• 15.02.2010, 10:26:44
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Umweltdachverband appelliert an BM Berlakovich: Helfen Sie mit, die Donau als lebendigen Fluss zu erhalten!

Wien (OTS) - - Klares AUS für das Donaukanalprojekt der via donau
gefordert

- Donaueintiefung - echtes Ausmaß und Ursache müssen neu überprüft 
   werden
 - Rodungen, Bauten in der Kernzone des Nationalparks Donau-Auen 
   rechtswidrig
 - UWD fordert: Passt die Schiffe dem Fluss an, nicht den Fluss an 
   die Schiffe!

Morgen findet in Wien eine Konferenz der Vertragsstaaten des
Donau-Schutz-Übereinkommens statt, das von der Internationalen
Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) veranstaltet wird. Zahlreiche
MinisterInnen und hochrangige VertreterInnen der
Donau-Anrainerstaaten werden daran teilnehmen, für Österreich wird
Umweltminster Niki Berlakovich mit dabei sein. Die Konferenz soll den
Bewirtschaftungsplan für das Einzugsgebiet der Donau verabschieden,
der konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbedingungen
skizziert. Ein wichtiges Kernthema wird dabei der Interessenausgleich
zwischen Schifffahrt und Umwelt- und Naturschutz sein.

"Wir hoffen, dass der Umweltminister die Ausarbeitung eines
ökologischen Alternativprojektes zum völlig überzogenen,
anachronistischen und geldverschwenderischen
Niederwasserregulierungsprojekt der staatlichen via donau
unterstützt", erklärt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des
Umweltdachverbandes.

220 Millionen Steuergelder - internationale Beispielwirkung wäre
katastrophal

"Wir appellieren an Umweltminister Niki Berlakovich, sich im
Rahmen der Tagung klipp und klar gegen das derzeitige Flussbauliche
Gesamtprojekt Donau östlich von Wien auszusprechen", so
Heilingbrunner. Dieses größte heimische die Donau betreffende Projekt
der republikseigenen via donau und des Verkehrsministeriums soll den
Donaustrom zwischen Hainburg und Bratislava zu einer
Schifffahrtsautobahn ausbauen. Geplant ist eine Erhöhung der
Fahrwassertiefe auf 2,80 Meter, um das Transportaufkommen wenige
Prozentpunkte zu erhöhen. "Würde der geplante Maximalausbau der
Schifffahrtsrinne im heimischen Nationalparkabschnitt durchgezogen,
würde sich Österreich auf künstliche hergestellte Fahrwassertiefen,
die auf veralteten Empfehlungen beruhen und nicht notwendig sind,
festlegen. Zudem würde der Ausbaudruck auf die restlichen 2.000 km
Donaustrecke bis zum Schwarzen Meer steigen, was fatale Folgen für
die Gewässerstrecken in den Unter- und Oberlieger-Ländern der Donau
hätte, da dann auch dort diese Fahrwassertiefen hergestellt werden
müssten. Wertvolle Lebensräume von Bayern über die Wachau bis zum
Donau-Delta in Rumänien wären in Gefahr. Drei Nationalparke, zwei
Weltkulturerbestätten, elf Ramsar-Schutzgebiete wären betroffen. Fast
zwei Drittel der sensiblen Gebiete sind deklarierte oder potenzielle
Natura 2000-Gebiete", betont Heilingbrunner.

Donauraumstrategie nötig - verträgliche Nutzung der Donau als
oberstes Ziel

Der Umweltdachverband appelliert an BM Berlakovich: Helfen Sie
jetzt entscheidend mit, die gesamte Vielfalt und den Reichtum des
Lebens in der Donau und ihren Auen zu schützen, zu erhalten und zu
fördern! Treten Sie für eine verträgliche Nutzung des Flusses ein.
Die Schiffe müssen dem Fluss angepasst werden und nicht der Fluss den
Schiffen. Die österreichische Position muss Vorbild für die anderen
Donau-Anrainerstaaten sein. "Wie brauchen auch in Österreich eine
Diskussion um die Donauraumstrategie unter Einbeziehung von
Schifffahrt, Regionalwirtschaft, Fremdenverkehr, Naturschutz,
Ökologie, Gewässer- und Hochwasserschutz und Sicherung der
Trinkwasserreserven. Der Umweltdachverband und seine
Mitgliedsorganisationen werden ein wichtiger Partner bei der
Ausarbeitung der Donauraumstrategie sein", so Heilingbrunner
abschließend.

Rückfragehinweis:
Dr.in Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit Umweltdachverband
Tel. 01/40 113-21, E-Mail: [email protected]
http://www.umweltdachverband.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/441

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