Wien (OTS) - Der heutige internationale Welttag der Feuchtgebiete
ist auch für Österreich von zentraler Bedeutung. Bereits 19
heimische, herausragenden Feuchtgebiete sind international nach der
Ramsar Konvention als "Ramsar-Gebiete" anerkannt. Kaum anderswo
findet man eine so reichhaltige Artenvielfalt wie z. B. in den
Flussjuwelen Donau-March-Thaya-Auen, Lafnitztal, Nationalpark
Kalkalpen oder den besonders wertvollen Moorlandschaften im Pinzgau
und Pongau sowie im Nördlichen Waldviertel, im Neusiedler
See-Seewinkel und im Rheindelta. "Feuchtgebiete leisten eine Reihe
von wichtigen ökologischen Aufgaben: sie sind Gebiete voller
biologischer Vielfalt und spielen eine bedeutende Rolle in den
verschiedenen Wasserkreisläufen. Sie tragen zur Sicherung unseres
Trinkwassers und zum Hochwasserschutz bei und sind als
Kohlenstoff-Speicher auch wichtig für den Klimaschutz, denn rund ein
Fünftel des weltweit vorhandenen Kohlenstoffs ist in Feuchtgebieten
gebunden" so Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich
heute anlässlich des Welt-Feuchtgebietstages.
Rund 60 Prozent aller Feuchtgebiete Europas sind in den letzten
100 Jahren verschwunden. Mit den beiden großen neuen von der EU mit
bis zu 85 % geförderten INTERRREG-Projekten
"Alpen-Karpathen-Korridor" (1,8 Millionen Euro) und
"Grenzüberschreitendes Schutzgebietsmanagement March-Thaya-Auen"
(720.000.- Euro) werden hier an der Schwachstelle des "Grünen
Bandes", der ehemaligen Grenze zu Osteuropa, wichtige Schritte zur
Erreichung dieser Artenvielfalts-Ziele gesetzt. Aber auch an unseren
Grenzen zu Bayern (am Wilden Kaiser und am Pass Thurn) und zu Italien
und Slowenien (entlang der Flüsse Drau und Mur) laufen unter der
Beteiligung des Lebensministeriums wichtige EU-Projekte, die den
Schutz der Biologischen Vielfalt von Mooren und Flüssen samt deren
Aulandschaften zum Inhalt haben. Der Tourismus ist hier ein wichtiger
Partner.
Kampagne vielfaltleben macht Feuchtgebiete zu Schwerpunktregionen
Feuchtgebiete haben eine wichtige Funktion in Ökosystemen: Sie
sind "Hotspots" der Biodiversität - der genetischen Vielfalt, der
Artenvielfalt und der Vielfalt an Lebensräumen. "Feuchtgebiete"
spielen daher auch in der Artenvielfalt-Kampagne des
Lebensministerium "vielfaltleben" eine wichtige Rolle, denn sie
tragen entscheidend zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. In der
Kampagne wurden vier Schwerpunktregionen definiert: die
March-Thaya-Auen, die Feuchte Ebene (etwa 20 km südöstlich von Wien),
der Neuiedler See-Seewinkel und das Obere Inntal. Alle vier
Schwerpunktgebiete sind wassergebundene Lebensräume, zwei davon sind
(grenzüberschreitende) Ramsar-Schutzgebiete: die March-Thaya-Auen als
Teil des "Trilateralen Ramsar-Gebietes "March-Thaya-Donau-Auen"
(AT-SK-CR) und das Gebiet Neusiedler See - Seewinkel als Teil des
Grenzüberschreitenden Ramsar-Gebietes "Neusiedlersee - Seewinkel -
Waasen" (AT-HU). In diesen zwei grenzüberschreitenden Gebieten am
"Grünen Band Europas" laufen mehrere EU INTERREG- Projekte mit der
Zielsetzung Schutz der Artenvielfalt und Umweltbildung.
Hansi Hinterseer als prominenter Pate für zum Schutz des
Artenreichtums
Mit der Artenvielfat-Kampagne "vielfaltleben" des
Lebensministeriums werden verschiedenste Schutzprojekte umgesetzt,
die in Summe rund 100 bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu Gute
kommen. Um die Bedeutung der Artenvielfalt vor den Vorhang zu holen,
haben sich Prominente PatInnen bereit erklärt, die
vielfaltleben-Kampagne aktiv mitzutragen. Neo-Pate Hansi Hinterseer
hat 2010 die anspruchsvolle Vogelart "Seeregenpfeifer" unter seine
Fittiche genommen und unterstützt damit das Schutzprojekt
Neusiedlersee-Gebiet. Damit wird einer der wenigen Lebensräume des
Seeregenpfeifers geschützt und der Brutbestand des Vogels gesichert.
Im Kampagnen-Schwerpunktgebiet "Neusiedler See" finden auch
Zwergfledermaus, Springfrosch, Feldhase, Dachs und Fischotter ihr
Zuhause. Im Feuchtgebiet "March-Thaya-Auen" sind Seeadler,
Weißstorch, Lachmöwe und Flussseeschwalbe beheimatet. Die "Feuchte
Ebene" ist der unmittelbare Lebensraum von Ziesel, Blaukehlchen,
Biber und Rotbauchunke, das Gebiet "Oberes Inntal" für den Wiedehopf,
das Braunkehlechen und die Große Hufeisennase, eine seltene
Fledermausart.
"Für ökologische Maßnahmen an unseren Flüssen und Auen wird
seitens des Lebensministeriums für das heurige Jahr ein Förderbetrag
von 10 Millionen Euro bereitgestellt. Damit werden entscheidende
ökologische Verbesserungen unserer Wasser-Lebensräume ermöglicht," so
Berlakovich anlässlich des "Welt-Feuchtgebietstages 2010".
Die von Umweltminister Niki Berlakovich ins Leben gerufene
Kampagne vielfaltleben ist die bislang größte Artenschutzkampagne
Österreichs und wird gemeinsam mit dem Österreichischen
Naturschutzbund, dem WWF und BirdLife bis Ende 2010 durchgeführt.
Start der Kampagne war im Jänner 2009. Stellvertretend für alle
gefährdeten Tier- und Pflanzenarten wurden 21 Arten ausgewählt, für
die jeweils eine prominente Persönlichkeit die Patenschaft übernommen
hat und sich persönlich für den Erhalt der biologischen Vielfalt
einsetzt. Gezielte Schutzprogramme und effektive Maßnahmen, die die
Situation der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten deutlich verbessern
und breite Bewusstseinsbildung sind die Zielsetzungen der Kampagne.
Bislang wurden österreichweit 25 Schutzprojekte erfolgreich
gestartet, die mehr als 100 Arten zugute kommen. "In Österreich sind
4.000 Arten vom Aussterben bedroht. Wir alle müssen etwas tun, um die
biologische Vielfalt für unsere Lebensqualität und unser Überleben zu
sichern und das Bewusstsein der Menschen für die Bedeutung des Themas
Artenvielfalt zu schärfen", betonte Landwirtschafts- und
Umweltminister Niki Berlakovich abschließend.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6918, DW 6823
http://www.ots.at/pressemappe/41
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OTS0053 2010-02-02/09:57
020957 Feb 10
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