• 21.02.2010, 09:01:15
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"trend": ÖBB-Railjet mit "Kinderkrankheiten"

ÖBB-Personenverkehrsvorstand Gabriele Lutter gesteht technische Probleme beim Renommierzug "railjet" ein.

Wien (OTS) - ÖBB-Personenverkehrsvorstand Gabriele Lutter muss
beim ganzen Stolz der ÖBB, dem Renommierprodukt "railjet",
"Kinderkrankheiten" diagnostizieren. "Es gibt Probleme mit der
Klimaanlage und Türstörungen. Wir haben jede Woche intensive
Sitzungen mit Siemens, wo diese Fragen strukturiert werden", wird
Lutter im kommenden Montag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend"
zitiert. Auch spontane, ungewollte Notbremsungen auf freier Strecke
kamen in den ersten Monaten des Betriebes vor. Lutter: "Solche
Sicherheitsbremsungen wurden von der Software ausgelöst. Ein neues
Softwarepaket befindet sich bereits im Testbetrieb. Wir hoffen, bis
Juni die dafür nötigen Zulassungen zu erhalten und die Umrüstung
abzuschließen." Siemens-Sprecher Harald Stockbauer bestätigt, an der
Problembehebung zu arbeiten: "Die Software wird nachgerüstet, wir
sind dabei im Plan, das läuft alles ganz normal."
Der Zug, der seit Fahrplanwechsel im Dezember von Wien bis Zürich
fährt, kommt dort häufig mit großer Verspätung an, Grund ist, laut
"trend" eine häufig verzögerte Übergabe des Zuges am Grenzbahnhof
Buchs, die zu einer Nachreihung des Zuges hinter Schweizer
Nahverkehrszüge führt. Nicht zuletzt dadurch ist der railjet laut
"trend" wesentlich häufiger verspätet als andere ÖBB-Züge,
Verspätungen um die dreißig Minuten sind an der Tagesordnung. Lutter
weiß um das Problem: "Die Verspätungen ergeben sich überwiegend aus
etlichen Baustellen, die die Kapazität einschränken. Wir sind jedoch
froh, dass überhaupt gebaut wird, wir sind froh, dass die Regierung
Geld in die Hand genommen hat, wir bauen für die Zukunft. Einige
Minuten Verspätung sichern tausende Arbeitsplätze am Bau."
Nun wird überlegt, die ambitionierten Fahrpläne den Gegebenheiten
anzupassen. Lutter: "Das ist eine Möglichkeit". Im Bahnland Schweiz
rümpft man mittlerweile die Nase über den "railjet". Edwin Dutler,
Präsident der Fahrgastvereinigung "pro Bahn Schweiz", nennt den Zug
insgesamt "billig und lieblos gemacht"; er bemängelt unter anderem,
dass die luxuriöse "Premium class" - noch über der ersten Klasse
angesiedelt - "nicht premium" sei. Die Auslastung dieser Klasse
liegt, laut Lutter, bei zwanzig Prozent, das 3-Klassen-Konzept werde
beibehalten.
Insgesamt, so Lutter, sei sie mit dem Railjet zufrieden: "Der Zug
funktioniert, kleine Fehler gibt es bei jeden Launch. Der Railjet ist
am besten Weg, ein Top-Produkt zu werden." Im Übrigen hofft sie, dass
alle bestellten Züge im Gegenwert von rund 817 Millionen Euro auch
tatsächlich in Dienst gestellt werden. "Die Entscheidungen sind in
den nächsten Monaten in den entsprechenden Gremien zu treffen. Ich
gehe davon aus, dass alle 67 bestellten Garnituren auch gekauft
werden."

Rückfragehinweis:
trend Redaktion, Tel.: (01) 534 70/3402

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/216

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