• 02.02.2010, 10:17:09
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FMA testet Auswirkungen der Solvency II-Vorschriften auf österreichische Versicherungsunternehmen

Wien (OTS) - Österreichs Finanzmarktbehörde (FMA) veröffentlicht
eine Studie zu den Auswirkungen von Solvency II, dem 2012 europaweit
in Kraft tretenden Aufsichtssystem für Versicherungsunternehmen. Das
bisherige System zur Ermittlung der Solvabilitätsanforderungen wird
dann durch ein risikobasiertes System, welches auf einer ökonomischen
Bewertung basiert und neben den bisherigen quantitativen
Eigenmittelbestimmungen auch qualitative Elemente enthält, ersetzt.
Die FMA hat nun in einer Feldstudie die Auswirkungen der neuen
Vorschriften auf Österreichs Versicherungswirtschaft erhoben und
aufgezeigt, dass das Eigenmittelerfordernis unter Solvency II
deutlich steigt, eine ausreichende Eigenmittelausstattung aber
weiterhin gegeben ist.

Derartige qualitative Auswirkungsstudien (Qualitative Impact
Studies, QIS) werden seit 2005 von den nationalen Aufsichtsbehörden
gemeinsam mit CEIOPS (Committee of European Insurance and
Occupational Pensions Supervisors) durchgeführt, um mögliche
Auswirkungen von Solvency II auf die Versicherungsunternehmen zu
ermitteln. Obwohl 2009 auf europäischer Ebene keine Feldstudie
vorgesehen war, hat sich die Finanzmarktaufsicht dazu entschlossen,
als weiteren Schritt zur gezielten Vorbereitung der österreichischen
Versicherungsunternehmen auf Solvency II, die nationale Studie QIS
4.5 durchzuführen. An der Studie beteiligten sich 31
Einzelunternehmen und 4 Versicherungsgruppen, das entspricht einer
Marktabdeckung (gemessen an den Prämien) von etwa 70%. Die Ergebnisse
zeigen, dass bei Komposit- und Lebensversicherern das Marktrisiko der
bedeutendste Treiber des Eigenmittelerfordernisses ist, bei den
Sachversicherern hingegen überwiegt das versicherungstechnische
Risiko. Das sich aus der QIS 4.5-Studie ergebende
Eigenmittelerfordernis unter Solvency 2 ist deutlich höher als jenes
gemäß den aktuellen Prinzipien von Solvency I ermittelte. Durch die
Bewertung des Vermögens zu Marktwerten wachsen jedoch die
anrechenbaren Eigenmittel. Es zeigt sich auch, dass der
durchschnittliche Solvabilitätsgrad der österreichischen
Versicherungsunternehmen von Solvency I zu Solvency 2 laut QIS 4.5
gesunken ist, nicht zuletzt aber auch aufgrund der Situation auf den
Finanzmärkten.

Die Ergebnisse der Studie sowie eine genaue Analyse sind auf der
Homepage der Finanzmarktaufsicht abrufbar.

Rückfragehinweis:
Klaus Grubelnik (FMA-Mediensprecher)
Tel.: +43/(0)1/24959-5106
Mobil: +43/(0)676/882 49 516

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/694

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