Wien (OTS) - Die jüngste mediale Diskussion über die Vereinbarkeit
von Studium und Beruf nimmt die Österreichische
Universitätenkonferenz (uniko) zum Anlass für folgende Klarstellung:
Die uniko ist sich sehr wohl der Problematik bewusst, mit der sich
viele Studierende auch angesichts der in den letzten Jahren stark
gestiegenen Lebenshaltungskosten und damit der Finanzierung ihres
Studiums konfrontiert sehen. Die uniko hat deshalb auch im
vergangenen Jahr ein Positionspapier zum berufsbegleitenden Studium
erarbeitet, das unter anderen auf den Daten der
Studierenden-Sozialerhebung 2006 beruht, und daraus eine Reihe von
Empfehlungen abgeleitet. Auch wenn die jüngste, offiziell noch nicht
veröffentlichte Studie eine steigende Anzahl berufstätiger
Studierender ausweist, so hält uniko-Präsident Hans Sünkel fest: "Ein
Parallelangebot eines Vollzeitstudiums und eines berufsbegleitenden
Studiums ist ohne zusätzliche Mittel für die Universitäten nicht
finanzierbar."
Darüber hinaus müsse zuerst die offene Frage beantwortet werden,
für welche Studienrichtungen berufsbegleitend konzipierte
Studienprogramme einen Sinn ergeben und für welche Curricula eine
bereits jetzt praktizierte Flexibilisierung (Tages- und
Wochenrandangebote, verlängerte Bibliothekszeiten) genügt. Bei der
Einführung von anderen Lernorganisationsformen müssten die völlig
heterogenen Alters- und Adressatengruppen in Betracht gezogen werden
- von "Gelegenheitsjobbern" über Teilzeit- und Vollzeiterwerbstätige,
die unterschiedliche Ansprüche stellen. "Dazu ist zu bedenken, dass
die im internationalen Vergleich vorhandene Freizügigkeit und
Unverbindlichkeit der universitären Studienorganisation in Österreich
mit dem weitgehend freien Uni-Zugang die Erwerbstätigkeit
nachweislich begünstigt hat", erklärt Sünkel. Diese flexible Form der
Studienorganisation gestaltet sich, wie Studien belegen, mit der
Umstellung der Studien auf die nunmehr rigideren Bachelor-Programme
schwieriger. Die uniko ist jedoch gerne bereit, sich in die
Diskussion einzubringen, allerdings bedarf es für eine Neukonzeption
mancher Studien einer gesteigerten Verbindlichkeit seitens der
Studierenden sowie einer entsprechenden öffentlichen Dotierung.
Rückfragehinweis:
~
Manfred Kadi
Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Österreichische Universitätenkonferenz
Liechtensteinstraße 22
1090 Wien
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