- 05.02.2010, 10:28:26
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SJÖ: FGM ist eine Menschenrechtsverletzung - Für eine geschlechtersensible Asylpolitik!
Utzig: "Frauen, die vor Genitalverstümmelung flüchten, muss in Österreich Asyl gewährt werden"
Wien (OTS) - Die Sozialistische Jugend (SJ) veranstaltet heute
Freitag (12:30) einen Aktionstag unter dem Motto "FGM ist eine
Menschenrechtsverletzung - für eine geschlechtersensible
Asylpolitik!" am Urban-Loritz-Platz im 7. Wiener Gemeindebezirk. Mit
einem Transparent sowie einem Comic machen die AktivistInnen auf den
Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, (FGM) der
jährlich am 6.2. begangen wird, aufmerksam. ****
"Weibliche Genitalverstümmelung ist eine grausame und schwere
Menschenrechtsverletzung und somit auch ein Asylgrund. Im derzeitigen
Asylwesen gibt es aber noch dringenden Handlungsbedarf, was
Sensibilisierung und gesetzliche Rahmenbedingungen hinsichtlich
frauenspezifischer Gewalt und Verfolgungsgründe betrifft", so
Christine Utzig, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend
Österreich (SJÖ).
Auch wenn weibliche Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung
und damit als Asylgrund in Österreich anerkannt ist, werden
frauenspezifische Gewalt- und Verfolgungsgründe nicht entsprechend im
Asylverfahren berücksichtigt. "Frauen, die vor Genitalverstümmelung
flüchten, muss in Österreich Asyl gewährt werden.
Genitalverstümmelung ist ein schwerwiegender Eingriff in die
körperliche und sexuelle Integrität von Frauen - es muss
gewährleistet werden, dass sie nur von Frauen vernommen werden.
Frauen, die um Asyl ansuchen, haben Anspruch darauf, über ihre Rechte
Bescheid zu wissen!" so Utzig. "Ein weiteres gravierendes Problem
stellen Regelungen wie die Abschiebung in so genannte 'sichere
Drittsaaten' dar, die dem Schutz vor Genitalverstümmelung
entgegenstehen."
"Wir müssen uns auch dessen bewusst werden, dass weibliche
Genitalverstümmelung nicht irgendwo weit weg von uns passiert,
sondern auch vor unserer Haustür", meint SJÖ-Vorsitzender Wolfgang
Moitzi. Schätzungen zufolge leben in Österreich zwischen 6.000 und
7.000 von Genitalverstümmelung betroffene Frauen.
"Genitalverstümmelung ist eine Extremform von Gewalt gegen Frauen,
deren Folgen dramatisch sind. Daher ist es notwendig, dass verstärkt
Informations- und Aufklärungsarbeit geleistet wird, um öffentliches
Bewusstsein zu schaffen und das Tabu um dieses Thema aufzubrechen.
Darüber hinaus ist es weiterhin wichtig, dass in Österreich
ÄrztInnen, medizinisches Personal und auch PädagogInnen entsprechend
geschult werden, um den betroffenen Frauen und Mädchen die
bestmögliche Hilfe bieten zu können", so Moitzi und Utzig
abschließend. (Schluss)
Der Comicstrip "Genitalverstümmelung ist ein Asylgrund!!!" steht zur
freien Verfügung auf
http://www.sjoe.at/content/frauen/down/material/index.html!
Rückfragehinweis:
SJÖ, Laura Schoch, Tel. 0650 56 66 045
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/195
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