• 03.02.2010, 16:06:10
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"KURIER"-Kommentar von Patricia Haller: "Ihre wunderbaren Jahre"

Schwarz-Blau war für die ÖVP herrlich. Es war eine Zeit der Alleinregierung.

Wien (OTS) - Von einem langjährigen Spitzenpolitiker der ÖVP ist
eine denkwürdige Bemerkung aus dem Jahr 1995 überliefert: Dass die
SPÖ ab 1970 den Kanzler stelle, sei ein Irrtum der Geschichte. Bei
dieser Wahl gewann die SPÖ unter Bruno Kreisky fast sechs Prozent
dazu. Die SPÖ wurde stärkste Partei an Stimmen und Mandaten. Kreisky
blieb bis 1983 allein regierender Kanzler.
Der sogenannte Irrtum wurde 2000 korrigiert. Vom dritten Platz
aus holte sich die ÖVP, routiniert in Regierungsgeschäft und
Parlamentarismus, tief verwurzelt in Bürokratie und
Interessenvertretungen, für sieben Jahre den Kanzler. Die Neuwahl
2002 entschied sie mit einem großen Wahlsieg für sich.
ÖVP-Obmann Josef Pröll schwärmt von dieser Zeit. Verständlich:
Während FPÖ-Minister den Aufstieg von der geächteten Paria- in die
oberste Politiker-Kaste vor allem genossen und sich in plakativen
Ankündigungen gefielen, setzte die ÖVP ihre Programmatik um. Den
Freiheitlichen war nicht nur der Weg von der plärrenden Opposition
auf die Regierungsbank zu weit. Es fehlte ihnen auch grosso modo die
Sachkenntnis, um auf Augenhöhe mit der ÖVP zu verhandeln. Jörg
Haiders Störmanöver gaben der FPÖ-Regierungstruppe den Rest.
"Alleine regieren" - geht herrlich auch in einer Koalition.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
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