Wien (OTS) - "Interkulturelles Lernen muss in der Grundausbildung
aller Pädagoginnen und Pädagogen verankert werden", fordert die
Schulsprecherin der Grünen Wien, Susanne Jerusalem. "Es kann nicht
sein, dass ein Unterrichtsprinzip beschlossen wird und man dann die
Lehrerinnen mit der Umsetzung allein lässt. Die Ausbildung muss davon
ausgehen, dass Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch
längst nicht mehr die Ausnahme von der Regel sind. Es muss klare
Zielsetzungen geben, konkrete Maßnahmen und Good-Practice-
Beispiele", fordert Jerusalem, die aber auch darauf hinweist, dass in
der Gesellschaft das eindeutige politische Bekenntnis zu nachhaltiger
Integration fehle, "das bremst auch die Schulen in ihren Bemühungen".
Jerusalem erinnert daran, dass für die Förderung von Deutsch als
Zweitsprache in der Woche 5 bis 12 Stunden vorgesehen seien, "in der
Praxis sind es dann meistens nur zwei". Auch für den mutter-
sprachlichen Unterricht fehlen großteils die Ressourcen. "Insgesamt",
so Jerusalem "wird interkulturelles Lernen auf Sparflamme und ohne
wissenschaftliche Begleitung betrieben. Die Gleichwertigkeit der
Sprachen kann unter diesen Umständen in den Klassen nicht erlebbar
sein", kritisiert Jerusalem.
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