• 17.02.2010, 12:54:29
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Az W goes Semper-Depot... Und das Ausstellungsprogramm 2010 im Az W

Jahrespressekonferenz 2010

Wien (OTS) - Bei der heutigen Jahres-Pressekonferenz im
Architekturzentrum Wien wurden einerseits das Ausstellungsprogramm
für 2010 sowie auch das Vorhaben "Az W goes Semper-Depot"
eindrucksvoll mit einem eigens produzierten Video präsentiert. Der
animierte Film soll veranschaulichen, wie das Österreichische
Architekturmuseum im Semper-Depot aussehen könnte, darüber hinaus
wird damit verdeutlicht, wie wichtig die weitere Positionierung
dieses Vorhabens in der Öffentlichkeit ist.

AZ W GOES SEMPER-DEPOT

Viele Schritte waren bis zum heute präsentierten Standpunkt
notwendig, um dieses Projekt voranzutreiben. Es begann in der 80er
Jahren des letzten Jahrhunderts, als erstmals auf Anregung des damals
zuständigen Bundesministers Dr. Erhard Busek ein umfassendes Konzept
eines österreichischen Architekturmuseums im Semper-Depot von
Johannes Spalt und Otto Kapfinger ausgearbeitet wurde. Schon damals
war der Direktor der Albertina, Konrad Oberhuber, bereit, die
Architektursammlung der Moderne (ab 1848) an das künftige
Architekturmuseum zu übergeben. Nach etlichen Jahren des
Tiefschlafes, gab es 2007 angeregte Gespräche mit Klaus Albrecht
Schröder bezüglich einer Übernahme oder Dauerleihgabe des
Architekturarchivs der Moderne der Albertina durch das bzw. an das Az
W. Die Aussicht auf diesen möglichen neuen Bestand für Archiv und
Sammlung des Az W würde auch ein grundsätzliches Überdenken der
gegenwärtigen Situation und des Standortes erfordern. Ein Az W plus
Albertina-Sammlung am Standort MuseumsQuartier ist unter den
gegebenen Umständen nicht realisierbar, da die Politik des
MuseumsQuartiers keinerlei Möglichkeit der räumlichen Ausweitung am
Areal in Aussicht stellt. 2008 wurde eine umfangreiche interne
Feasability-Study der Bundesimmobiliengesellschaft BIG erstellt, die
zeigt, dass das Az W für die Nutzung des Semper-Depot gut vorbereitet
ist. Die dafür nötigen Investitionen wären leistbar. Im Herbst des
selben Jahres wurde das Komitee "Az W im Semper-Depot", um
UnterstützerInnen von diesem Vorhaben zu überzeugen, gegründet - der
heutige Stand beträgt fast 1000 Unterschriften. Nach anfänglich
positiv verlaufenden Gesprächen mit dem derzeitigen Rektor der
Akademie Stephan Schmidt-Wulffen und dessen Äußerungen, aus dem
Semper-Depot ausziehen zu wollen und neue alternative Räumlichkeiten
nicht auszuschließen, wurde nun wieder ein Riegel vor dieses Vorhaben
geschoben - die Akademie teilte im März 2009 mit, dass sie nun nicht
mehr an einer Übersiedlung interessiert sei. Das Az W bleibt
natürlich dran und versucht auf allen Ebenen dieses Projekt
voranzutreiben.

AUSSTELLUNGEN 2010

X PROJEKTE DER ARBEITSGRUPPE 4
HOLZBAUER, KURRENT, SPALT (1950-1970)
04.03. - 31.05.2010, Eröffnung: Mi, 03.03.2010

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das erstmals gezeigte OEuvre
der arbeitsgruppe 4 mit seinen wichtigsten Projekten und Werken. Die
Gruppe, bestehend aus den prägnanten Persönlichkeiten Wilhelm
Holzbauer, Friedrich Kurrent und Johannes Spalt, hat über die
Architekturgrenzen hinweg Berühmtheit erlangt. Otto Leitner, eines
der Gründungsmitglieder, war bereits 1953 aus der arbeitsgruppe 4
ausgeschieden, was zu dem Paradoxon führte, dass die arbeitsgruppe 4
über die längste Zeit ihres Bestehens nur aus drei bzw. - nach dem
Weggang Wilhelm Holzbauers 1964 - überhaupt nur noch aus zwei
Personen bestand. Eine mit der Gruppe eng befreundete Architektin
prägte den Namen "Dreiviertler" ("3/4ler"), der in der Wiener Szene
legendär wurde und somit nachhaltig das Image der arbeitsgruppe 4
beeinflusste. Im Laufe der Jahre scheint die arbeitsgruppe 4 somit zu
einem Mythos der jüngeren österreichischen Architekturgeschichte
geworden zu sein. Architekturinsider kennen die wichtigsten Arbeiten,
aber genaue Fakten, Hintergründe und Zusammenhänge lagen bis zur
Aufarbeitung der umfangreichen Archive durch das Az W weitgehend im
Dunkeln. Die großzügigen Übergaben der Archive von Friedrich Kurrent
und Johannes Spalt an das Az W bildeten die Basis dieser umfassenden
Recherchen. Das Architekturzentrum Wien stellt sich nun der
Herausforderung und zeigt im Frühjahr 2010 das spannende und nach wie
vor aktuelle Werk der "Dreiviertler".

BEST OF EUROPE. MIES VAN DER ROHE AWARD 2009
24.06. - 20.09.2010, Eröffnung: Mi, 23.06.2010

Der Mies van der Rohe Award ist eine gemeinsame Initiative der
Europäischen Kommission und der Fundació Mies van der Rohe Barcelona.
Ziel dieses alle zwei Jahre stattfindenden Preises ist es, Projekte
auszuzeichnen, deren innovativer Charakter als Orientierung, wenn
nicht sogar als Manifest für die Entwicklung zeitgenössischer
Architektur dient. Darüber hinaus soll der Preis ArchitektInnen
anregen, die gesamte Europäische Union als Arbeitsfeld anzunehmen und
junge, aufstrebende Architekten am Beginn ihrer Karrieren
unterstützen. Aus den 340 von europäischen Experten nominierten
Projekten wurden fünf Finalisten ausgewählt - die hochkarätige Jury
überzeugen konnte schließlich das norwegische Architekturbüro
Snohetta mit der Staatsoper & Ballett in Oslo. Die Sonderauszeichnung
für den "Emerging Architect" ging 2009 an das STUDIO UP (Lea Pelivan
und Toma Plejic) für das Gymnasium 46Grad 09' N / 16Grad 50' E in
Koprivnica, Kroatien. Insgesamt werden 50 Bauten aus ganz Europa
anhand von Plan- und Fotomaterial und insbesondere zahlreichen
Modellen präsentiert. Bereichert wird die Wanderausstellung durch die
Präsentation der 15 österreichischen Projekte, die für den Mies van
der Rohe Award nominiert wurden.

PLATZ DA!
EUROPEAN URBAN PUBLIC SPACE
14.10.2010 - 31.01.2011, Eröffnung: Mi, 13.10.2010

Anlässlich des 10. Jubiläums des "European Urban Public Space
Award" widmet sich das Az W in Kooperation mit dem CCCB Barcelona dem
Öffentlichen Raum. Die Ausstellung "Platz da! European Urban Public
Space" hinterfragt, wie ArchitektInnen, UrbanistInnen,
Planungskollektive, BürgerInnen und Zivilgesellschaften den
Öffentlichen Raum betrachten, zurückerobern und neu erschaffen
können. Zahlreiche internationale und heimische Beispiele eröffnen
dazu unterschiedliche, aber auch ambivalente Blickwinkel. Sie zeigen,
dass der Öffentliche Raum zwar weltweit eine gesellschaftliche
Notwendigkeit darstellt, zu seiner Erschaffung aber lokal angepasste
Strategien eingesetzt werden müssen. Ein Teil der Ausstellung
präsentiert die Siegerprojekte des Wettbewerbs "European Urban Puplic
Space" aus den Jahren 2000 - 2010, ausgewählt von einer
internationalen Jury. Die Projekte stammen aus ganz Europa und
reichen von Revitalisierungen innerstädtischer Plätze über die
Belebung von Wohnquartieren bis hin zur Schaffung urbaner
Grünflächen. Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit
der Vorstellung, Herstellung, Verhandelbarkeit und Aneignung bzw.
Rückeroberung von Öffentlichem Raum. Zum einen durch Dokumentation,
Analyse und Diskussion von aktuellen Fragestellungen (Bauvorhaben,
Parkanlagen, Wagenplätze, Straßen etc.), zum anderen werden konkrete
Projekte und Initiativen präsentiert. Die Ausstellung bietet auch die
interaktive Auseinandersetzung mit dem Publikum und versucht so die
BesucherInnen einzubeziehen: In Workshops, Vorträgen und Diskussionen
wird die Produktion von Öffentlichem Raum erlernt. Mit Hilfe eines
"Echtzeitarchivs", das während der Ausstellungsdauer laufend bestückt
wird, werden diese Raumproduktionen Teil der Ausstellung werden.

Eine Kooperation mit dem CCCB Barcelona.
Im Rahmen dieser Ausstellung findet von 19. - 21.11.2010 der 18.
Wiener Architektur Kongress statt.

JAPAN.LISZT.RAIDING (ARBEITSTITEL)
11. - 27.09.2010, Eröffnung: Fr, 10.09.2010

Mit dem kleinen Ort Raiding im Burgenland verbindet man guten
Wein, vor allem aber den Komponisten Franz Liszt, der hier geboren
wurde. Bereits im Jahre 2007 konnte das Liszt Zentrum Raiding,
bestehend aus dem neuen Liszt Konzerthaus und dem neu gestalteten
Museum "Liszt Geburtshaus" eröffnet werden. Nun hat sich der in Tokyo
lebende Autor, Fotograf und Filmemacher Roland Hagenberg zum Ziel
gesetzt, anlässlich des 200. Geburtstagsjubiläums von Liszt im Jahr
2011 den langjährigen kulturellen Austausch zwischen Österreich und
Japan zu erweitern. Neun namhafte japanische ArchitektInnen werden
für Raiding kleine Wohneinheiten als "artists in residence"
Unterkünfte planen und realisieren. Die Entwürfe dazu werden im
Architekturzentrum Wien erstmals zu sehen sein, die Architekten Kengo
Kuma, Hiroshi Hara und Terunobu Fujimori werden ihre Projekte
anlässlich der Eröffnung präsentieren. An den darauf folgenden Tagen
(11. + 12.09.2010) wird in Raiding das Symposium "Architektur für die
Zukunft" abgehalten, das sämtliche Aspekte dieses Vorhabens
beleuchten wird.

AZ W PHOTO AWARD "PUBLIC SPACE"
04.11. - 15.11.2010, Eröffnung: Mi, 03.11.2010

Erstmalig wurde 2009 im Rahmen des Balkanschwerpunktes des
Architekturzentrum Wien der Az W Photo Award - mit Sachpreisen
unterstützt von KODAK - ins Leben gerufen. Unter dem Motto
"Architektur und Urbanismus in Südosteuropa" wurden die zehn besten
Fotos - aus über 350 Arbeiten von insgesamt 92 EinreicherInnen - aus
der Region Balkan/Südosteuropa gekürt.
Im Zuge der Herbstausstellung 2010 "Platz da! European Urban Public
Space" wird der zweite Az W Photo Award ausgeschrieben. Im Rahmen der
Veranstaltungsreihe "Monat der Fotografie 2010" werden im Az W die
Siegerprojekte des Fotowettbewerbs "Az W Photo Award Public Space"
ausgestellt.

Alle relevanten Presseinformationen zum "Az W im Semper-Depot" sowie
zur kommenden Ausstellung finden Sie zum Download auf www.azw.at im
Pressebereich.

Rückfragehinweis:
Architekturzentrum Wien
Mag. Ines Purtauf
Tel.: 01 522 31 15-23
mailto:[email protected]
www.azw.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/498

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AZW

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