Wien (OTS) - Als "völlig unnötig" und "Ablenkungsmanöver von den wirklichen Problemen" bezeichnet Caritas-Präsident Franz Küberl den nun von Innenministerin Maria Fekter an die SPÖ übergebenen Begutachtungsentwurf zur Einführung einer "Anwesenheitspflicht" für AsylwerberInnen im Erstaufnahmezentrum. "Was hier verharmlosend als Anwesenheitspflicht bezeichnet wird ist in Wirklichkeit ein Einsperren von Menschen, die nichts verbrochen haben. Und das bis zu sechs Wochen."
"Nach der Erfahrung der Caritas ist der beste Schutz gegen das Untertauchen von AsylwerberInnen während ihres Verfahrens, dass sie gut sozial betreut sind, menschenwürdig untergebracht sind und qualitätsvoll über ihre rechtlichen Möglichkeiten beraten werden. Ausserdem müssen sie über den Stand ihres Verfahrens informiert sein", so der Caritas-Präsident.
"Die letzte Novelle ist gerade in Kraft getreten, nun ist schon die nächste im Anrollen. Und das mit dem Ziel, die ohnehin bereits rechtsstaatlich bedenkliche Beschränkung auf Bezirksgrenzen durch eine menschenrechtlich völlig inakzeptable Ausgangssperre austauschen", kritisiert Küberl: "Ich würde mir wünschen, dass die Energie, die derzeit in unnötige und zusätzlich verwirrende Gesetzesverschärfungen fließt, in ein Streben nach raschen und qualitätsvollen Asylverfahren geht."
Denn: "Schon jetzt blicken beim hunderte Seiten starken Fremdenrecht nicht einmal mehr ExpertInnen durch. Wie sollen AsylwerberInnen denn da Recht zugesprochen bekommen?", so Küberl. Nur mit einer Qualitätsoffensive und einer Entwirrung des Paragraphendschungels könne Österreich seiner völkerrechtlichen Verpflichtung zu Asylverfahren unter Achtung der Menschenrechte wieder gerecht werden, ist der Caritas-Präsident überzeugt.
Rückfragehinweis: Caritas Österreich - Kommunikation Mag. Silke Ruprechtsberger Tel.: 01/488 31/417 oder: 0664/82 66 909
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