Linz (OTS) - Für die Arbeiterkammer OÖ, die Ärztekammer für OÖ und
für die OÖ Gebietskrankenkasse steht fest: Die im internationalen
Vergleich hohe Spitzenposition in der Gesundheitsversorgung muss
erhalten werden. Die größte Herausforderung wird sein, die von Seiten
der Politik angekündigten Einsparungen im Gesundheitswesen nicht auf
dem Rücken der Patientinnen und Patienten auszutragen.
Die Bundesregierung hat mit dem Hauptverband ein
Kostendämpfungspotenzial von 1,7 Milliarden Euro bis zum Jahr 2013
vereinbart. Das "Stabilitätsprogramm" der Bundesregierung sieht vor,
"ausgabenseitige Maßnahmen" zu treffen, also Leistungen zu kürzen,
falls das Einsparungspotenzial nicht erreicht wird. AK-Präsident Dr.
Johann Kalliauer: "Diese Vorgangsweise ist problematisch, weil die
Anforderungen an das Gesundheitssystem weiter wachsen. Wir wollen die
flächendeckende Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger zu den
gleichen Bedingungen erhalten. Selbstverständlich ist es wichtig,
laufende Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung zu verwirklichen
- etwa an der Schnittstelle zwischen niedergelassenen Ärzten/-innen,
Ambulanzen und Spitälern. Die Medikamentenkosten steigen nach wie vor
überdurchschnittlich. Deshalb müssen der Einsatz von Generika
forciert und die im EU-Vergleich hohen Handelsspannen gesenkt
werden."
Ärztekammer-Präsident Dr. Peter Niedermoser kritisiert: "Dem
Gesundheitswesen wird von vielen Seiten vorgeworfen, zu viel Geld zu
verschlingen. Das ist nicht gerechtfertigt: Die Kosten steigen zwar,
im Verhältnis zum Brutto-Inlandsprodukt entwickeln sie sich aber seit
Jahren mit rund 10 Prozent stabil. Dass mehr finanzielle Mittel
notwendig sind, wenn man den guten Standard unter den vorgegebenen
Prämissen halten will, ergibt sich aufgrund der Herausforderungen.
Investitionen im Gesundheitswesen werden als rausgeschmissenes Geld
abgetan - in anderen Bereichen sieht man sie als positive Maßnahme
für die Zukunft. Dabei sind die Wertschöpfungseffekte des
Gesundheitssektors enorm! Außerdem darf nicht vergessen werden, dass
die Gesundheit der Bevölkerung für sich allein von unschätzbarem Wert
ist."
OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth betont, dass das hohe Vertrauen in
die soziale Krankenversicherung und das international gute
Abschneiden Österreichs nicht zufällig entstanden sind: "Die
demokratische Selbstverwaltung durch Versicherte und Beitragszahler
hat sich als Erfolgsmodell bewährt und muss beibehalten werden. Und
wir brauchen eine Stärkung der regionalen Steuerung und Planung.
Zentralismus im Gesundheitssystem bedeutet: One size fits all. In der
Mode sieht das meistens eher merkwürdig aus. Im Gesundheitssystem
wäre das teuer und qualitativ schlechter als heute." Eine
österreichweit gleich gute Versorgungsqualität ist für den
OÖGKK-Obmann nur dann möglich, wenn es erstens klar definierte Ziele
dafür gibt. Zweitens braucht das Montafon eben andere Strukturen als
die Wiener Innenstadt, um zum gleichen Ergebnis zu gelangen.
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Mag. Rainer Brunhofer
Tel.: (0732) 6906-2185
rainer.brunhofer@akooe.at
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OTS0071 2010-02-04/10:19
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