- 08.02.2010, 15:08:52
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Wintertagung 2010: Chancen nützen.
Franz Fischler fordert neue nationale und europäische Initiativen für die Landwirtschaft und mehr Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Verarbeitung, Logistik und Handel.
Wien (OTS) - "Wir brauchen ökonomisch, ökologisch und sozial
nachhaltige Strategien und eine Bündelung aller Kräfte in Österreich,
damit die Landwirtschaft überlebens- und zukunftsfähig wird", betont
der frühere EU-Agrarkommissar und Präsident des Ökosozialen Forums,
Franz Fischler im Rahmen des Eröffnungstages der Wintertagung 2010
auf der Universität Wien. "Die Landwirtschaft sichert nicht nur den
Lebensunterhalt der fast 179.000 Beschäftigten in diesem Bereich,
sondern die Ernährung der Bevölkerung, die Attraktivität der
weltberühmten österreichischen Kulturlandschaften sowie den Erhalt
der ländlichen Räume. Deshalb muss die gesamte Gesellschaft und
müssen alle Parteien und Interessengruppen an einer nachhaltigen
Landwirtschaft interessiert sein. Damit unsere Bäuerinnen und Bauern
auch weiterhin in der Lage sind, ihre wichtigen
gesellschaftspolitischen Aufgaben wahrzunehmen, braucht es neue
nationale und europäische Initiativen", fordert der Präsident des
Ökosozialen Forum.
In einer verstärkten Zusammenarbeit innerhalb der
Lebensmittel-Wertschöpfungsketten und einer stärkeren Bindung zu den
BürgerInnen sieht Fischler einen Weg, um die brisante
Einkommenssituation in der Landwirtschaft wieder zu verbessern.
Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette anstatt Sparten-Egoismus
"Wo steht festgeschrieben, dass Landwirtschaft, Verarbeitung und
Handel als EinzelkämpferInnen um die Gunst der KonsumentInnen ringen
müssen? Beispiele aus anderen Ländern wie z. B. Italien zeigen, dass
entlang der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln gemeinsame
Vermarktungs- und Kommunikationsstrategien gefunden werden können und
von diesen Kooperationen alle Beteiligten profitieren", sagt Franz
Fischler beim Pressegespräch im Rahmen der Wintertagung 2010. Dabei
könnten Genossenschaften und Herstellergemeinschaften eine aktive
Schlüsselrolle einnehmen.
Forschungs-, Innovations- und Weiterbildungsinitiative notwendig
"Die Landwirtschaft ist zu einem außergewöhnlich Innovations- und
Know-how intensivem 'Gewerbe' geworden. BäuerInnen müssen heutzutage
UnternehmerInnen, Krisen- und RisikomanagerInnen, MarktkennerInnen
sowie KommunikatorInnen sein. Diese Herausforderung müssen unsere
Einrichtungen für die angewandte Forschung und die Aus-,
Weiterbildungs- und Beratungseinrichtungen in Zukunft gut managen.
Denn Innovation macht immer häufiger den Unterschied zwischen Erfolg
und Misserfolg der Unternehmen in der Branche aus", betont Fischler.
Mit dem Fachtag "Unternehmen Bauernhof", den es heuer zum zweiten Mal
im Rahmen der Wintertagung gibt, will das Ökosoziale Forum einen
Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderung leisten.
"Das Gleiche gilt, wenn es darum geht, die landwirtschaftliche
Produktion ressourcen- und umweltschonender zu machen. Nur wenn die
Landwirtschaft in diese Bereiche investiert, kann sie ein starker
Mitstreiter gegen den Klimawandel und den Raubbau an natürlichen
Ressourcen sein," so Fischler.
Bessere Kennzeichnung auch für verarbeitete Produkte und in der
Gastronomie
"Die Kennzeichnung der Lebensmittel und Produkte muss klarer und
einfacher werden. Nur so erreichen wir einen höheren Bindungsgrad der
KonsumentInnen zu den nachhaltig produzierten österreichischen
Lebensmitteln," betont Franz Fischler. Als Beispiel für fehlende
Kennzeichnung und Orientierung nennt er die rasant anwachsende
Außer-Haus-Verköstigung. Während im Supermarktregal deutlich
erkennbar ist, ob ein Produkt aus heimischer Produktion stammt,
können die KonsumentInnen diese Informationen im Gasthaus, in der
Firmenkantine, im Spital oder in der Kaserne meist nicht bekommen.
Wintertagung 2010
Chancen und Strategien für eine bessere Positionierung des
österreichischen Agrarsektors im Markt stehen im Mittelpunkt der
Wintertagung des Ökosozialen Forums von 8. bis 12. Februar 2010.
Gerade in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise ist es zunehmend
schwieriger, die heimische Produktion von Lebensmitteln und
Dienstleistungen der Landwirtschaft nachhaltig zu sichern. Die
Veranstaltungen sollen dazu motivieren, zukunftsfähige Chancen und
Möglichkeiten besser zu erkennen und zu nutzen. Mit insgesamt sieben
Fachtagen zu verschiedenen landwirtschaftlichen Fragestellungen
bietet die Wintertagung des Ökosozialen Forums innerhalb einer Woche
ein breites Spektrum an Vorträgen und die Möglichkeit zur Diskussion
mit Fachleuten. Die Wintertagung des Ökosozialen Forum ist eine der
traditionsreichsten Informationsveranstaltungen des Agrarsektors in
Österreich mit insgesamt rund 3.000 TeilnehmerInnen. Zum
Eröffnungstag zum Thema Agrarpolitik auf die Uni Wien kamen rund 750
Interessierte.
Rückfragehinweis:
und Fotoanfragen:
Ökosoziales Forum, Martina Baumeister
Tel.: 01/253 63 50-22 u. 0676/64480 41
mailto:[email protected], www.oekosozial.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1877
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