OTS0201 / 08.02.2010 / 16:06
/ Channel: Politik
/ Aussender: Kurier
Stichworte:
BAK / BIA
/ FCG / Inneres / Korruption / Pressestimmen / Wieselthaler
"KURIER"-Kommentar von Maria Kern: "Schwarze Flecken"
Utl.: Dass ein FCG-Mann neuer Korruptionsjäger wurde, macht kein gutes Bild. =
Wien (OTS) - Er gilt als fleißig und ehrgeizig. Sein Lebenslauf gibt Zeugnis davon. Vor 29 Jahren heuerte Andreas Wieselthaler als Praktikant bei der Wiener Polizei an. Gestern wurde der 44-Jährige zum obersten Korruptionsbekämpfer im Innenministerium ernannt. Dazwischen lagen ein Jus-Studium, die FBI-Academy, ein Masterlehrgang an der Donau-Uni Krems. Die letzten Jahre verbrachte der gebürtige Wiener im Rechnungshof. Dort kandidierte Wieselthaler im vergangenen November bei den Personalvertretungswahlen als Listenführer der Christgewerkschafter (FCG) - und errang 73 Prozent der Stimmen (plus 18 Prozentpunkte). Nun hat die schwarze Innenministerin den schwarzen Beamten in einen Führungsposten gehievt. Dagegen wäre grundsätzlich (Qualifikation vorausgesetzt) nichts einzuwenden, ginge es nicht um einen besonders heiklen Job. Wieselthaler muss künftig gegen korrupte Kollegen vorgehen. Egal ob rot, blau, grün, parteifrei - oder eben schwarz. Selbst wenn der Auserkorene fachlich und menschlich geeignet sein mag, ist die Optik verheerend. Es drängt sich der Verdacht auf, dass ein braver Parteisoldat belohnt wurde. Die Weste des Chef-Korruptionsjägers im Innenministerium muss aber blütenweiß sein und darf keine schwarzen Flecken haben.
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OTS0201 2010-02-08/16:06
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