OTS0055 / 08.02.2010 / 10:12 / Channel: Wirtschaft / Aussender: Arbeiterkammer Oberösterreich
Stichworte: Arbeiterkammer / Arbeitsmarkt / Oberösterreich / Pensionen / Soziales


55 und keine Chance auf Arbeit oder Pension =


   Linz (OTS) - Eine der am stärksten von den Problemen auf dem
Arbeitsmarkt betroffenen Gruppen sind Arbeitnehmer/-innen über 50. Zu
diesem Schluss kommt die aktuelle AK-Quartalsanalyse des
oberösterreichischen Arbeitsmarktes (4/2009). Die AK fordert daher
umfassende Maßnahmen für einen besseren Übergang vom Berufsleben in
die Pension.
   Im Dezember 2009 waren in Oberösterreich 7732 ältere
Arbeitnehmer/-innen arbeitslos bzw. in AMS-Kursen. Das ist ein Plus
von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Tendenziell ist die
Altersarbeitslosigkeit in Oberösterreich bei Männern stärker von der
Konjunkturlage abhängig als bei Frauen. Da die Wirtschaftskrise im
Jahr 2009 insbesondere männerdominierte Branchen erfasste, verstärkte
sich dieser Trend noch zusätzlich. 
   Bei den Über-50-Jährigen, die Arbeit haben, zeigt sich ein
verstärkter Trend zu prekären bzw. atypischen Beschäftigungsformen:
Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich die Zahl der geringfügig
Beschäftigten über 50 Jahre um knapp zwei Drittel erhöht, während
insgesamt die Zahl der geringfügig Beschäftigten um etwa 45 Prozent
gestiegen ist.
   Verschärft wird die Problematik durch die Pensionsreformen der
vergangenen Jahre. "Viele Menschen über 50 befinden sich im
Spannungsfeld zwischen Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Pension",
sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Knapp 40 Prozent aller
Bezieher/-innen einer Invaliditätspension kommen direkt aus der
Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig beträgt die Zuerkennungsquote bei der
Invaliditätspension nur etwas mehr als 40 Prozent.
   Die AK fordert daher ein umfassendes Gesamtpaket für ältere
Arbeitnehmer/-innen. Oberstes Ziel muss es sein, dass
Arbeitnehmer/-innen produktiv älter werden und gesund in Pension
gehen können. "Dafür brauchen wir verstärkte betriebliche
Investitionen in Gesundheitsvorsorge, eine allgemeine Verringerung
von Stress bzw. Zeitdruck sowie laufende Investition in Weiterbildung
und Qualifizierung", erklärt der AK-Präsident. 
   Wer zu gesund für die Pension, aber zu krank für die Arbeit ist,
soll rasch zu einer Diagnose bezüglich Arbeitsunfähigkeit bzw.
Berufsunfähigkeit kommen. Außerdem soll das anerkannte Modell der
Altersteilzeit weiterentwickelt werden. 
   Viele ältere Menschen sind unmittelbar vor der Pension längere
Zeit arbeitslos und haben nur mehr Anspruch auf Notstandshilfe. Diese
Situation steigert nicht nur die Armutsgefährdung, sondern ist auch
deprimierend und eine seelische Belastung. "Wir fordern daher einen
Pensionsanspruch, wenn Arbeitslosigkeit länger als ein Jahr dauert",
so Kalliauer. Voraussetzung ist, dass die betroffenen Personen die
entsprechenden Versicherungsjahre (40 bei Frauen, 45 bei Männern)
nachweisen können.
Rückfragehinweis:
   Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
   Dr. Sabine Naderer
   Tel.: (0732) 6906-2178
   sabine.naderer@akooe.at
   http://www.arbeiterkammer.com
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OTS0055    2010-02-08/10:12
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