• 01.02.2010, 10:00:14
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Vier Ö1-Sendungen und ein Abend mit Gerhard Rühm im ORF-RadioKulturhaus zum 80. Geburtstag des Dichters und Komponisten

Wien (OTS) - Am 12. Februar begeht der österreichische
Schriftsteller, Komponist und bildende Künstler Gerhard Rühm seinen
80. Geburtstag. Ö1 gratuliert mit vier Sendungen und einer
Veranstaltung im ORF-RadioKulturhaus (25.2.).

Ernst Jandl nannte ihn die "Mutter der Wiener Gruppe". Und als
solche erzog Rühm sein liebstes Kind, die Sprache, ebenso zärtlich
wie radikal. Die Folge: 1964 verließ der gelernte Musiker Österreich.
"Wir fühlten uns hier abgeschnitten", berichtet Gerhard Rühm, "wir
hatten hier keine Chance." Heute, mehr als 40 Jahre später, ist
freilich alles anders. Der ehemalige "Sprachzerstörer" und
"Avantgardist" ist inzwischen Professor und vielfach ausgezeichnet.
Anlässlich seines 80. Geburtstages würdigen die "Tonspuren" am 8.
Februar (21.00 Uhr, Ö1) den Sprachspieler, Lautmaler und Dichter
Gerhard Rühm mit dem Porträt "Der Herr der Laute", gestaltet von
Doris Glaser und Peter Klein ("Da Capo: Tonspuren": 11.2., 16.00
Uhr).

Im "Hörspiel-Studio" am 9. Februar (21.00 Uhr) steht Rühms Stück
"Wald - ein deutsches Requiem" auf dem Ö1-Programm. In der Produktion
des WDR aus dem Jahr 1983 wirken mit: Elisabeth Hartmann und Matthias
Ponnier (Sprecher), Collegium Vocale Köln, Othello Liesmann (Cello),
Gerhard Rühm (Regie, Stimme und Klavier). Das 1984 mit dem
"Hörspielpreis der Kriegsblinden" ausgezeichnete Hörspiel basiert
ausschließlich auf dokumentarischem Material zum Thema Waldsterben.
Doch auf eine "emotionalisierende Darbietung" wollte Rühm deswegen
keineswegs verzichten. Also montierte er Musik, Vogelgezwitscher,
Meinungsumfragen, Texte und Nachrichten zu einem 33-minütigen
Statement, das seine Wirkung zur Zeit der sauren Regengüsse nicht
verfehlte. "Dieses Hörspiel", sagt Gerhard Rühm, "soll vor allem eine
durch künstlerische Mittel besonders eindringlich gewordene
Mitteilung sein, die - ohne Kommentar, ohne Polemik und durch kein
persönliches Credo belastet - den Hörer zu eigener Stellungnahme
provozieren will."

Gerhard Rühm ist Zeit seines Lebens ein Grenzgänger zwischen den
Künsten geblieben. Er kreierte eigene Genres wie die "visuelle
Musik", "auditive Poesie", die "gestische Zeichnung" oder das
"dokumentarische Melodram". Bei ihm nimmt der experimentelle Akt das
künstlerische Ergebnis oft vorweg. Unter dem Titel "Präludien zum
Finale" präsentiert Giselher Smekal an Rühms Geburtstag, dem 12.
Februar, in "Zeit-Ton" (23.03 Uhr, Ö1) Tondokumente aus den Zeiten
rund um vier sehr kurze und sehr persönliche Begegnungen.

Mit seinen Arbeiten hat Rühm auch zur Entwicklung der auditiven
Kunst und des neuen Hörspiels beigetragen. Einige der Arbeiten, die
er für die Ö1-Reihe "Kunstradio" entwickelt hat, sind am 14. Februar
ab 23.03 Uhr in "Kunstradio - Radiokunst" auszugsweise zu hören.
Weitere Werke Rühms sind auch auf zwei jeweils dreiteiligen
Ö1-CD-Editionen zu hören: Auf "verlier nicht den kopf aus liebe" sind
gesammelte Chansons aus fünf Jahrzehnten zu hören, die Edition "vom
eintonstück zum damentango" beinhaltet Klavierstücke und Melodramen
aus den Jahren 1950 bis 1977. Die Ö1-CD-Editionen sind im ORF-Shop,
Tel. Nr.: 01/501 70/373, Fax 01/501 70/375, Mail: [email protected], im
Internet unter http://shop.orf.at erhältlich. Nähere Informationen
zum Programm von Österreich 1 sind abrufbar unter http://oe1.orf.at.

Am 25. Februar treten Gerhard Rühm und das Vienna Improvisers
Orchestra im Großen Sendesaal des ORF-RadioKulturhauses auf. Rühm
gilt in seinem jahrzehntelangen facettenreichen Wirken, gewürdigt mit
zahlreichen Preisen und Ehrungen, als Grenzgänger, der mit Formen,
Beziehungen und Wirkung von Sprache, Bild und Klang arbeitet. Die
Zusammenarbeit mit dem Vienna Improvisers Orchestra (VIO) macht einen
besonderen Augenblick der Berührung Rühms präzis konzipierter
Wortkunst mit der experimentellen Klangschöpfungspraxis des VIO
erlebbar. Als Klangkörper avancierter Aufführungspraxis widmet sich
das VIO seit 2005 kontinuierlich neuen Projekten, auch zur Verbindung
von Musik und experimentellen literarischen Sprachschöpfungen. Die
Veranstaltung "Gerhard Rühm & Vienna Improvisers Orchestra" beginnt
um 19.30 Uhr, Eintritt EUR 18,-/20,-; mit
ORF-RadioKulturhaus-Vorteilskarte 10 bzw. 30 Prozent Ermäßigung, bei
Buchungen über Ticket Online 10 Prozent Ermäßigung. Weitere
Informationen zum Programm des ORF-RadioKulturhauses gibt es auf der
Homepage http://radiokulturhaus.orf.at oder über das Kartenbüro (Tel.
01/501 70-377).(ih)

Rückfragehinweis:
ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
Tel.: (01) 501 01/18050
mailto:[email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1260

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