chef-Tierexperimentators Hermann Dietrich,
dass man durch den Abbruch des Versuchs dem Notarzt eine zusätzliche
Chance nehme, dem Verschütteten das Leben zu retten. Denn selbst
Hermann Brugger, einer der Versuchsleiter, gab in Vent zu, dass viele
Lawinenopfer gar nicht reanimiert würden, weil es zu wenig
Herz-Lungen-Maschinen gebe. Es ist den Verantwortlichen also völlig
klar wo die Steuergelder besser angelegt wären als in solch grausamen
Versuchen an unschuldigen Mitgeschöpfen. "Es ist unfassbar, dass
Dietrich sich nun darauf ausredet, dass Tiertransporte mehr Tierqual
verursachen würden. Ein Unrecht mit dem anderen zu rechtfertigen ist
eines seriösen Wissenschaftlers unwürdig!", betont Johanna Stadler,
Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Wir gehen im übrigen davon aus,
dass die Tiere nicht narkotisiert, sondern maximal sediert wurden.
Versuche unter Narkose sind laut Tierversuchsgesetz nämlich gar nicht
genehmigungspflichtig. Dietrichs gleichzeitige Funktion in der
Tierversuchskommission stellt im Übrigen eine Unvereinbarkeit
aufgrund des Interessenskonflikts dar."

Dass Transplantationsmediziner Margreiter diesen Tierversuch im
ORF verteidigt, ist nicht nachvollziehbar. Die Ergebnisse, die dieser
Versuch angeblich bringen hätte sollen, sind schon vor Jahren von den
selben Versuchsleitern Paal und Brugger veröffentlicht worden
(http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2008/1/38-44%20%2818%20
minuten%29.pdf). "Dass die Ergebnisse des Tierversuches 1:1 auf den
Menschen übertragbar seien ist ebenso unrichtig. Nicht einmal ein
Mensch kann mit einem anderen verglichen werden", erklärt Stadler
weiter.

Auch die Aussage von Bergrettungsarzt Fidel Elsensohn gegenüber
dem ORF, dass in Österreich Lawinenopfer nicht zwangsläufig obduziert
würden und oft die sicher nachgewiesene Todesursache fehle, ist auch
entlarvend, denn die Lösung liegt bereits in dieser Aussage: wenn die
Lawinenopfer obduziert würden, bräuchte man für diese Erkenntnisse
nicht extra andere Opfer töten.

Die Problematik von Lawinenunglücken selbst findet
bedauerlicherweise keinen Platz in der Diskussion. Die meisten
Unfälle passieren aufgrund von unvorsichtigen Sportaktivitäten auf
lawinengefährdeten Hängen bei hohen Lawinenwarnstufen. Lawinenopfer
begeben sich also meist freiwillig und oft bewusst in Lebensgefahr
und werden zudem von der Lawine zumeist erschlagen oder erstickt. Den
Kältetod finden nur wenige Verunglückte in der Lawine. "Längst gibt
es sogenannte Lawinenairbags, welche die Überlebenschancen drastisch
erhöhen, weil man damit auf der Oberfläche bleibt", so Stadler
weiter. "VIER PFOTEN und die kritische Öffentlichkeit werden nicht
dulden, dass diese Skandalversuchsreihe fortgesetzt wird."

Rückfragehinweis:
Mag. Nunu Kaller
Press Office Austria
0664 308 63 03
[email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/227

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